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12.08.2014

00:02 Uhr

Börse New York

Hoffen auf Krisen-Eindämmung treibt Wall Street an

Eine Eskalation in der Ukraine-Krise scheint weniger wahrscheinlich - das verhalf der Wall Street zu einem Plus. Eine Übernahmeofferte treibt die Aktie des Bananenkonzerns Chiquita um 31 Prozent die Höhe.

Händler an der New Yorker Börse im Arbeitseifer. Die Kurse an der Wall Street steigen weiter. ap

Händler an der New Yorker Börse im Arbeitseifer. Die Kurse an der Wall Street steigen weiter.

New YorkHoffnungen auf eine Eindämmung der Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten haben der Wall Street zum Wochenstart Auftrieb gegeben. "Zumindest bis auf weiteres scheint die Situation in der Ukraine einigermaßen unter Kontrolle", sagte Anlagestratege Eric Teal von First Citizens Bancshares. Zudem habe die Irak-Krise trotz andauernder Kämpfe eine eher begrenzte Auswirkung auf die Rohstoffmärkte.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16.569 Punkten 0,1 Prozent im Plus. Im Verlauf pendelte er zwischen 16.557 und 16.627 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1936 Zählern knapp 0,3 Prozent höher aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent und schloss bei 4401 Punkten. In Frankfurt war der Dax mit 9180 Punkten und damit einem Plus von 1,9 Prozent aus dem Handel gegangen.

Die russische Regierung hatte am Freitagabend die Übungen der Streitkräfte nahe der Grenze zur Ost-Ukraine für beendet erklärt. Das hatte der Wall Street bereits zum Wochenschluss deutlich Auftrieb gegeben. Allerdings stufte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Montag die Wahrscheinlichkeit einer russischen Invasion in der Ostukraine als sehr hoch ein. Eine gewisse Entspannung gab es ferner im Gazastreifen. Eine von der radikalislamischen Hamas und Israel ausgerufene Feuerpause hatte zunächst Bestand.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

Unter den US-Einzelwerten ragten Chiquita Brands International heraus, die rund 30 Prozent in die Höhe schossen. Der Bananenhändler sieht sich mit einer Übernahmeofferte des Saftherstellers Cutrale und des brasilianischen Finanzinvestors Safra Group konfrontiert.

MannKind zogen fast fünf Prozent an. Das Pharmaunternehmen hat eine umfangreiche Lizenzvereinbarung mit dem französischen Branchenriesen Sanofi vereinbart.

Ebenfalls steil nach oben ging der Kurs von Kinder Morgan, der knapp neun Prozent zulegte. Der Betreiber von Öl- und Gaspipelines will seine börsennotierten Sparten unter einem Dach bündeln. Der Deal hat ein Gesamtvolumen von 70 Milliarden Dollar. Das Management kommt damit Investoren entgegen, die sich um die Wachstumsaussichten sorgen und die Finanzstruktur des Konzerns für zu kompliziert halten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 593 Millionen Aktien den Besitzer. 2234 Werte legten zu, 798 gaben nach und 125 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,52 Milliarden Aktien 1973 im Plus, 731 im Minus und 121 unverändert.

Auch bei den US-Staatsanleihen stand die Hoffnung auf eine politischen Entspannung im Fokus. Die zehnjährigen Papiere fielen um 2/32 auf 100-21/32. Sie rentierten mit 2,42 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben um 6/32 auf 102-20/32 und hatten eine Rendite von 3,23 Prozent.

Von

rtr

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