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24.03.2017

21:23 Uhr

Börse New York

Politisches Gerangel in den USA lähmt die Wall Street

Die US-Anleger bleiben vor der Abstimmung über die Gesundheitsreform abwartend. Nachdem die Abstimmung am Freitagnachmittag (Ortszeit) abgesagt wurde, schnellten die Aktien für Krankenversicherungen in die Höhe.

Die Abstimmung über die Gesundheitsreform in den USA könnte den Dow Jones in Bewegung bringen. dpa

New Yorker Börse

Die Abstimmung über die Gesundheitsreform in den USA könnte den Dow Jones in Bewegung bringen.

New YorkDas politische Hickhack um das erste große Gesetzesvorhaben von US-Präsident Donald Trump hat die New Yorker Börsen am Freitag gehemmt. Das US-Repräsentantenhaus sagte im späten US-Handel die geplante Abstimmung über Einschnitte an der Gesundheitsreform Obamacare ab. Trump habe den republikanischen Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus, Paul Ryan, um diesen Schritt gebeten, teilten die Republikaner mit.

Die Abstimmung war für Freitagabend angesetzt. Im Vorfeld hatte sich abgezeichnet, dass in der von Trumps Republikanern dominierten Kongresskammer keine Mehrheit für die von Trump angestrebten Änderungen am Gesetz seines Vorgängers Barack Obama zustande kommt. Die Abschaffung von Obamacare war eines von Trumps wichtigsten Wahlversprechen und wird als Test gesehen, ob er in der eigenen Partei Rückendeckung für seine Pläne hat.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer auf 20.596 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 2343 Zählern in etwa auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich dagegen um 0,2 Prozent auf 5828 Punkte. Im Wochenvergleich ergab sich für den Dow ein Minus von 1,5 Prozent, für den S&P ein Abschlag von 1,4 Prozent und den Nasdaq ein Minus von 1,2 Prozent. Es ist der größte wöchentliche Rückgang in diesem Jahr.

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Bei den Einzelwerten stiegen Micron-Papiere um gut sieben Prozent. Der Chipkonzern war im abgelaufenen Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Die Anteilsscheine von GameStop brachen fast 14 Prozent ein, nachdem die Einzelhandelskette für Computerspiele und Unterhaltungssoftware mit einer unerwartet schwachen Prognose für das Gesamtjahr enttäuscht hatte.

Das innenpolitische Gerangel in den USA setzte auch dem Dollar zu. "Die Investoren realisieren, dass sich die USA in eine politische Sackgasse manövrieren können, obwohl dieselbe Partei das Weiße Haus, den Senat und das Repräsentantenhaus kontrolliert", sagte Analyst Sean Callow von der Westpac Bank.

Der Euro verteuerte sich im Gegenzug um 0,2 Prozent auf 1,0794 Dollar. Er erhielt zusätzlichen Auftrieb von ermutigenden Konjunkturdaten. Die Stimmung der Einkaufsmanager aus der Euro-Zone ist so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr.

In Frankfurt ging der Dax 0,2 Prozent höher auf 12.064 Punkten aus dem Handel. Das Plus ging zum Teil auf das Konto des Halbleiterkonzerns Infineon, dessen Aktien nach der Erhöhung der Umsatz- und Gewinnprognose um 9,3 Prozent nach oben schossen. Auf Wochensicht ging der Dax leicht zurück, wie sein europäisches Pendant EuroStoxx50 . Dieser verlor am Freitag 0,2 Prozent auf 3444 Zähler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 790 Millionen Aktien den Besitzer. 1503 Werte legten zu, 1405 gaben nach und 172 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,82 Milliarden Aktien 1590 im Plus, 1219 im Minus und 235 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 4/32 auf 98-21/32. Die Rendite sank auf 2,403 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 12/32 auf 99-28/32 und rentierte mit 3,007 Prozent.

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Von

rtr

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