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20.01.2016

23:32 Uhr

Börse New York

Ölpreis-Krise schlägt auch auf die Wall Street durch

Auch die US-Börsen bleiben nicht verschont vom erneuten Ölpreisverfall. Anleger befürchten eine Pleitewelle bei Förderern und Minen-Betreibern. Enttäuschende Geschäftszahlen drücken weiter auf die Stimmung.

Der Januar bleibt schwierig. AFP

Eine vertrackte Situation

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New YorkDer ungebremste Absturz der Ölpreise hat den US-Aktienmärkten auch am Mittwoch mächtig zugesetzt. Zeitweise lagen die Indizes tief im Minus, im späten Handel verringerten sich aber die Kursverluste.

Der Preis für das US-Öl WTI sackte erstmals seit September 2003 unter die Marke von 27 Dollar je Fass ab. Die Internationalen Energie-Agentur (IEA) warnte, die Ölmärkte könnten in diesem Jahr „im Überangebot ertrinken“. Investoren werteten dies als schlechtes Zeichen für die weltweite Konjunkturentwicklung.

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„Der Fokus liegt weiter auf dem Öl und den Auswirkungen der niedrigen Ölpreise“, erläuterte Chef-Marktstratege Peter Cardillo vom Finanzhaus First Standard Financial. Dies könne in den USA die Wirtschaft ausbremsen. Analystin Kim Forrest vom Anlageberater Fort Pitt Capital Group sagte, die Anleger hätten Angst, dass der nächste Handelstag weitere Verkäufe bringen könnte - und verkauften daher bereits an diesem.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Minus von 1,6 Prozent auf knapp 15.767 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,2 Prozent auf 1859 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent nach auf fast 4472 Stellen. In Frankfurt verlor der Dax 2,8 Prozent auf knapp 9392 Punkte und schloss damit so niedrig wie zuletzt Mitte Dezember 2014.

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Zu den Verlierern an der Wall Street gehörten vor allem Energiewerte, die im Schnitt 2,9 Prozent nachgaben. Chevron etwa sanken 3,1 Prozent, Exxon 4,2 Prozent.

Auch wichtige Firmenbilanzen drückten auf die Stimmung. IBM-Aktien rauschten 4,9 Prozent in den Keller. Beim weltweit größten IT-Dienstleister gingen die Umsätze das 15. Quartal in Folge zurück.

Auch bei Goldman Sachs herrschte Katerstimmung. Die Investmentbank wurde im abgelaufenen Quartal von alten Rechtsstreitigkeiten eingeholt, die Milliarden kosteten. Außerdem lief der wichtige Anleihenhandel so schlecht wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Die Goldman-Titel rutschten zwei Prozent ab.

Netflix konnte sich dem Abwärtssog ebenfalls nicht entziehen. Obwohl die Onlinevideothek überraschend viele Abonnenten hinzugewann, verkauften Investoren die Aktie. Im späten Handel erholte sich diese jedoch von starken Kursverlusten und schloss nur 0,1 Prozent schwächer.

Im Technologiesektor konnte Linear Technology, ein Anbieter integrierter Schaltungen, mit einem guten Ausblick überraschen. Die Aktien erholten sich im Handelsverlauf und legten um 3,94 Prozent zu.

Nach ebenfalls starken Zahlen und einem erfreulichen Ausblick gewannen die Anteilsscheine des LED-Herstellers Cree 8,32 Prozent hinzu. Die Papiere des Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) büßten hingegen nach Zahlen 7,69 Prozent ein.

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Der Euro sank im US-Handel wieder unter die Marke von 1,09 Dollar und wurde zur Schlussglocke an der Wall Street bei 1,0894 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0907 (Dienstag: 1,0868) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9168 (0,9201) Euro. Am US-Rentenmarkt legten richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen um 19/32 Punkte auf 102 9/32 Punkte zu. Ihre Rendite betrug 1,99 Prozent.

An der New Yorker Börse wechselten rund 1,47 Milliarden Aktien den Besitzer. 883 Werte legten zu, 2271 gaben nach und 56 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 3,2 Milliarden Aktien 1331 im Plus, 1551 im Minus und 105 unverändert.

Viele Investoren suchten risikoarme Anlagen und kauften US-Staatsanleihen. Die zehnjährigen Papiere gewannen 12/32 auf 102-08/32. Die Rendite sank auf 1,99 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 27/32 auf 104-24/32 und rentierten mit 2,76 Prozent.

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