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20.09.2013

23:42 Uhr

Börse New York

Katerstimmung an der Wall Street

An der Wall Street herrscht nach der Fed-Rally Ernüchterung. Für einen Dämpfer sorgten vor allem die Aussagen Bullards. Aufregung gab es kurz vor Börsenschluss wegen Blackberry: Die Aktie stürzte um 17 Prozent ab.

Business as usual: Für die US-Händler steht nach dem Trubel um die Federal Reserve wieder ein „normaler“ Handelstag an. AFP

Business as usual: Für die US-Händler steht nach dem Trubel um die Federal Reserve wieder ein „normaler“ Handelstag an.

Die Freude der Aktienanleger über die Fortsetzung der ultra-lockeren US-Geldpolitik ist am Freitag verpufft. "Nach der gestrigen Fed-Party setzt die Katerstimmung ein", sagte Guy Foster, Chef der Anlagestrategie des Vermögensberaters Brewin Dolphin. Für einen Dämpfer sorgten vor allem Aussagen von James Bullard. Der Chef der Federal Reserve Bank von St. Louis, der im Fed-Offenmarktausschuss (FOMC) die US-Geldpolitik mitbestimmt, signalisierte in einem Interview mit "Bloomberg TV" eine leichte Drosselung der Wertpapierkäufe bereits im Oktober.

Angesichts des vierfachen Verfalls an diesem Freitag war das Handelsvolumen ungewöhnlich groß, weil Anleger diejenigen Werte, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollten. Abgerechnet werden dabei Index-Optionen, Index-Futures, Aktien-Optionen und Futures auf einzelne Aktien.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,2 Prozent schwächer mit rund 15.451 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,7 Prozent auf 1709 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte 0,4 Prozent ab auf 3774 Punkte. Im Wochenvergleich verbesserte sich der Dow jedoch um 0,6 Prozent, der S&P-500 um 1,3 Prozent und die Nasdaq um 1,4 Prozent. Der Dax verabschiedete sich 0,2 Prozent tiefer bei 8675,73 Punkten in den Feierabend. Im Vergleich zur Vorwoche legte er aber zwei Prozent zu.

Zu den Aussagen von Bullard sagte ein Börsianer: "Das ist etwas komplett anderes als das, was die Leute nach den Aussagen vom Mittwoch erwartet hatten." Anleger waren davon ausgegangen, dass die US-Notenbank noch mindestens bis Dezember monatlich 85 Milliarden Dollar durch den Kauf von Anleihen und Immobilienpapieren in die Finanzmärkte pumpt.

Der ums Überleben kämpfende Smartphone-Hersteller BlackBerry gab kurz vor Handelsschluss einen riesigen Verlust und Massenentlassungen bekannt. Branchenexperten und Börsianer zeigten sich entsetzt über die dramatische Talfahrt des Unternehmens: Die Aktie stürzte deshalb in New York um 17 Prozent ab.

Positiv stachen dagegen die neuen Aktien von FireEye heraus: Die Titel des Unternehmens für Cyber-Sicherheit notierten am Tag ihrer Erstnotiz fast doppelt so hoch wie der Ausgabepreis. Genauso erging es den Aktien der auf Werbungstechnologie spezialisierten Rocket Fuel, die sich bei ihrem Debüt ebenfalls im Wert verdoppelten.

Goodyear -Papiere konnten ihre anfänglich deutlichen Gewinne nicht halten und schlossen nahezu unverändert. Der US-Reifenhersteller hatte ein 100 Millionen Dollar schweres Aktien-Rückkaufprogramm angekündigt. Außerdem will das Unternehmen erstmals seit 2002 wieder eine Quartalsdividende zahlen.

Microsoft -Aktien gaben dagegen 2,5 Prozent nach. Der scheidende Konzernchef Steve Ballmer räumte bei einer emotionalen Abschiedsrede vor Investoren Fehler ein. Er gräme sich wegen des verpassten Einstiegs des weltgrößten Softwarekonzerns in den florierenden Smartphone-Markt, sagte Ballmer vor Finanzanalysten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,04 Milliarden Aktien den Besitzer. 843 Werte legten zu, 2167 gaben nach und 86 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,39 Milliarden Aktien 1191 im Plus, 1364 im Minus und 69 unverändert.

Von

rtr

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