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23.01.2014

23:48 Uhr

Börse New York

Konjunktursorgen belasten US-Börsen

Enttäuschende Daten aus China und den USA verderben den Anlegern die Laune, die Wall Street schloss mit Verlusten. Auch die Rally an sich wird hinterfragt. Unternehmensnachrichten bieten den Märkten ebenfalls kaum Halt.

Chinas schlechte Konjunkturdaten haben die US-Börsen nach unten getrieben. Die Händler fürchten einen Abschwung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. dpa

Chinas schlechte Konjunkturdaten haben die US-Börsen nach unten getrieben. Die Händler fürchten einen Abschwung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

New YorkDie Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft hat die Wall Street am Donnerstag belastet. Genährt wurden die Sorgen von enttäuschenden Konjunkturdaten aus China und den USA. Immer mehr Anleger fragten sich, ob Aktien nach der Rally der vergangenen Wochen überbewertet seien, sagte Analyst Kash Kamal von Sucden Financial. Auch eine weitere Runde von Unternehmensbilanzen ließ bei den Händlern keine echte Kauffreude aufkommen.

Der Dow-Jones-Index schloss 1,1 Prozent tiefer bei 16.197 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,9 Prozent auf 1828 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging 0,6 Prozent auf 4218 Punkte zurück. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 9631,04 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 verlor ein Prozent auf 3119,53 Punkte.

Der von der Bank HSBC ermittelte Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus der chinesischen Industrie fiel auf 49,6 Punkte von 50,5 Zählern im Vormonat. Damit lag er erstmals seit sechs Monaten unter der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert. In den USA blieb der Absatz bestehender Eigenheime im Dezember mit 4,87 Millionen Einheiten ebenso hinter den Markterwartungen zurück wie die Frühindikatoren (plus 0,1 Prozent).

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

3. Juli 2014

Zum ersten Mal in seiner Geschichte knackt der Dow Jones die Marke von 17.000 Punkten.

25. Januar 2017

Mehr als einen Monat hatten Anleger mit der runden Marke geflirtet, doch erst Ende Januar war es dann soweit: Der Dow-Jones knackte im Zuge der Trump-Rally, die der Präsidentschaftswahlsieg des Polit-Außenseiters Donald Trump losgetreten hatte, die 20.000 Punkte.

01. März 2017

Etwas mehr als einen Monat später passierte der traditionelle Weltleitindex schon den nächsten Meilenstein: 21.000 Punkte. Einen Fahrplan für die groß angekündigte Steuerreform blieb Neu-Präsident Trump zwar schuldig, doch auf dem Parkett hielt man ihm die Treue.

02. August 2017

Bis zur 22.000 dauerte es länger, denn der Sommer gestaltete sich schwieriger: Donald Trump ließ seinen Worten keine Taten folgen. Daher musste ein anderer Kurstreiber her. Und der fand sich in den starken Unternehmenszahlen. Zudem trat die US-Notenbank Fed bei der Zinsstraffung auf die Bremse, was dem Aktienhandel immer gut bekommt.

17. Oktober 2017

Im Herbst erklomm der Dow die aktuell letzte Tausendermarke: die Dreiundzwanzigste. Und das war nicht das Ende. Aktueller Höchststand: 23.575 Zähler.

Bei den Einzelwerten sorgte Netflix mit einem Kursanstieg von 16,5 Prozent für Furore. Die weltgrößte Online-Videothek hatte einen überraschend hohen Quartalsgewinn ausgewiesen. Außerdem wuchs die Zahl der Kunden um 2,3 Millionen.

Während die Kältewelle in den USA dem Internet-Unternehmen wenig anhaben konnte, blieben viele Amerikaner McDonald's fern. Die Fast-Food-Kette legte erneut enttäuschende Quartalszahlen vor. Die Aktie verteuerte sich dennoch um 0,5 Prozent.

Auf Talfahrt gingen dagegen die in den USA gehandelten Anteilsscheine von Nokia. Die Dividendenpapiere des ehemaligen Handy-Weltmarktführers brachen um 8,7 Prozent ein, da das finnische Unternehmen nach dem Verkauf des Mobiltelefon-Geschäfts im verbliebenen Kernbereich Netzwerk-Technik einen Umsatz- und Gewinneinbruch bekanntgegeben hatte.

Bei ihrem Börsendebüt sprangen die Aktien von Santander Consumer USA zeitweise mehr als zehn Prozent in die Höhe. Sie schlossen mit einem Plus von fünf Prozent. Die Neumemission bewertet die US-Tochter der spanischen Großbank Santander mit rund neun Milliarden Dollar. Santander Consumer vergibt in den USA hauptsächlich Kredite für den Autokauf.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 780 Millionen Aktien den Besitzer. 1011 Werte legten zu, 2049 gaben nach und 102 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,16 Milliarden Aktien 801 im Plus, 1796 im Minus und 116 unverändert.

Von

rtr

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