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31.05.2013

23:56 Uhr

Börse New York

Mai endet für Wall Street mit Verlusten

Nach einer monatelangen Rally geht den US-Börsen die Luft aus. In den letzten Handelsminuten sackten der Dow- und der S&P-Index ins Minus. Über den Monat gesehen ist die Bilanz dennoch positiv.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Wie der Wall-Street-Handel lief

New YorkDie Wall Street ist am Freitag mit deutlichen Verlusten aus dem Handel gegangen. Viele Anleger wollten kurz vor Handelsschluss ihre Positionen zum Monatsende bereinigen, erklärten Analysten das Minus. „Sie denken sich, warum nicht ein paar Gewinne einstreichen nach der ordentlichen Rally diesen Monat und in diesem Jahr“, sagte Joe Saluzzi von Themis Trading. Den Mai beendeten die US-Aktienmärkte dennoch den siebten Monat in Folge mit Kursgewinnen.

Damit widersprachen sie der alten Börsenweisheit „Sell in May and go away“ („Verkauf im Mai und verabschiede dich“). Der Mai gilt traditionell als schwacher Börsenmonat. Zuvor hatten sich die Börsianer über weite Strecken des Tages zunächst ein munteres Pingpong-Spiel geliefert. Während die einen Gewinne mitnahmen, gingen andere nach jedem Kursrückgang auf Schnäppchenjagd.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,4 Prozent tiefer mit 15.116 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verlor ebenfalls 1,4 Prozent auf 1630 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq fiel ein Prozent auf 3455 Stellen. Der Dax verabschiedete sich 0,6 Prozent schwächer mit 8348,84 Punkten ins Wochenende.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Auf Wochensicht betrug das Minus für den Dow 1,2 Prozent, für den S&P 1,1 Prozent und für die Nasdaq 0,1 Prozent. Dagegen rückte der Dow im Monatsvergleich 1,9 Prozent vor, der S&P gewann 2,1 Prozent und die Nasdaq 3,8 Prozent. Der S&P 500 legte zudem mit einem Plus von über 14 Prozent seit Januar den besten Jahresstart seit 1997 hin.

Die Frage, wann die US-Notenbank ihre Konjunkturhilfen zurückfahren wird, sorgt dennoch unter den Investoren für große Unsicherheit. Gemischte Konjunkturdaten deuteten darauf hin, dass die Fed den Geldhahn noch eine Weile offen lassen wird: So gingen die Konsumausgaben im April überraschend erstmals seit knapp einem Jahr zurück. „Die Daten bestätigen, dass die Fed noch weit davon entfernt ist, die Zinsen zur Kontrolle der Inflation erhöhen zu müssen“, erklärte Tim Ghriskey von der Solaris Group. Dagegen spricht der Konjunkturindex der Chicagoer Einkaufsmanager, der im Mai unerwartet auf 58,7 Punkte von 49 Zählern im Vormonat kletterte. Damit stieg die Stimmung der US-Verbraucher auf den höchsten Stand seit Juli 2007.

Das Umfeld sei für die Aktien im Grunde ideal, sagte Kristina Hooper, Chef-Portfoliostrategin bei Allianz Global Investors in New York. Die Wirtschaft erhole sich zwar, aber nicht so stark, dass die US-Notenbank Fed die Zügel in ihrer Geldpolitik bald anziehen werde. Die Fed kauft derzeit Anleihen und Immobilienpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar monatlich, um damit die heimische Konjunktur anzukurbeln. Sie will damit so lange fortfahren, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent von derzeit 7,5 Prozent gefallen ist. In den vergangenen Wochen hatten einige Fed-Vertreter allerdings laut darüber nachgedacht, die Käufe zu drosseln, sollte sich die US-Konjunktur deutlich erholen.

Unter den Einzelwerten standen unter anderem Palo Alto Networks im Blick, die zehn Prozent abrutschten. Der Spezialist für Netzsicherheit hatte einen enttäuschenden Ausblick vorgelegt.

Dagegen gehörten Krispy Kreme zu den größten Gewinnern. Dank eines Quartalsergebnisses über Markterwartungen und eines angehobenen Ausblicks schossen die Aktien des Betreibers von Doughnut-Bäckereien um 21 Prozent in die Höhe.

Lions Gate kletterten um knapp drei Prozent, weil der Produzent der „Twilight“-Trilogie und des Films „The Hunger Games - Die Tribute von Panem“ mit seinem Quartalsergebnis ebenfalls positiv überraschte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,13 Milliarden Aktien den Besitzer. 458 Werte legten zu, 2572 gaben nach und 72 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Milliarden Aktien 693 im Plus, 1787 im Minus und 117 unverändert.

Von

rtr

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