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09.03.2012

22:37 Uhr

Börse New York

Griechenland bremst schwungvolle Wall Street

Die amerikanische Wirtschaft zeigt weitere Anzeichen der Erholung. Doch nachdem die neuesten Arbeitsmarkt-Daten die Händler gut gestimmt hat, bremsten die neuesten Entwicklungen im verschuldeten Griechenland.

Händler an der Wall Street: Die US-Jobdaten fielen besser aus als erwartet. AFP

Händler an der Wall Street: Die US-Jobdaten fielen besser aus als erwartet.

New YorkDie US-Börsen haben zum Wochenausklang den dritten Tag in Folge Gewinne verbucht. Die überraschend positive Entwicklung des US-Arbeitsmarkts sorgte für Zuversicht an der Wall Street. Die US-Wirtschaft schuf im Februar mehr Jobs als erwartet - ein Hinweis darauf, dass der Aufschwung in der weltgrößten Volkswirtschaft auf solider Basis fußt.

„Die Arbeitsmarktdaten haben geholfen, den Aufwärtstrend zu stützen“, sagte Jim Russel von U.S. Bank Wealth Management. „Sie sorgen auf jeden Fall für mehr Vertrauen.“ Gedeckelt wurden die Gewinne von der Entscheidung des Internationalen Derivateverbands ISDA, den Forderungsverzicht der privaten Gläubiger gegenüber Griechenland als Kreditereignis einzustufen. Damit werden Kreditausfallversicherungen auf griechische Staatsanleihen fällig.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verabschiedete sich 0,1 Prozent höher bei 12.922 Punkten aus dem Handel. Im Tagesverlauf pendelte der Leitindex zwischen 12.906 und 12.968 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,4 Prozent auf 1370 Zähler zu und die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 2988 Stellen. Auf Wochensicht verlor der Dow Jones 0,4 Prozent, der S&P 500 legte 0,1 Prozent und die Nasdaq 0,4 Prozent zu.

Die Zahl der Beschäftigten stieg im vergangenen Monat nach Angaben des US-Arbeitsministeriums um 227.000. Analysten hatten mit einem Plus von lediglich 210.000 gerechnet. Damit entstanden bereits den dritten Monat in Folge mehr als 200.000 Jobs - das hat es seit rund einem Jahr nicht mehr gegeben.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Die Arbeitslosenquote blieb mit 8,3 Prozent auf einem Drei-Jahres-Tief. „Der Arbeitsmarkt liefert einen weiteren Hinweis dafür, dass der Aufschwung an Breite gewinnt“, sagte Ryan Sweet von Moody's Analytics.

Die Rechnung der Experten ist einfach: Je mehr Menschen in den USA arbeiten und somit auch Geld verdienen, umso mehr kann konsumiert werden. Für die US-Konjunktur ist das entscheidend, denn sie hängt zum Großteil von der Kauflaune der Verbraucher ab.

Zu den Gewinnern zählten entsprechend Papiere von Autobauern wie General Motors, die 0,6 Prozent zulegten, und Ford, die sich um ein Prozent verteuerten. Die Apple -Aktie stieg um 0,6 Prozent. Ein Prozent abwärts ging es dagegen mit den Anteilscheinen von Texas Instruments.

Der Chiphersteller hat für das erste Quartal eine Gewinnwarnung ausgegeben. Allerdings gab sich der Infineon -Rivale auch zuversichtlich, dass im zweiten Quartal das Umsatzwachstum wieder an Fahrt gewinnen werde.

Die Havarie des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ verhagelte der Muttergesellschaft Carnival die Bilanz. Die weltgrößte Kreuzfahrt-Reederei wies für das im Februar zu Ende gegangene zweite Quartal einen Verlust von 139 Millionen Dollar aus. Die Carnival-Aktie verlor 1,2 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 720 Millionen Aktien den Besitzer. 2072 Werte legten zu, 890 gaben nach und 116 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,57 Milliarden Aktien 1789 im Plus, 725 im Minus und 96 unverändert.

Von

rtr

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