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13.03.2012

21:43 Uhr

Börse New York

Rekorde an der Wall Street

Die Euphorie an den europäischen Börsen über gute Konjunkturdaten hat sich auch an die Wall Street übertragen. Einen zusätzlichen Impuls brachte die Aussicht auf positive Stresstestergebnisse der großen US-Geldhäuser.

Händler an der Wall Street AFP

Händler an der Wall Street

Düsseldorf/New York Die Hoffnung auf eine gute Wirtschaftsentwicklung in den USA und Europa haben die US-Börsen am Dienstag angetrieben. Anlass für den Optimismus waren positive Konjunkturdaten beiderseits des Atlantiks. Die freundlichen Worte der US-Notenbank zur aktuellen Wirtschaftslage nach der Zins-Sitzung trieben die Kurse im späten Geschäft zusätzlich an. Viele Börsianer dürften zudem auch nach Börsenschluss gespannt die Nachrichten verfolgt haben, kündigte doch die Fed überraschend an, die Ergebnisse des neuen Banken-Stresstests noch am Dienstag nach Handelsschluss bekannt zu machen. Banken-Aktien legten im späten Geschäft deutlich zu. Alle drei großen Indizes schlossen nahe an ihrem Tageshoch.

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte kletterte um 1,7 Prozent auf 13.177 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.953 und 13.180 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 1,8 Prozent auf 1395 Zähler, den höchsten Stand seit Mitte 2008. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,9 Prozent auf 3039 Stellen und lag damit so hoch wie seit rund elf Jahren nicht mehr. Der deutsche Leitindex Dax schloss in Frankfurt 1,4 Prozent fester mit 6995 Punkten.

Die US-Notenbank erklärte am Dienstagabend, der Leitzins bleibe bei 0 bis 0,25 Prozent. Auch wurde kein neues Programm zur Stimulierung der Wirtschaft aufgelegt. Die Notenbanker ließen sich aber eine Hintertür offen. Sie wollen Umfang und Zusammensetzung ihrer Wertpapierbestände regelmäßig prüfen und bei Bedarf anpassen. Wie bereits im Januar signalisierten die Notenbanker zudem, den Leitzins bis tief ins Jahr 2014 hinein auf ultraniedrigem Niveau belassen zu wollen. Die Spannungen an den Finanzmärkten ebbten laut Fed zuletzt ab.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Für Hoffnungen auf eine gute Konjunkturentwicklung in Europa sorgte der ZEW-Index aus Deutschland. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen kletterte im März um 16,9 auf 22,3 Punkte und damit wesentlich deutlicher als erwartet. Mit dem vierten Anstieg in Folge wurde der höchste Wert seit Juni 2010 erreicht.

Aus den USA stachen die Umsätze der Einzelhändler hervor, die zum Vormonat unerwartet deutlich um 1,1 Prozent stiegen. Die wachsende Kauflust der Amerikaner bescherte den Einzelhändlern damit die größten Umsatzzuwächse seit fünf Monaten. Angesichts der etwas besseren Job-Perspektiven sitzt den US-Bürgern das Geld offenbar wieder etwas lockerer - vor allem beim Autokauf.

Die Bank JP Morgan erklärte, sie wolle noch in diesem Jahr eigene Aktien im Volumen von bis zu zwölf Milliarden Dollar zurückkaufen. Zudem soll die Dividende angehoben werden. Die Aktien des Geldhauses stiegen um sieben Prozent. Auch andere Papiere der Branche legten kräftig zu - offenbar in Erwartung eines guten Stresstest-Ergebnisses. Goldman Sachs, Bank of America und Citigroup stiegen um jeweils mehr als sechs Prozent.

Bei den Einzelwerten stand Pfizer im Mittelpunkt. Der weltgrößte Pharmakonzern beendete überraschend die Partnerschaft mit dem indischen Biotechnologiekonzern Biocon. Pfizer-Aktien stiegen um 2,1 Prozent. An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,9 Milliarden Aktien den Besitzer. 2456 Werte legten zu, 569 gaben nach und 78 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1976 im Plus, 566 im Minus und 93 unverändert.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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rtr

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