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28.11.2012

23:30 Uhr

Börse New York

Hoffnungsschimmer im Haushaltsstreit hebt die Kurse

Das US-Haushaltsproblem ist in aller Munde. Viele Anleger stellten sich auf lange Verhandlungen ein. Ein erstes Entspannungssignal sorgte für eine gelöstere Stimmung an der Wall Street.

US-Händler auf dem New Yorker Handelsparkett. dpa

US-Händler auf dem New Yorker Handelsparkett.

New YorkNeue Zuversicht der Washingtoner Politik im US-Haushaltsstreit hat am Mittwoch auch an der Wall Street für Optimismus gesorgt. Präsident Barack Obama äußerte die Hoffnung, dass sich seine Demokraten bis Weihnachten mit den Republikanern auf ein Rahmenabkommen einigen könnten. Zuvor hatte bereits Obamas zentraler Gegenspieler, der republikanische Präsident des Repräsentantenhauses John Boehner, Kompromissbereitschaft in dem Konflikt signalisiert.

Schon nach den Äußerungen Boehners drehten die Indizes ins Plus, nach Obamas Worten ging es noch weiter aufwärts. Der Konflikt hält die Anleger seit Wochen in Atem, weil viele die US-Wirtschaft bei einem Scheitern der Verhandlungen auf direktem Weg in eine neue Rezession sehen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 12.989 und einem Tief von 12.765 Punkten. Das Börsenbarometer ging 0,8 Prozent höher bei 12.985 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,8 Prozent auf 1409 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um ebenfalls 0,8 Prozent auf 2991 Stellen. In Frankfurt ging der Dax 0,2 Prozent fester bei 7343 Punkten aus dem Handel. Für die Trendwende von zuvor minus 0,9 Prozent war auch hier maßgeblich die Hoffnung auf eine Beilegung des US-Haushaltsstreits verantwortlich.

Das Ziel der Verhandlungen sei, das langfristige US-Defizit auf eine faire und ausgewogene Art unter Kontrolle zu bringen, sagte Obama. Boehner erklärte, grundsätzlich könnte über Steuereinnahmen verhandelt werden. Allerdings müssten dann gleichzeitig mit Obamas Demokraten spürbare Ausgabenkürzungen vereinbart werden.

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"Wir glauben noch an einen Kompromiss im Kongress, bevor die Bombe der Fiskalklippe hochgeht", Jack Ablin von der BMO Private Bank. Mit dem Begriff der "Fiskalklippe" sind die gefürchteten automatischen Einsparungen zur Jahreswende gemeint, sollten sich die politischen Lager in Washington nicht zusammenraufen.

Einen leichten Dämpfer erhielten die Börsen von den jüngsten Konjunkturzahlen: Im Oktober wurden weniger neue Einfamilienhäuser verkauft, was einen Schatten auf den zuletzt eher positiven Trend im Immobiliensektor warf. Auch die Fed konnte mit ihrem Konjunkturbericht nicht die Sorgen ausräumen, dass sich die Wirtschaft nur langsam aus ihrem Tief herausarbeitet.

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Die Aktien des BlackBerry-Herstellers Research in Motion legten 3,6 Prozent zu. Die Anleger folgten einem Fondsmanager, der sich in großem Stil mit RIM-Papieren eindeckte. Der Schritt wurde von anderen Marktteilnehmern als Vertrauensbeweis vor dem Start einer neuen Produktlinie gewertet, die nach Einschätzung von Beobachtern über die Zukunft des ins Hintertreffen geratenen Smartphone-Pioniers entscheiden könnte.

Noch mehr stachen aber die Titel von Knight Capital heraus, die 14 Prozent in die Höhe schossen. Der Broker hat ein Übernahmeangebot von Getco LLC erhalten. Im Dow waren die Papiere von Hewlett-Packard (HP) mit einem Gewinn von fast drei Prozent Spitzenreiter. Dabei zeigten sich die Aktien gänzlich unbeeindruckt von einer Abstufung des Computer- und Druckerherstellers durch die Ratingagentur Moody's. Ebenfalls gut gefragt waren Titel von Chevron, die um 2,1 Prozent kletterten.

Am unteren Ende des Leitindex standen Cisco mit minus 0,6 Prozent und Boeing mit Abgaben von 0,5 Prozent. Titel von AMD gewannen 4,2 Prozent in Reaktion auf einen Medienbericht, wonach der Hersteller von Computer-Prozessoren seinen Campus in Austin, Texas verkaufen wolle, um seine Liquiditätslage zu verbessern.

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An der New York Stock Exchange wechselten rund 708 Millionen Aktien den Besitzer. 2059 Werte legten zu, 908 gaben nach und 132 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1507 Titel im Plus, 941 im Minus und 111 unverändert.

Kommentare (2)

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Schaarschmidt

28.11.2012, 23:14 Uhr

120 Mrd betrug allein das Defizit der USA im Oktober,trotz Q1,Q2,Q3...und Niedrigstzinsen.Ich glaube nicht,dass die USA ernsthaft sparen wollen ,werden oder gar können,dagegen sprechen deren geoplitische Interessen(Armee),die Strukturen(Wirtschaft) und die Erfahrung(seit Ende von Bretton Woods).

Volksverdummung

28.11.2012, 23:52 Uhr

So sieht es wohl leider aus.
Da hilft scheinbar nicht mal mehr Peter Zwegat XXXXXXL.
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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