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06.01.2014

23:10 Uhr

Börse New York

Gewinnmitnahmen belasten Wall Street

Die Erholung in Europa hat den US-Börsen zunächst einen freundlichen Wochenstart beschert. Viele Händler warten aber auf die Veröffentlichung von Konjunkturdaten. Twitter begab sich nach einer Herabstufung auf Talfahrt.

Gespannt warten Börsianer auf die neuen Arbeitsmarktdaten. ap

Gespannt warten Börsianer auf die neuen Arbeitsmarktdaten.

New York Enttäuschende Konjunkturdaten und Gewinnmitnahmen haben die New Yorker Börsen zum Wochenauftakt belastet. Die Geschäfte der chinesischen Dienstleister wuchsen im Dezember so langsam wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Auch in den USA verlor der Dienstleistungssektor dem ISM-Index zufolge überraschend an Schwung. Am Donnerstag beginnt in den USA mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa die Bilanzsaison. So war am Montag auch an der Wall Street Abwarten angesagt. Viele nutzten dies für leichte Gewinnmitnahmen. Über die weitere US-Geldpolitik könnten die am Freitag anstehenden Arbeitsmarktdaten für Dezember Aufschluss geben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer auf 16.425 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 16.405 und 16.532 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,3 Prozent auf 1826 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ließ 0,4 Prozent auf 4113 Punkte Federn. In Frankfurt schloss der Dax mit 9428 Punkten 0,1 Prozent niedriger, der EuroStoxx50 verlor 0,2 Prozent.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Im Blickpunkt standen unter anderem die Autobauer, weil sie Auskunft über ihre Umsätze in China gaben. Ford verkaufte fast 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und wurde mit einem Kursplus von 0,5 Prozent belohnt. Die Aktien des Satellitenfunk-Unternehmens Sirius XM schossen um mehr als sieben Prozent in die Höhe, weil Liberty Media das Unternehmen ganz schlucken will.

Gefragt waren die Aktien von T-Mobile US mit einem Aufschlag von 3,7 Prozent. Der viertgrößte Handynetzbetreiber der USA kauft dem Rivalen Verizon Wireless für insgesamt 3,3 Milliarden Dollar Mobilfunkfrequenzen ab.

Der Übernahme-Kampf zwischen den Bekleidungsketten Men's Wearhouse und Jos. A. Bank Clothiers beflügelte die Anteilsscheine der Unternehmen um rund zwei beziehungsweise gut vier Prozent. Zuvor hatte Men's Wearhouse ein feindliches Übernahmeangebot für den Rivalen vorgelegt. Dagegen fielen Twitter um vier Prozent, nachdem der Titel von Morgan Stanley heruntergestuft wurde. Die Anteilsscheine von eBay verbilligten sich um drei Prozent. Morgan Stanley hatte die Internet-Plattform zuvor auf "neutral" herabgestuft.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 670 Millionen Aktien den Besitzer. 1386 Werte legten zu, 1632 gaben nach und 107 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,26 Milliarden Aktien 944 im Plus, 1636 im Minus und 113 unverändert.

Von

rtr

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