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05.04.2011

22:31 Uhr

Börse New York

Gewinnmitnahmen bremsen US-Börsen aus

Die Leitzinserhöhung in China und die Euro-Schuldenkrise sind für US-Anleger weit weg. Die US-Börsen schlossen uneinheitlich. Gewinnmitnahmen hielten den Aufwärtstrend an.

Viele Nachrichten strömen heute auf die Broker an der New Yorker Wall Street. Quelle: dpa

Viele Nachrichten strömen heute auf die Broker an der New Yorker Wall Street.

New YorkGewinnmitnahmen haben den Aufwärtstrend an den US-Börsen am Dienstag gestoppt. Kurz vor Toresschluss nutzten Anleger die Gelegenheit und machten Kasse. Stärkere Verluste verhinderten die Technologiewerte, die von der Großfusion in der Chipbranche profitierten. Der Zusammenschluss der Chip-Konzerne Texas Instruments und National Semiconductor rückte die Schuldenkrise in Portugal und die erneute Leitzinserhöhung in China etwas in den Hintergrund.

„Der Markt gewöhnt sich langsam an die Zinserhöhungen in China und die Bedenken sind kleiner geworden, dass dies das weltweite Wirtschaftswachstum entgleisen lässt“, sagte Strategieexperte Jeff Kleintop von LPL Financial in Boston. Kaum reagierte der Markt auch auf die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der US-Notenbank Fed. Die Vertreter der Zentralbank sind sich teil uneins über die künftige Strategie und richtigen Zeitpunkt für einen Ausstieg aus der sehr lockeren Geldpolitik. Zuvor war bereits Fed-Chef Ben Bernanke dem Eindruck entgegengetreten, die Fed überdenke wegen drohenden Inflationsgefahren ihre aktuelle Geldpolitik.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von knapp 0,1 Prozent auf 12.393 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 12.353 und 12.438 Stellen.

Der breiter gefasste S&P-500 ging den zweiten Tag in Folge unveränderte bei 1332 Zählern aus dem Handel.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,1 Prozent auf 2791 Punkte.

Der Dax in Frankfurt schloss unverändert bei 7175 Stellen.

Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stand die größte Fusion in der Chipbranche seit Jahren. Texas Instruments schluckt für rund 6,5 Milliarden Dollar den Konkurrenten National Semiconductor. National-Semiconductor-Aktien schossen 71 Prozent in die Höhe. Die Papiere von Texas Instruments gewannen 1,7 Prozent.

Auch andere Fusionsnachrichten sorgten für gute Laune auf dem Parkett. Procter & Gamble will seine Kartoffelchips-Marke Pringles für 1,5 Milliarden Dollar in Aktien an Diamond Foods verkaufen. Procter & Gamble-Papiere gaben 0,9 Prozent nach, Diamond-Aktien kletterten 6,7 Prozent.

Aufsehen erregte auch die Neugewichtung des Nasdaq 100. Die Aktien von Apple sollen ab dem 2. Mai nur noch 12,33 Prozent anstatt derzeit 20,49 Prozent des Börsenbarometers ausmachen, wie der Betreiber mitteilte. Die Aktien des iPad- und iPhone-Herstellers fielen um 0,7 Prozent. Die Papiere von Microsoft, Oracle, Intel, Cisco Systems und Google haben künftig mehr Gewicht bei der Nasdaq. Microsoft-Aktien legten 0,9 Prozent zu.

Die Google-Anteilsscheine gehörten zu den größten Verlierern. Einem Bericht von Bloomberg zufolge erwägt die US-Kartellbehörde Ermittlungen gegen den US-Konzern wegen Wettbewerbsverstößen. Es gebe den Verdacht, dass Google als Branchenprimus seine Dominanz auf dem Suchmaschinenmarkt ausgenutzt habe. Die Aktie gab 3,2 Prozent nach.

Auf der Konjunkturseite schauten die Anleger nach China. Im Kampf gegen die steigende Inflation zog die Notenbank der Volksrepublik die geldpolitischen Zügel zum vierten Mal seit Oktober an. Damit versucht China eine konjunkturelle Überhitzung zu vermeiden.

An der New York Stoch Exchange wechselten rund 730 Millionen Aktien den Besitzer. 1629 Werte legten zu, 1312 gaben nach und 128 blieben unverändert.

An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,95 Milliarden Aktien 1328 Werte im Plus, 1270 im Minus und 130 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 16/32 auf 101-06/32. Sie rentierten mit 3,487 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben um 13/32 auf 103-01/32 nach und rentierten mit 4,506 Prozent.

Von

rtr

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