Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2011

15:12 Uhr

Börse New York

Goldman belastet Wall Street

Die Anleger hatten deutlich mehr erwartet: Ein Gewinneinbruch bei Goldman Sachs hat den Hoffnungen auf eine starke Berichtssaison der US-Unternehmen am Mittwoch einen Dämpfer versetzt. Auch das glänzende Ergebnis von Apple verblasste vor den schwachen Goldman-Zahlen.

Händler an der Wall Street: Die Berichtssaison sorgt für Spannung. DAPD

Händler an der Wall Street: Die Berichtssaison sorgt für Spannung.

HB NEW YORK. Ein Gewinneinbruch bei Goldman Sachs hat den US-Börsen am Mittwoch einen Dämpfer verpasst. Auch das glänzende Quartalsergebnis von Apple konnte die Enttäuschung über die US-Großbank nicht wettmachen. Nach dem vielversprechenden Start in die Berichtssaison erhielt der Konjunkturoptimismus der Anleger damit einen Rückschlag.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit 0,1 Prozent im Minus bei 11.825 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 11.861 und 11.798 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor ein Prozent auf 1281 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gab rund 1,5 Prozent auf 2725 Punkte nach.

JP Morgan hatte die Berichtssaison der Banken am Freitag noch mit einer glänzenden Bilanz eingeläutet. Goldman Sachs versetzte den Hoffnungen auf eine gute Geschäftsentwicklung in der Finanzbranche nun einen empfindlichen Schlag. Vor allem Einbußen im Anleihehandel belasteten das Ergebnis des erfolgsverwöhnten Instituts. Mit einem Überschuss von 2,2 Milliarden Dollar büßte die Bank im vierten Quartal gut die Hälfte ihres Gewinns ein. Hinter den Erwartungen zurückblieb das Geldhaus vor allem bei den Einnahmen, weswegen sich viele Anleger von Goldman-Papieren trennten. Einige Analysten hatten gehofft, dass sich Goldman dem Abwärtstrend an den Bondmärkten mit gezielten Absicherungsmaßnahmen entziehen kann. Die Aktie gab 4,7 Prozent nach und zog andere Branchenwerte mit in die Tiefe. Die Papiere des größten US-Geldhauses Bank of America, das am Freitag seine Zahlen vorlegt, verloren 4,2 Prozent. „Wenn Goldman schon nicht glänzen kann, muss man allen anderen viel Glück wünschen“, sagt Simon Maughan, Analyst bei MF Global in London.

Auch die viertgrößte US-Bank Wells Fargo konnte die Anleger nicht restlos überzeugen. Der Gewinnanstieg von gut 20 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar ging vor allem auf die Auflösung von Rückstellungen für faule Kredite zurück. Die Aktie verlor rund zwei Prozent. Erst am Dienstag hatte die Citigroup-Bilanz die Anleger enttäuscht.

Einen Abschlag von 2,4 Prozent mussten die Titel von American Express hinnehmen. Der Kreditkarten-Anbieter verdiente wegen hoher Restrukturierungskosten zum Jahresende weniger als erwartet.

Anders sah es zunächst bei Apple aus: Mit seinem am Vorabend veröffentlichten Rekordquartal zerstreute der iPad-Hersteller vorerst die Sorgen der Anleger über die neue Zwangspause von Konzernchef Steve Jobs. Die Verkäufe in allen wichtigen Produktreihen übertrafen im ersten Vierteljahr des Geschäftsjahres die Erwartungen. Der Konzern steigerte seinen Gewinn binnen Jahresfrist um 78 Prozent auf sechs Milliarden und den Umsatz um 71 Prozent auf 26,7 Milliarden Dollar.Die Apple-Aktie konnte ihre anfänglichen Gewinne aber nicht halten und schloss 0,5 Prozent tiefer.

Auch IBM überraschte mit einem Gewinnplus. Der IT-Gigant profitierte vor allem von einem anziehenden Servicegeschäft. Die Aktie kletterte 3,4 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,08 Milliarden Aktien den Besitzer. 673 Werte legten zu, 2319 gaben nach und 109 blieben unverändert. An derNasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,17 Milliarden Aktien 460 im Plus, 2218 im Minus und 67 unverändert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×