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07.10.2014

00:20 Uhr

Börse New York

Gewinnmitnahmen drücken Kauflust an der Wall Street

Die Partylaune an der Wall Street ist erst einmal vorbei. Nach guten Daten und entsprechendem Handelsauftakt drückten Gewinnmitnahmen die US-Börsen ins Minus. Die Werte von Rio Tinto legten hingegen einen Kurssprung hin.

Händler an der New Yorker Börse. Die Rally an der Wall Street geht weiter. dpa

Händler an der New Yorker Börse. Die Rally an der Wall Street geht weiter.

New YorkDie US-Börsen haben am Montag nach einem Auf und Ab im Minus geschlossen. Zu Beginn wirkte noch die positive Stimmung vom Freitag nach, als ein überraschend guter Arbeitsmarktbericht die Börsianer zu der Einschätzung gebracht hatte, die Konjunktur in der weltgrößten Volkswirtschaft entwickle sich besser als zuletzt gedacht. Zudem waren HP-Aktien gefragt, nachdem der Technologie-Konzern ankündigt hatte, das Drucker- und PC-Geschäft abzuspalten.

Im Handelsverlauf gaben die Kurse dann aber nach und die Börsen drehten ins Minus. So fielen die Papiere im Index der Halbleiter-Unternehmen (SOX), angeführt von Micron Technologies. Ausgelöst wurde dieser Rutsch von der Ankündigung Samsungs, für 14,7 Milliarden Dollar eine neue Chipfabrik zu bauen. Micron verloren gut vier Prozent. Der SOX fiel um 0,83 Prozent. Offenbar besteht die Befürchtung, die US-Unternehmen könnten im Wettbewerb mit den Südkoreanern zurückfallen.

Auch bei den Konsumwerten zeigte der Trend nach unten. Händlern zufolge nahmen Anleger Gewinne mit nach dem starken Kursanstieg vom Freitag. Nike verloren 1,18 Prozent und Priceline 1,89 Prozent.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16.992 Punkten 0,1 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 16.930 und 17.099 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1965 Zählern 0,16 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 0,47 Prozent und schloss bei 4455 Punkten. In Frankfurt war der Dax mit 9209 Punkten und damit einem Plus von 0,15 Prozent aus dem Handel gegangen.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Im Handel sei Nervosität zu spüren, bevor die ersten Unternehmen in dieser Woche ihre Geschäftszahlen zum dritten Quartal veröffentlichten, sagte ein Marktstratege. „Wir sind besorgt, wie die Firmenmanager den starken US-Dollar und dessen Auswirkung auf die Auslandsumsätze ihrer Firmen kommentieren werden“, fügte er hinzu. Eingeläutet wird die Berichtssaison traditionell vom Aluminiumkonzern Alcoa an diesem Mittwoch.

Abseits der Berichtssaison machte Hewlett-Packard (HP) mit einer geplanten Aufspaltung Schlagzeilen. Der Computer- und Druckerhersteller will seine Geschäfte künftig in zwei getrennten Unternehmen fortführen, die beide an der Börse notiert sein sollen. Zugleich forciert HP den laufenden Stellenabbau. Insgesamt sollen 55 000 Arbeitsplätze wegfallen. Bei Investoren kamen die Nachrichten gut an: Die Aktien verteuerten sich um 4,74 Prozent.

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