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22.01.2013

22:51 Uhr

Börse New York

Kursgewinne vor Beginn der Berichtssaison

Angesichts anstehender Unternehmensbilanzen hielten sich die US-Anleger im Tagesverlauf zurück. Trotzdem schließt die Wall Street im Plus. Mit Spannung werden die Zahlen von Google und Texas Instruments erwartet.

Broker an der Wall Street. dapd

Broker an der Wall Street.

New YorkKurz vor neuen Quartalsbilanzen von Börsenschwergewichten wie Google hat die Wall Street am Dienstag mit Kursgewinnen geschlossen. Börsianer verwiesen auf zunehmende Hoffnungen, dass sich die Weltwirtschaft zum Besseren entwickelt. Belegen sollen dies weitere Zwischenberichte großer Konzerne in dieser Woche. Zuletzt hatten enttäuschende Nachrichten der Technologieriesen Intel und Apple die Investoren verschreckt.

Zwar hatten der Dow Jones und der S&P-500-Index am Freitag die höchsten Stände seit fünf Jahren erklommen und erste Unternehmenszahlen etwa von Großbanken waren besser ausgefallen als erwartet. Aber viele Anleger blieben skeptisch, ob sich die unsichere Wirtschaftslage nicht doch auf Gewinne und Umsätze niederschlage, erklärten Händler. Angesichts der Flut von Firmennachrichten geriet der US-Haushaltsstreit, der die Börsen in den vergangenen Wochen bestimmte, weiter in den Hintergrund.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

Nach der feiertagsbedingten Handelspause am Montag legte der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,5 Prozent zu und schloss auf seinem Tageshöchststand von 13.712 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,4 Prozent auf fast 1493 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,3 Prozent nach auf 3143 Stellen. In Frankfurt beendete der Dax den Tag mit einem Abschlag von 0,7 Prozent auf 7696,21 Zähler.

Die Quartalsergebnisse von Google, IBM und Texas Instruments sollten nach Börsenschluss veröffentlicht werden. Die Technologieschwergewichte Apple und Microsoft folgen am Mittwoch und Donnerstag. Der Technologieindex des S&P legte um 0,2 Prozent zu.

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Zuletzt hatte der Chipkonzern Intel die Anleger verunsichert. Der Konzern wird zunehmend von der PC-Müdigkeit der Verbraucher erfasst und will mit einem gewaltigen Investitionsplan den Anschluss an moderne Trends wie Smartphones und Tablets halten. Bei Apple gibt es Befürchtungen, dass sich das iPhone 5 offenbar doch nicht so gut verkauft, wie es der vielversprechende Verkaufsstart im September vermuten ließ.

Zu den Unternehmen, die im Handelsverlauf ihre Berichte bereits vorlegten, gehörte der Chemieriese DuPont. Dem Konzern setzte die schwache Nachfrage nach Farben und die Krise in der Solarbranche zu. Der Nettogewinn fiel im vierten Quartal um 70 Prozent. Allerdings lag der Umsatz über den Erwartungen von Analysten. Die Aktie legte 1,8 Prozent zu. Der Bericht zum Schlussquartal von Johnson & Johnson fiel zwar besser aus als angenommen, aber der Ausblick für 2013 enttäuschte den Markt. Der Kurs des Unternehmens gab 0,7 Prozent nach.

Die in New York gelisteten Papiere des schwächelnden Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) schossen 13 Prozent in die Höhe nachdem der Firmenchef in einem Interview ankündigte, nach der Markteinführung des Blackberry 10 Ende des Monats strategische Allianzen mit anderen Firmen prüfen zu wollen.

An der New Yorker Börse wechselten rund 0,7 Milliarden Aktien den Besitzer. 2074 Werte legten zu, 913 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Milliarden Aktien 1538 im Plus, 926 im Minus und 124 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Kleinanleger

22.01.2013, 22:54 Uhr

Ich möchte noch einmal betonen,der Dow Jones Index,steht vom Standpunkt deutscher und europäischer Anleger aus gesehen, währungs-und inflationsbereinigt viel niedriger als z.B im Mai 2001(damals über bei 11 000 Punkten ,aber für den Euro mussten nur 84 US Cents gezahlt werden,heute 1,33 Dollar).Rechnet man nun noch die jährliche Inflationsrate( von mindestens zwei Prozent ) zum Währungsverlust des Dollars von fast 60% % gegenüber dem Euro hinzu,bzw.zieht diese von der Rendite einer Einmalanlage ab,so ergibt sich ein Punktestand von unter 5000 !
Mit anderen Worten,wer im Mai 2001 in den Dow Jones Index investierte,hat real,d.h.unter Berücksichtigung heutiger Kaufkraft, mindestens die Hälfte seines damaligen Vermögens eingebüßt.
Depotkosten,Kontoführungsgebühren,eventuelle Ausgabeaufschläge und sonstige Kosten für entsprechende Indexfonds sind da noch gar nicht berücksichtigt.

Account gelöscht!

23.01.2013, 13:39 Uhr

ich glaube sie haben sich etwas verrechnet. währungsverlust wäre bei ihren zahlen 37%. 13700*0,63=8631. und dabei sind keine dividenden berücksichtigt. der performanceindex(mit dividenden) vom DJ ist von 2001 bis 2012 um 72% gestiegen. das wären dann 172*0,63=108,36. das ist zwar eine extrem schlechte performance, aber kein verlust.

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