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30.07.2014

23:06 Uhr

Börse New York

Konjunktur verleiht Wall Street kaum Rückenwind

Die US-Wirtschaft bewegt sich auf Erholungskurs, zeigen die Daten des US-Wirtschaftsministeriums. Das BIP ist im vergangenen Quartal um vier Prozent gewachsen. Die erste Begeisterung wich aber schnell wieder einer Sorge.

Im Vorfeld der Fed-Entscheidung am Abend überraschte das Wirtschaftsministerium US-Anleger mit guter Konjunktur. dapd

Im Vorfeld der Fed-Entscheidung am Abend überraschte das Wirtschaftsministerium US-Anleger mit guter Konjunktur.

New YorkDie Wall Street ist am Mittwoch uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Die Anleger hatten mit wichtigen Konjunkturdaten und dem Zinsentscheid der US-Notenbank eine Fülle von Informationen zu verdauen, was die Börsenbarometer zwischen Gewinnen und Verlusten schwanken ließ. Das Bruttoinlandsprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft legte von April bis Juni überraschend kräftig um vier Prozent zu.

Die erste Begeisterung darüber musste in New York aber zunächst der Sorge weichen, die Federal Reserve könne wegen des Aufschwungs bald an der Zinsschraube drehen. Doch die Zentralbank ließ den Leitzins nicht nur wie erwartet bei 0,25 Prozent, sondern will ihn auch noch geraume Zeit niedrig halten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte machte nach einer Berg- und Talfahrt zwar seine Verluste etwas wett, blieb aber 0,2 Prozent im Minus und schloss auf 16.880 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erholte sich etwas stärker und ging praktisch unverändert bei einem Stand von 1970 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich dagegen um 0,5 Prozent und beendete den Tag auf 4462 Punkten. In Frankfurt schloss der Dax 0,6 Prozent niedriger bei 9593 Punkten.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Die Fed habe signalisiert, dass sie auch nach dem Erreichen von Inflationszielen an ihrer laxen Politik festhalten werde, sagte Art Hogan, leitender Marktstratege beim Anlagehaus Wunderlich Securities. Nach dem Zinsentscheid ging es vor allem für Finanztitel bergauf. So verteuerten sich Wells Fargo um 1,1 Prozent und Morgan Stanley um 2,1 Prozent.

Bereits vor Handelsbeginn wurde bekannt, dass die US-Konjunktur im zweiten Quartal überraschend stark gewachsen war. „Die Zahlen können nach dem schwachen Auftaktquartal überzeugen. Der deutlich über den Erwartungen liegende Anstieg des BIP-Wachstums sowie der robuste Konsum sind Zeichen dafür, dass der Aufschwung intakt ist. Die heutigen Zahlen untermauern das Szenario einer robusten Expansion der US-Wirtschaft“, kommentierte Helaba-Volkswirt Johannes Jander.

Zu den größten Gewinnern zählten Twitter mit einem Plus von knapp 20 Prozent. Der Kurznachrichtendienst wächst schneller als erwartet. Im zweiten Quartal stieg die Zahl der Nutzer um fast ein Viertel auf 271 Millionen. Gleichzeitig verbuchte der Konzern mehr als doppelt so hohe Werbeeinnahmen wie vor einem Jahr. Das dämpfte Sorgen der Anleger, das Unternehmen könnte den Anschluss an den deutlich größeren Rivalen Facebook endgültig verlieren. Facebook notierten 1,3 Prozent fester.

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