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20.06.2016

23:05 Uhr

Börse New York

Nachlassende Brexit-Sorgen treiben Wall Street an

Die Angst vor einem möglichen Brexit schwindet an den weltweiten Börsen. An der Wall Street steigen die Kurse. Trotzdem warnen die Analysten: Es wird knapp. Die Märkte seien der Abstimmung der Briten quasi ausgeliefert.

Die neuesten Brexit-Umfragen sorgen für Zuversicht. AP

Händler an der Wall Street

Die neuesten Brexit-Umfragen sorgen für Zuversicht.

New YorkDie US-Aktienmärkte haben zum Wochenauftakt mit Erleichterung auf den Vorsprung der EU-Befürworter bei den jüngsten Brexit-Umfragen reagiert. Die drei wichtigsten Indizes der Wall Street lagen am Montag jeweils im Plus. „Das ist eine Erleichterungs-Rally“, sagte Marktstratege Heino Ruland vom Brokerhaus ICF. „Die Finanzmärkte hängen mittlerweile ausschließlich an den Brexit-Umfragen.“ Die Börsen in Europa hatten zuvor noch heftiger reagiert: Der Dax schloss 3,4 Prozent höher.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,7 Prozent auf 17.805 Punkte. Der breiter gefasste S&P legte um 0,6 Prozent auf 2083 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,8 Prozent auf 4837 Zähler.

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Die Briten stimmen am Donnerstag über einen Austritt aus der Europäischen Union ab. In den ersten Erhebungen nach der Ermordung der britischen Parlamentarierin und EU-Befürworterin Jo Cox vergangene Woche lagen die Gegner eines EU-Austritts nun wieder knapp vorn.

Experten gehen davon aus, dass die Märkte auch in den kommenden Tagen empfindlich auf jede Schwankung bei den Umfragen reagieren werden. „Wenn ich einen Sicherheitsgurt hätte, würde ich ihn anlegen“, sagte die Analystin Kim Forrest von der Fort Pitt Capital Group. „Das Ergebnis wird immer noch knapp, aber jetzt haben die Märkte wenigstens etwas Hoffnung.“ In den vergangenen Wochen hatten die EU-Gegner kontinuierlich Zulauf erhalten.

Spitzenreiter im Standardwerte-Index Dow Jones war Boeing mit einem Kursplus von 2,3 Prozent. Dem Chef des iranischen Luftfahrtverbandes zufolge hat sein Land 100 Maschinen beim US-Flugzeugbauer und Airbus -Rivalen bestellt.

Für Bankenwerte ging es ebenfalls nach oben. Neben der nachlassenden Brexit-Furcht half ihnen die Beruhigung an den Anleihemärkten. Die Anteilsscheine von Goldman Sachs verteuerten sich um 1,45 Prozent. Die Papiere der Bank of America stiegen um rund 1 Prozent und die Aktien der Citigroup legten um 0,75 Prozent zu.

Aktien der Autovermieter Hertz und Avis Budget profitierten nach Angaben von Börsianern von einem positiven Analystenkommentar zur Gebrauchtwagen-Kauflaune von US-Konsumenten. Autovermieter verkaufen ihre Wagen nach Ende der Nutzungsdauer als Gebrauchtwagen. Hertz stiegen um mehr als 5 Prozent und Avis gewannen 3,69 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 909 Millionen Aktien den Besitzer. 2364 Werte legten zu, 683 gaben nach und 110 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,77 Milliarden Aktien 2100 Werte im Plus, 754 im Minus und 136 unverändert.

Der Euro gab im New Yorker Handel einen Teil seiner Gewinne wieder ab und kostete 1,1306 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1332 (Freitag: 1,1254) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8825 (0,8886) Euro gekostet.

Auch bei den US-Staatsanleihen stand die Erleichterung über die jüngsten Brexit-Umfrage im Fokus. Die zehnjährigen Papiere fielen um 17/32 auf 99-17/32. Sie rentierten mit 1,67 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 1-04/32 auf 100-10/32 und hatten eine Rendite von 2,48 Prozent.

Von

rtr

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