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08.01.2014

22:56 Uhr

Börse New York

Gute Jobdaten lassen Börsianer kalt

In den USA sind jüngst mehr Jobs entstanden, als Analysten erwartet hatten, doch die Händler an der Wall Street machten keine Freudensprünge. Viele richten ihren Blick auf die bevorstehende Berichtsaison.

Händler an der NYSE: Die jüngsten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt geben Spekulationen um einen weitere Drosselung der Fed-Anleihekäufe neue Nahrung. ap

Händler an der NYSE: Die jüngsten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt geben Spekulationen um einen weitere Drosselung der Fed-Anleihekäufe neue Nahrung.

New YorkUnerwartet gute Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben die Anleger am Mittwoch eher kalt gelassen. Die US-Unternehmen schufen im Dezember so viele Stellen wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Die Zahl der neuen Jobs erhöhte sich der Agentur ADP zufolge um 238.000, während Analysten nur 200.000 erwartet hatten. Auch das jüngste Protokoll der US-Notenbank Federal Reserve, das im Handelsverlauf veröffentlicht wurde, brachte kaum Impulse.

Viele Investoren richteten zudem ihren Blick auf den bevorstehenden Beginn der US-Berichtsaison am Donnerstag sowie den mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktbericht der Regierung am Freitag. "Die Händler verdauen die jüngste Kursrally und warten auf weitere Informationen", sagte Paul Nolte vom Vermögensverwalter Dearborn Partners in Chicago.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16.462 Punkten 0,41 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 16.416 und 16.528 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1837 Zählern ohne nennenswerte Veränderung aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,3 Prozent und schloss bei 4165 Punkten. In Frankfurt schloss der Dax mit 9497,84 Punkten 0,1 Prozent im Minus. Auch der EuroStoxx50 kam kaum vom Fleck.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Das Interesse der Anleger zog die Pharma-Branche mit weiteren Fusionen an. Zu den Gewinnern des Tages zählten die Aktien von Forest Laboratories mit einem Kursanstieg von fast 18 Prozent. Das Pharmaunternehmen übernimmt für 2,9 Milliarden Dollar den kanadischen Rivalen Aptalis, um Zugang zu dessen Lungen- und Magen-Darm-Medikamenten zu erhalten. NuPathe schossen dank eines Übernahmeangebots von Teva sogar um 35,6 Prozent in die Höhe. Micron Technology legten gut neun Prozent zu, weil der Konzern einen unerwartet hohen Quartalsgewinn vermeldete.

Für reichlich Spekulationen sorgte das Tauziehen um die Übernahme des Pharmahändlers Celesio durch den US-Konzern McKesson. Bislang haben erst etwa drei Prozent der Aktionäre die Übernahmeofferte von 23 Euro je Aktie angenommen. Die Angebotsfrist läuft aber am Donnerstag um 24 Uhr aus. Damit der Deal klappt, muss McKesson bis dahin 75 Prozent der Aktionäre für sich gewonnen haben. Reuters erfuhr nun aus Insiderkreisen, dass McKesson dem US-Hedgefonds Elliot - er könnte die Transaktion vereiteln - Zugeständnisse machen will. Dabei dürfte es um eine Erhöhung des Angebots gehen, vermutete ein Händler. Die Celesio-Aktie sprang in Frankfurt um 9,3 Prozent in die Höhe auf 24,50 Euro und lag damit so hoch wie seit Mai 2010 nicht mehr. McKesson notierten in New York etwa fünf Prozent höher.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 755 Millionen Aktien den Besitzer. 1292 Werte legten zu, 1717 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,33 Milliarden Aktien 1228 im Plus, 1325 im Minus und 139 unverändert.

Von

rtr

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