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24.01.2014

23:46 Uhr

Börse New York

Konjunktursorgen bringen Kurse zum Einbruch

Die Angst um die Weltwirtschaft lässt die Wall Street nicht los. Am Freitag verloren die US-Indizes um rund zwei Prozent. Die schlechten Vorgaben durch den Dax überlagern teils überraschend gute Unternehmensbilanzen.

Broker am Big Apple: Wie schon in Europa scheuten Anleger das Risiko, Gewinnmitnahmen dominierten den Dow. AFP

Broker am Big Apple: Wie schon in Europa scheuten Anleger das Risiko, Gewinnmitnahmen dominierten den Dow.

New YorkDie Furcht vor einem Abschwung der Weltwirtschaft und Turbulenzen in Schwellenländern haben die US-Aktienmärkte zum Wochenausklang tief ins Minus gedrückt. Die wichtigsten Börsenbarometer brachen am Freitag rund zwei Prozent ein. Auf die Kurse drückten Spekulationen, wonach die US-Notenbank in der kommenden Woche ihre milliardenschweren Konjunkturstützen weiter zurückfahren könnte. Die Furcht der Anleger vor einer raschen Straffung der US-Geldpolitik schickte die Währungen von Staaten wie Brasilien, Südafrika oder der Türkei auf Talfahrt. Die Währungskrise in Argentinien sorgte für zusätzliche Verunsicherung. Da konnten auch überraschend starke Quartalszahlen von Schwergewichten wie Microsoft die Stimmung der Anleger kaum aufhellen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Minus von rund zwei Prozent bei 15.879 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,1 Prozent auf 1790 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte 2,2 Prozent auf 4128 Punkte ab. Über die Woche ergab sich für den Dow Jones ein Minus von 3,5 Prozent. Der S&P-500 verlor von Montag bis Freitag 2,6 Prozent, was den größten prozentualen Rückgang in einer Woche seit Juni 2012 darstellte. Die Nasdaq gab auf Wochensicht 1,7 Prozent nach. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von 2,5 Prozent ins Wochenende. Dies war der größte Tagesverlust seit sieben Monaten.

An der Wall Street hielt die Enttäuschung über Konjunkturdaten aus China und den USA vom Vortag an. Vor diesem Hintergrund sorgten sich die Anleger, dass die US-Notenbank Fed mit einer weiteren Drosselung ihrer Geldflut am Mittwoch die Erholung der Wirtschaft abwürgen könnte. "Wenn sich eine Abkehr der Fed von der Politik des billigen Geldes abzeichnet, kehren viele Anleger dem Aktienmarkt den Rücken und wechseln zum Anleihe-Markt mit seinen garantierten Renditen", sagte Ken Polcari vom Wertpapierhändler O'Neil Securities.

Zudem entpuppte sich Argentinien als ein neuer Risikofaktor, denn wegen der galoppierenden Inflation wechseln dort immer mehr Bürger ihr Geld in Dollar. Der Peso setzte seine Talfahrt fort, nachdem er am Donnerstag am Interbanken-Markt um 20 Prozent eingebrochen war und damit den größten Tagesverlust seit der argentinischen Finanzkrise von 2002 erlitten hatte. In seinem Sog gerieten auch Währungen anderer Schwellenländer wie der brasilianische Real unter Verkaufsdruck.

Wegen guter Bilanzzahlen konnte sich bei den Einzelwerten vor allem Microsoft gegen den Abwärtstrend stemmen. Dank einer starken Nachfrage nach Programmen für Geschäftskunden und der neuen Spielekonsole Xbox machte der Softwareriese überraschend gute Geschäfte im Weihnachtsquartal. Der Gewinn stieg um drei Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar und hievte die Aktie um zwei Prozent in die Höhe.

Für Procter & Gamble ging es um 1,2 Prozent nach oben. Zwar musste der weltgrößte Konsumgüterkonzern im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Hersteller von Pampers-Windeln und Wella-Haarpflege hielt aber an seiner Umsatz- und Gewinn-Prognose fest.

Ein überraschender Gewinnrückgang schickte dagegen die Titel des Drucker- und Kopierer-Herstellers Xerox in den Keller - sie gaben um 4,4 Prozent nach.

Von

rtr

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