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07.08.2012

22:54 Uhr

Börse New York

Hoffnung auf EZB-Aktion gibt Wall Street Auftrieb

Die Wall Street hat erneut im Plus geschlossen. Der Dow Jones legt wieder zu. Den dritten Tag in Folge. Anleger setzen auf einen Markteingriff der Notenbanken. Nicht nur die Europäische Zentralbank ist jetzt am Drücker.

Ein Börsianer an der Wall Street nutzt sein portables Händler-Terminal. Die Parkett-Romantik früherer Zeiten, als man noch per Zuruf einen Aktien-Deal abwickelte, ist längst Geschichte. (Foto:Richard Drew/AP/dapd) dapd

Ein Börsianer an der Wall Street nutzt sein portables Händler-Terminal. Die Parkett-Romantik früherer Zeiten, als man noch per Zuruf einen Aktien-Deal abwickelte, ist längst Geschichte. (Foto:Richard Drew/AP/dapd)

DüsseldorfDie Wall Street setzt beharrlich auf Eingriffe der Europäischen Zentralbank im Kampf gegen die Schuldenkrise. Die wichtigsten Indizes legten am Dienstag den dritten Tag in Folge in der Hoffnung auf weitere Schritte der EZB zu - Händler vertrauten darauf, dass die Notenbank mit dem Kauf von spanischen und italienischen Anleihen den Schuldenstaaten unter die Arme greifen und so den Euro verteidigen wird. Dass die deutsche Industrie im Juni wegen der Konjunkturflaute und der Krise das größte Auftragsminus seit November verbuchte, bestärkte die Investoren in ihrer Überzeugung, sagten Analysten. "Die Daten werden die EZB zwingen, etwas zu tun und wahrscheinlich auch die Fed dazu verleiten", sagte Peter Cardillo, Chef-Marktstratege bei Rockwell Global Capital.

Der Tag an den Märkten (17:35 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent höher bei 13.168 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte 0,5 Prozent auf 1401 Zähler - damit überschritt er erstmals seit dem 3. Mai die Schwelle von 1400 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,9 Prozent auf 3015 Stellen. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 6967 Stellen aus dem Handel.

Der Präsident der Fed von Boston, Eric Rosengreen, heizte die Hoffnungen auf Unterstützung durch die Notenbanken an. In einem Interview der "New York Times" sagte er, dass die US-Notenbank Fed so lange Hypothekenpapiere und Staatsanleihen erwerben sollte, bis sie mit dem Zustand der Wirtschaft zufrieden sei. Notenbanker skizzierten derzeit einen Plan, der in Richtung weitere Hilfen ginge. "Wenn Mitglieder der Fed das offen sagen ist das gut und lässt die begründete Vermutung zu, dass es genau in diese Richtung geht", sagte Cardillo. Der Fed-Präsident von Dallas Richard Fisher warnte dagegen ausdrücklich vor neuen Wirtschaftshilfen kurz vor der Präsidentenwahl im November.

Die Woche an den Märkten

Dienstag

Britische und italienische Industrieproduktion sowie italienische Wachstumszahlen, schweizerische Arbeitslosenquote und Verbraucherpreise. Bei den Unternehmen veröffentlichen Zahlen: Bridgestone, Pfeiffer Vacuum, Lanxess, Leoni, Münchener Rück, Air Berlin, Voestalpine, Air France KLM, Walt Disney.

Mittwoch

Deutsche Industrieproduktion, US-Produktivität. Die Bank von Japan beginnt ihre geldpolitische Sitzung. Bei den Firmen liefern Zahlen: Nikon, Axel Springer, Stada, Fraport, Brenntag, Klöckner & Co, Douglas, Heidelberger Druck, Evotec, Freenet, Gigaset, Grammar, SAS, OMV, Swisscom, ING, Rio Tinto, News Corp, J.C. Penney.

Donnerstag

Chinesische Industrieproduktion sowie Erzeuger- und Verbraucherpreise, japanisches Verbrauchervertrauen, Ifo-Wirtschaftsklima für den Euro-Raum, US-Zahlen zum Arbeitsmarkt sowie zur Handelsbilanz. Firmendaten veröffentlichen Rhön Klinikum, Lufthansa, Deutz, Symrise, Bilfinger Berger, Commerzbank, MLP, OVB, Deutsche Telekom, Cewe Color, Jungheinrich, TAG Immobilien, Patrizia Immobilien, Palfinger, Aegon, Aviva, Nestlé, Swiss Re.

Freitag

Chinesischer Außenhandel, deutscher Verbraucherpreisindex, französische Industrieproduktion, US-Einfuhrpreise. Zahlen von Thyssen-Krupp, Rheinmetall, Hannover Rück, TUI, Deutsche Postbank, Drillisch IVG Immobilien, Bechtle.

Auf Unternehmensseite standen die Aktien von Knight Capital erneut im Mittelpunkt. Nachdem Investoren das Überleben des US-Aktienhändlers am Vortag gesichert hatten, legten die Aktien zu Handelsbeginn zunächst kräftig zu. Die Zuversicht der Anleger schien sich jedoch im Handelsverlauf in Luft aufzulösen, denn die Titel schlossen leicht im Minus. In diesem Jahr haben sie rund drei Viertel ihres Wertes eingebüßt, weil eine verheerende Computerpanne Knight vergangene Woche an den Rand des Ruins geführt hatte.

Die Anteilsscheine von Pfizer fielen 2,1 Prozent, nachdem der Pharmakonzern mit Johnson & Johnson die Studien zu einem Alzheimer-Medikament aufgeben hatte. Die Aktien des Partners Elan sowie von Johnson & Johnson verzeichneten beide ebenfalls Verluste.

Die Umsätze blieben wegen der Ferienzeit dünn. An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,73 Milliarden Aktien den Besitzer. 1922 Werte legten zu, 1046 gaben nach und 120 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 1596 im Plus, 880 im Minus und 128 unverändert.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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Kommentare (4)

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Idiots_for_Eurobombs

07.08.2012, 23:30 Uhr

Was an weiteren Geldverschleuderungsaktionen der EZB, die das Problem vor allem auf Kosten Deutschlands verschieben und verschärfen statt zu lösen, Hoffnung machen soll, hätte ich gern mal gewusst. Eine Feuerwehr, in deren Schläuchen Benzin fließt, und Politiker, die entweder nicht durchblicken oder korrumpiert sind, als Hoffnungsträger zu verkaufen, das hat schon was.

Eurobombs

08.08.2012, 00:00 Uhr

Sie sprechen mir aus der Seele.

Europa ist mehr oder weniger am Boden, die Genossen und Grünen erschüttern mit ihren Neidsteuern und Neidabgaben die Leistungsträger. In dem Land lohnt sich Leistung bald nicht mehr.

Wie sollen die Firmen vorankommen und Gewinne abwerfen, wenn die Sozialisten in Europa der Schuldenmacherei Tür und Tor öffnen.

Die Politiker sind unfähig und unwillig, diese Seuche aufzuhalten.

Langsam glaube ich, die europäischen Sozialisten wollen ein baldiges Ende des Euro herbeiführen, damit wir wieder neues Geld drucken können. Dann beginnt der Schlendrian wieder von vorn.

dyndre53

08.08.2012, 01:01 Uhr

Ich kaufe derzeit von meinen "wertlosen" Euronen und von der Zeit die dank der "Retter" noch bleibt: Sämereien,Konserven MHD 2015,Holz,Kohle,Klamotten für die Familie usw.,usw....
Ich sammle derzeit: Erfahrungen, Informationen, EM`s usw.,usw....
Carpe Diem...
PS: Ich habe es mittlerweile aufgegeben, mein "Umfeld" aus seinem Schäfchen-Schlaf zu erwecken!

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