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21.11.2014

22:33 Uhr

Börse New York

Neues Geld, neue Rekorde

Für den nächsten Rekord an der Wall Street sorgen heute mal keine überzeugenden US-Konjunkturdaten. Es sind die Notenbanken in Europa und China, die den Geldhahn weiter aufdrehen und die so Anleger begeistern.

Fokussierte Blick in New York: Der Konjunkturkalender war leer, dennoch ging es weiter rauf AFP

Fokussierte Blick in New York: Der Konjunkturkalender war leer, dennoch ging es weiter rauf

New York Eine überraschende Zinssenkung in China hat am Freitag auch der Wall Street Auftrieb gegeben. Außerdem sorgten Hoffnungen auf weitere Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) für Zuversicht. Marktstratege Art Hogan vom Wertpapierhandelshaus Wunderlich Securities sprach von zwei wichtigen Signalen angesichts der weltwirtschaftlichen Abkühlung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 setzten ihre Rekordjagd fort und schlossen auf neuen Höchstständen.

Im Verlauf pendelte der Dow zwischen einem Hoch von 17.894 und einem Tief von 17.721 Punkten. Er schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 17.810 Stellen. Der S&P legte ebenfalls 0,5 Prozent zu auf 2063 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,2 Prozent auf 4712 Stellen. Auf Wochensicht ergab sich für den Dow ein Plus von einem Prozent, für den S&P von 1,2 und für die Nasdaq von 0,5 Prozent. In Frankfurt ging der Dax 2,6 Prozent fester bei 9732 Punkten aus dem Handel.

Chinas Notenbank senkte erstmals seit mehr als zwei Jahren den Leitzins - und zwar auf 5,6 von zuvor sechs Prozent. In Europa kommt die EZB dem Einsatz noch schwererer geldpolitischer Geschütze gegen die drohende Deflation immer näher. EZB-Präsident Mario Draghi sagte, er werde die niedrige Inflationsrate wenn nötig mit allen Mitteln anheizen, um die Konjunktur in der Euro-Zone zu beleben. Diese Ankündigung löste bereits in Europa kräftige Kursgewinne aus.

Spekulationen auf eine höhere Nachfrage aus China beflügelten insbesondere die Kurse von Rohstoffkonzernen. Die in den USA gehandelten Papiere von Rio Tinto zogen 4,8 Prozent, die von BHP Billiton knapp vier Prozent und jene von Vale sogar 8,2 Prozent an.

Zu den Verlierern zählte dagegen GameStop. Der Videospiele-Hersteller verlor 13 Prozent an Börsenwert. Seine Quartalszahlen enttäuschten die Anleger.

Apple -Papiere kamen in einem positiven Marktumfeld nicht vom Fleck. Im Streit um Preisabsprachen in der E-Book-Branche genehmigte ein Gericht eine Vergleichszahlung von 450 Millionen Dollar. Apple wird vorgeworfen, sich bei der Einführung des iPads heimlich mit fünf Verlagen abgesprochen haben, um trotz der Marktführerschaft von Amazon höhere Preise durchsetzen zu können.

An der New York Stock Exchange wechselten rund eine Milliarde Aktien den Besitzer. 2031 Werte legten zu, 1038 gaben nach und 143 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,8 Milliarden Aktien 1459 Titel im Plus, 1287 im Minus und 124 unverändert.

Das EZB-Bekenntnis zum Kampf gegen die niedrige Inflation belebte den Handel an den US-Kreditmärkten. So stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 7/32 auf 99-15/32. Sie rentierten mit 2,31 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 24/32 auf 99-30/32 und hatten eine Rendite von 3,01 Prozent.

Von

rtr

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