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20.06.2012

22:47 Uhr

Börse New York

Kaum Veränderung an Wall Street

Die US-Notenbank will ihre „Operation Twist“ bis zum Jahresende fortsetzen. Doch dieses Umbuchen zwischen Anleihenbeständen löst keine Euphorie bei Anlegern aus. Die US-Indizes stagnieren.

Wenn die Fed heute ihre Entscheidung veröffentlicht, werden die Händler ganz genau zuhören. AFP

Wenn die Fed heute ihre Entscheidung veröffentlicht, werden die Händler ganz genau zuhören.

Die Anleger an der Wall Street haben am Mittwoch enttäuscht auf die neue Konjunkturstütze der US-Notenbank reagiert. Die New Yorker Börsen schlossen nach einem volatilen Handel kaum verändert. Die Federal Reserve greift der lahmenden Wirtschaft zwar weiter unter die Arme, aber nicht so umfassend wie von manchen Investoren erhofft. Die Fed beschloss, ihre im Juni auslaufende "Operation Twist" bis zum Jahresende zu verlängern und dafür rund 267 Milliarden Dollar in die Hand zu nehmen. Durch ein Umschichten ihrer Vermögensbestände will sie die langfristigen Zinsen weiter senken und damit Kredite billiger machen.

Den ultraniedrigen Leitzins beließen die Notenbanker um Fed-Präsident Ben Bernanke in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent. Zugleich erneuerte die Fed ihr Bekenntnis, den Zins bis mindestens Ende 2014 auf sehr niedrigem Niveau zu halten. "Es herrscht wohl Enttäuschung vor, dass die Fed keine starken Signale für neue geldpolitische Ankündigungen ausgesendet hat", sagte Fred Dickson von D. A. Davidson & Co Lake Oswego.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,1 Prozent auf 12.824 Punkte nach. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 12.744 und 12.877 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,2 Prozent auf 1355 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat mit 2939 Punkten in etwa auf der Stelle. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 6392 Punkten aus dem Handel.

Auf den Ankauf von Staatsanleihen in großem Stil verzichtete die Fed und fuhr damit im Kampf gegen die Wirtschaftskrise nicht ihr schwerstes Geschütz auf. Einige Experten hatten spekuliert, dass die Fed eine dritte Runde einer geldpolitischen Lockerung - QE 3 genannt - einleiten würde. "Die Märkte fühlen sich nicht gut, wenn die Liquidität ausgeweitet wird. Im Lauf der Zeit reagieren die Märkte besorgt auf solch eine Geldschwemme", sagte Mark Martiak von Premier First Allied Securities.

Für etwas Erleichterung sorgte die Nachricht, dass in Griechenland drei Tage nach der Parlamentswahl eine Regierungskoalition unter Führung der konservativen Sparbefürworter zustande kam. Zudem sagte Europa den G20-Partnern auf ihrem Gipfeltreffen im mexikanischen Los Cabos eine wirksame Krisenbekämpfung zu.

Operation „Twist“ geht weiter

Video: Operation „Twist“ geht weiter

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Bei den Einzelwerten stand der Konsumgüterriese Procter & Gamble im Blickpunkt. Zum zweiten Mal binnen weniger Monate senkte der Hersteller von Wella-Shampoo und Pampers-Windeln seine Geschäftsprognosen. Die Aktien gaben rund drei Prozent nach.Zu den größten Gewinnern gehörten die Finanzwerte. Citigroup legten 1,2 Prozent zu, Bank of America verteuerten sich um 0,4 Prozent.

Auf den Einkauflisten der Börsianer standen auch die Aktien der US-Großbank JPMorgan Chase. Das Geldhaus hat einem Fernsehbericht zufolge seine Milliarden-Verluste verursachende Handelsposition größtenteils verkauft. 65 bis 70 Prozent seien veräußert worden, berichtete der Sender CNBC. Die JPMorgan-Aktie rückte um gut drei Prozent vor. Der US-Softwarehersteller Adobe senkte wegen schwacher Nachfrage in Europa seine Umsatzprognose. Die Papiere fielen um 2,7 Prozent.

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Erstmals seit knapp zwei Jahren stehen Anteilsscheine der Hamburger-Kette Burger King wieder auf den Kurszetteln. Das Papier legte 3,5 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 750 Millionen Aktien den Besitzer. 1498 Werte legten zu, 1480 gaben nach und 137 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,56 Milliarden Aktien 1092 im Plus, 1363 im Minus und 114 unverändert.

Von

rtr

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