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13.10.2017

00:58 Uhr

Börse New York

JP Morgen und Citi im Blick

Mit Blick auf die Berichtssaison haben sich die Anleger an der Wall Street zurückgehalten. Nach Gewinnen im frühen Handel, fielen die führenden Indizes wieder. Die Titel von JP Morgan und Citi standen besonders im Fokus.

Wall Street im Überblick

„Apples Luxusproblem bremst Mobilfunkanbieter“

Wall Street im Überblick: „Apples Luxusproblem bremst Mobilfunkanbieter“

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New YorkMit Blick auf die an Fahrt aufnehmende Berichtssaison haben sich die Anleger an der Wall Street am Donnerstag zurückgehalten. Nach neuen Rekordständen im frühen Handel ließen die führenden US-Indizes im späten Handel Federn.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer bei 22.841 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,2 Prozent auf 2550 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,2 Prozent auf 6591 Punkte. Nach einer langen Gewinn-Serie sei eine Verschnaufpause durchaus in Ordnung, sagte ein Händler.

Im Fokus standen die Quartalsergebnisse der Großbanken JP Morgan und Citigroup. Erstere profitierte von den steigenden Zinsen in den USA und einer stärkeren Kreditvergabe und wies einen um sieben Prozent gewachsenen Milliardengewinn aus. Citi half dagegen vor allem ein Einmaleffekt und Kostensenkungen. Die Titel von JP Morgan und Citi fanden zunächst keine klare Richtung. Später sanken JPMorgan knapp ein Prozent und Citigroup um 3,4 Prozent.

Diverse US-Banken hatten bereits im Sommer vor einem mauen Handelsgeschäft gewarnt. Am Freitag öffnen Bank of America and Wells Fargo ihre Bücher.

AT&T-Aktien brachen 6,1 Prozent ein. Hohe Instandsetzungskosten nach den Wirbelstürmen in den USA und dem Erdbeben in Mexiko hinterließen in der Bilanz des Mobilfunkanbieters tiefe Spuren.

Zu den Verlierern zählte auch Disney mit einem Kursminus von 1,6 Prozent. Die Analysten von Guggenheim hatten ihre Kaufempfehlung kassiert und die Aktien auf „neutral“ heruntergestuft.

Viacom-Papiere sackten um 2,5 Prozent ab und erreichten zwischenzeitlich den niedrigsten Stand seit mehr als acht Jahren. Der Medienkonzern hatte mitgeteilt, dass die Kunden des Kabelnetzbetreibers Charter Communications möglicherweise bald auf die Viacom-Sender MTV, Comedy Central und Nickelodeon verzichten müssen. Denn beide Seiten hätten sich bislang nicht über eine Verlängerung des am 15. Oktober auslaufenden Sendevertrags einigen können, hieß es.

In Frankfurt knackte der Dax nach mehreren vergeblichen Anläufen am Donnerstagnachmittag zwar erstmals die 13.000-Punkte-Marke. Doch Euphorie hat er damit bei den Anlegern nicht ausgelöst. „Die politischen Krisen sind ja nicht alle auf einmal verschwunden“, sagte ein Händler.

Zudem fürchten einige, die Rally sei übertrieben. Viele Experten rechneten aber damit, dass die gut laufenden Geschäfte der großen Unternehmen den deutschen Leitindex noch weiter in die Höhe hieven werden. Mit rund 12.983 Punkten schloss der Dax unter dem zeitweise aufgestellten neuen Rekord von 13.002 Zählern und mit einem minimalen Plus von 0,1 Prozent. Der EuroStoxx50 kam ebenfalls kaum vom Fleck.

Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

5. Juni 2014

Erstmals in seiner Historie ist der Dax fünfstellig. Um 14:33 Uhr knackt der deutsche Leitindex die magische Marke und steigt bis auf 10.014 Punkte.

22. Januar 2015

EZB-Präsident Mario Draghi beschließt ein Anleihekaufprogramm im Stile der Federal Reserve. Die Zentralbank wird bis September 2016 Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 60 Millionen Euro aufkaufen. Insgesamt sollen so 1,14 Billionen in die Märkte gespült werden. Der Dax springt nach nervösen Pendelbewegungen auf ein Rekordhoch von 10.454 Punkten. In den folgenden Tagen hält die Hausse an, am 13. Februar springt der Dax das erste Mal über in seiner Geschichte über die 11.000-Punkte-Marke. Damit sollte die Rekordjagd aber gerade erst beginnen.

16.März 2015

Bereits wenige Wochen nach der Eroberung der 11.000-Punkte steht ein weiterer Meilenstein der Dax-Geschichte auf der Börsen-Agenda. Der Leitindex klettert zum ersten Mal über 12.000 Punkte. Weder der Konflikt in der Ostukraine noch der sich immer weiter zuspitzende Schuldenstreit scheinen die Börsenteilnehmer groß zu stören. Sie kaufen Aktien und befeuern die Hausse.

14. Juni 2017

In Erwartung einer positiven Zinsentscheidung der US-Notenbank knackt der Dax das erste Mal im Laufe seiner Geschichte die 12.900 Punkte und erreicht schließlich sein Allzeithoch von 12.921 Punkten. Schon in den Monaten zuvor hatte der Dax im Anschluss an den Erfolg des europafreundlichen Politikers Emmanuel Macron bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich seinen Höchststand mehrfach verbessert.

20. Juni 2017

Einen Tag vor der Sommersonnenwende des Jahres 2017 treiben Dax-Anleger das deutsche Börsenbarometer erneut auf einen Rekord. Im Verlauf des Handelstages steigt der Dax auf 12.952 Punkte. Es sollte ein schwieriger Sommer folgen.

9. Oktober 2017

Nach einem starken September, der ganz anders ausfiel als sein Ruf auf dem Parkett, setzten die Dax-Anleger ihren Angriff auf die 13.000 Punkte im Oktober fort. Bis auf drei Punkte kam der Frankfurter Platzhirsch ran an die historische Marke. Für mehr als das Allzeithoch von 12.997 Punkten reichte es am Montag aber nicht.

Belastet von robusten US-Konjunkturdaten stand der Kurs des Euro am Donnerstag auch im US-Handel etwas unter Druck. Zuletzt wurde die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,1832 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1856 US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8435 Euro gekostet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 790 Millionen Aktien den Besitzer. 1511 Werte legten zu, 1356 gaben nach und 185 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von zwei Milliarden Aktien 1221 im Plus, 1680 im Minus und 212 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 5/32 auf 99-11/32. Die Rendite sank auf 2,327 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 12/32 auf 97-28/32 und rentierte mit 2,857 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit einer starken Nachfrage nach Staatspapieren bei einer milliardenschweren Bond-Auktion durch das US-Finanzministerium.

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