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06.08.2014

00:16 Uhr

Börse New York

Kauflaune an der Wall Street wieder verflogen

Konjunkturdaten und schwache Unternehmensbilanzen lasten auf den US-Börsen. Die Kauflaune, die gestern aufgekommen war, ist damit auch schon wieder weg. Der Dow Jones weitete seine Verluste im Handelsverlauf aus.

Händler an der New Yorker Börse. AFP

Händler an der New Yorker Börse.

New YorkDie US-Aktienbörsen sind am Dienstag wieder auf Talfahrt gegangen. Die leichte Erholung vom Montag erwies sich damit als nicht nachhaltig. Vielmehr überwogen Börsianern zufolge die Sorgen über eine unerwartet frühe Anhebung der US-Zinsen. Auslöser dafür waren überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA.

Hinzu kam die Furcht vor einer Verschärfung des Konfliktes zwischen Russland und dem Westen. So hatte Kremlchef Wladimir Putin mit einer Reaktion auf die Sanktionen der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten gegen sein Land im Ukraine-Konflikt gedroht. Die USA äußerten sich besorgt über eine Verstärkung russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine.

Der Dow Jones Industrial fiel um 0,84 Prozent auf 16 429,47 Punkte. So tief stand das bekannteste Börsenbarometer der Welt zuletzt im Mai. Am Montag hatte der US-Leitindex noch einen kleinen Teil seiner Verluste der vergangenen Woche wieder wettgemacht. Für den wichtigen marktbreiten S&P-500-Index ging es am Dienstag um 0,97 Prozent auf 1920,21 Punkte nach unten. An der Technologiebörse fiel der Nasdaq 100 um 0,87 Prozent auf 3874,94 Punkte.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Anleger fürchten, dass die Notenbank ihre konjunkturstützende Nullzinspolitik zügiger zurückfährt, wenn sich die Wirtschaft in den USA schnell erholt. Darauf könnten die jüngsten Wirtschaftsnachrichten hindeuten: So wird die Stimmung im Dienstleistungssektor immer besser. Zudem hatte die US-Industrie im Juni mehr Aufträge als erwartet erhalten.

Als weitere Belastung kamen schwache Konjunkturdaten aus China hinzu. Dort hatte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor im Juli deutlich eingetrübt. Aktien des Versicherers AIG konnten sich der wieder etwas eingetrübten Marktstimmung nicht entziehen und büßten ihre Gewinne aus dem frühen Handel ein. Zum Handelsschluss gaben die Papiere um 0,87 Prozent nach.

Das Unternehmen, das in der Finanzkrise am Rande der Pleite gestanden hatte und nur durch ein staatliches Rettungspaket überlebte, verbuchte im zweiten Quartal ein sattes Gewinnplus. Der scheidende AIG-Chef Robert Benmosche konnte einen Überschuss von fast 3,1 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) vorweisen, das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Papiere von Target fielen als einer der schwächsten Werte im S&P 500 um 4,40 Prozent. Die Warenhauskette hatte ihr Gewinnziel für das zweite Quartal gesenkt. Hintergrund sind die massiven Diebstähle von Kreditkarten-Daten Ende letzten Jahres. Bei den Aktien von Motorola Solutions stand ein Minus von 4,24 Prozent zu Buche, nachdem der Gewinn des Funkgeräte-Anbieters im zweiten Quartal die Erwartungen verfehlt hatte.

Im Dow notierten mit Ausnahme des Baumarktbetreibers Home Depot, des Konsumgüterherstellers Procter & Gamble und des Flugzeugbauers Boeing alle Aktien im Minus. Am Indexende fielen die Titel des Chipherstellers Intel um knapp 3 Prozent auf 32,82 Dollar.

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In den hinteren Unternehmensreihen schickte eine Umsatz- und Gewinnwarnung die Papiere von RetailMeNot auf Talfahrt: Die Aktien büßten mehr als ein Viertel an Wert ein. Das Unternehmen vertreibt Coupons, mit denen sich Nutzer Vergünstigungen bei diversen Online-Händlern sichern können.

Papiere des bekannteren Branchenkollegen Groupon stiegen zwar um 0,57 Prozent, brachen nachbörslich aber um rund 17 Prozent ein. Die nach Börsenschluss veröffentlichten Geschäftszahlen verschreckten die Anleger: Der Umsatz im zweiten Quartal verfehlte die Erwartungen und auch die Prognose für den Gewinn je Aktie im dritten Quartal blieb hinter den Erwartungen zurück.

Der Euro stand weiter unter Druck und notierte zuletzt bei 1,3375 US-Dollar. Händler begründeten dies mit den robusten Konjunkturdaten aus den USA. Am US-Rentenmarkt gaben richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen entsprechend um 1/32 Punkte auf 100 3/32 Punkte nach und rentierten mit 2,498 Prozent.

Von

dpa

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