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09.12.2015

23:00 Uhr

Börse New York

Ölpreis-Talfahrt drückt Stimmung an der Wall Street

Die mögliche Großfusion der Chemiekonzerne Dupont und Dow Chemical beflügelt die Aktien beider Firmen an der Wall Street. Sie schießen in die Höhe – doch den Gesamtmarkt lässt das kalt. Der Ölpreis bereitet Sorgen.

Zum Handelsauftakt stagnierte der Dow-Jones-Index am Mittwoch. ap

Börsenhändler in New York

Zum Handelsauftakt stagnierte der Dow-Jones-Index am Mittwoch.

New YorkTurbulenzen am Ölmarkt haben am Mittwoch Aktienanleger zum Ausstieg veranlasst. Nach anfänglichen Kursgewinnen drehten die US-Börsen ins Minus. Sie folgten damit den Ölpreisen, die ihr Plus von zeitweise über drei Prozent wieder abgaben und ihre Talfahrt weiter fortsetzten.

„Der Handel mit Aktien wird zurzeit von Ereignissen getrieben. Letzte Woche war es der Arbeitsmarktbericht, diese Woche ist es das Öl und nächste Woche die Fed“, sagte Terry Sandven, Chef-Aktienstratege bei U.S. Bank Wealth Management. Die Unsicherheit am Markt sei momentan sehr hoch.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 17.492 Punkten 0,4 Prozent tiefer. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,8 Prozent auf 2047 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq fiel 1,5 Prozent auf 5022 Punkte.

Auch in Europa sorgte das Auf und Ab der Ölpreise für Nervosität. Der Dax schloss mit 10.592,49 Punkten 0,8 Prozent schwächer, der EuroStoxx50 verlor 0,6 Prozent auf 3277,21 Zähler.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Anleger reagieren positiv auf möglichen Mega-Deal

Wie der Wall-Street-Handel lief: Anleger reagieren positiv auf möglichen Mega-Deal

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Auslöser der Turbulenzen am Mittwoch waren die wöchentlichen Bestandsdaten des US-Energieministeriums für Rohöl, Benzin und Destillate - dazu zählt beispielsweise Heizöl. Sie zeigten ein unklares Bild. Zum einen waren die Rohölbestände überraschend gefallen, was die Preise hochtrieb. Zum anderen stiegen die Destillate viel deutlicher als erwartet, was dann für Ernüchterung sorgte. Seit dem Verzicht der Opec auf Fördergrenzen am vorigen Freitag hat die im Sommer 2014 begonnene Talfahrt der Ölpreise wieder Fahrt aufgenommen.

Vor dem anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche würden Anleger unruhig, sagte Analyst Robert Phipps von Per Stirling Capital Management. „Sie machen sich Sorgen, dass die Fed die Zinsen zum ungünstigsten Zeitpunkt erhöht.“ Kommende Woche wird mit der Zinswende in den USA gerechnet. Es wäre die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren.

BASF-Konkurrenten Dupont und Dow: Es knallt in der Chemie

BASF-Konkurrenten Dupont und Dow

Es knallt in der Chemie

In den USA kündigt sich die nächste Megafusion an: Dupont und Dow planen einen Zusammenschluss im Wert von 120 Milliarden Dollar. Ein neuer Weltmarktführer würde entstehen – BASF und Bayer dürfen sich nicht zurücklehnen.

Bei den Einzelwerten stand eine sich anbahnende Megafusion im Fokus. Dow Chemical und DuPont loten Insidern zufolge einen Zusammenschluss aus. Es wäre der größte der Chemie-Branche aller Zeiten. Beide Papiere legten knapp zwölf Prozent zu.

Yahoo gaben 1,3 Prozent nach. Der Internet-Pionier hält nun doch an seinem milliardenschweren Alibaba-Anteil fest und spaltet dafür das Kerngeschäft mit Suchmaschinen und Werbung ab.

Die Aktien von Costco Wholesale büßten als zweitschwächster Wert im Nasdaq 100 rund fünfeinhalb Prozent ein, nachdem die Großhandelskette mit ihrem Quartalsgewinn enttäuscht hatte. Auch die Umsatzentwicklung war hinter den Analystenerwartungen zurückgeblieben.

Der Eurokurs stieg über 1,10 US-Dollar und stand zuletzt bei 1,1029 Dollar. Die nur vorsichtig ausgefallene Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank von vergangenem Donnerstag wirkt laut Händlern noch nach. Am US-Rentenmarkt legten richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen angesichts der Verluste an der Wall Street um 1/32 Punkte auf 100 10/32 Punkte zu und rentierten mit 2,213 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,01 Milliarden Aktien den Besitzer. 1211 Werte legten zu, 1868 gaben nach und 124 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,97 Milliarden Aktien 866 im Plus, 1932 im Minus und 164 unverändert.

An den US-Kreditmärkten legten die zehnjährigen Papiere 06/32 auf 100-9/32. Sie rentierten mit 2,21 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen 03/32 auf 100-19/32 nach und hatten eine Rendite von 2,96 Prozent. Bei fallenden Kursen an den Aktienmärkten wenden sich Anleger oftmals dem als sicherer Hafen geltenden Anleihemarkt zu.

Von

rtr

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