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11.01.2013

22:21 Uhr

Börse New York

Kaum Veränderung an der Wall Street

Die Bilanzsaison nimmt in den USA langsam fahrt auf. Die erste US-Großbank hat ihre Zahlen vorgelegt und ein Rekordergebnis präsentiert. Wells Fargo enttäuscht die Märkte mit einem deutlichen Rückgang der Zinsmarge.

Händler an der New York Stock Exchange. dapd

Händler an der New York Stock Exchange.

New YorkBelastet von Kursverlusten bei den Bankenwerten haben die New Yorker Börsen am Freitag kaum verändert geschlossen. Die viertgrößte US-Bank Wells Fargo wies zwar für das Schlussquartal einen Rekordgewinn aus, enttäuschte aber mit ihrer rückläufigen Zinsmarge. "Wir drücken die Daumen, dass dieses Phänomen auf Wells Fargo begrenzt bleibt", sagte Larry Peruzzi von Cabrera Capital Markets in Boston.

Der Dow-Jones-Index stieg moderate 0,1 Prozent auf 13.488 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 13.439 und 13.496 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500, der erst am Vortag auf ein Fünf-Jahres-Hoch geklettert war, trat bei 1472 Punkten auf der Stelle. Die Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,1 Prozent auf 3125 Punkte. Im Wochenvergleich rückte der Dow 0,4 Prozent, der S&P ebenfalls 0,4 Prozent und die Nasdaq 0,8 Prozent vor.

Wells Fargo hatte als erste große US-Bank ihre Bilanz für das vierte Quartal veröffentlicht. Trotz des Rekordergebnisses fiel der Aktienkurs um 0,8 Prozent. Auch andere Banken kamen unter die Räder. Citigroup -Papiere sanken 1,1 Prozent, Bank of America 1,3 Prozent.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

Dagegen legten die Aktien des Finanzkonzerns American Express um 0,7 Prozent zu. Das Unternehmen will sich von 5400 Mitarbeitern trennen und rechnet dafür mit Kosten von 600 Millionen Dollar.

Die Papiere des Flugzeugbauers Boeing verloren 1,3 Prozent. Grund ist die Pannenserie beim neuen Dreamliner. Die US-Luftfahrtbehörde kündigte deshalb eine Untersuchung an. Zuletzt hatten sich Zwischenfälle bei dem laut Listenpreis gut 200 Millionen Dollar teuren Flugzeug des Airbus -Rivalen gehäuft.

Ein besser als erwartet ausgefallenes US-Weihnachtsgeschäft beflügelte Best Buy. Die Aktien des US-Elektronikhändlers schossen um mehr als 16 Prozent in die Höhe. Den Angaben zufolge blieben die US-Umsätze auf vergleichbarer Verkaufsfläche stabil. Dieses Ergebnis sei deutlich besser als erwartet, betonte Analyst David Strasser vom Investment-Berater Janney. Er habe mit einem Minus von 2,5 Prozent gerechnet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 630 Millionen Aktien den Besitzer. 1578 Werte legten zu, 1393 gaben nach und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,76 Milliarden Aktien 1228 im Plus, 1223 im Minus und 117 unverändert.

In Frankfurt schloss der Dax 0,1 Prozent im Plus bei 7715,53 Punkten. Auf Wochensicht verzeichnete er ein Minus von 0,8 Prozent. Der EuroStoxx50 beendete den Tag 0,4 Prozent fester bei 2718 Zählern. Vor allem Technologiewerte wie SAP und Nokia sorgten dafür, dass sich die europäischen Indizes am Freitag in der Pluszone halten konnten. Die Stimmung an den Finanzmärkten bezeichneten Händler trotz der Atempause weiterhin als gut. "Die Leute kehren an den Aktienmarkt zurück, weil sie keine andere Möglichkeit haben", sagte Marktexperte Edward Page Croft von Stockopedia. Ähnlich äußerte sich auch ein Aktienhändler: "Ich glaube nicht, dass bei der jüngsten Aufwärtsbewegung alle dabei waren. Das könnte durchaus noch weiter nach oben gehen."

Von

rtr

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