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03.03.2013

11:57 Uhr

Börse New York

Rekordstände an der Wall Street in Sicht

Wer erzielt zuerst das Allzeithoch, der S&P 500 oder der Dow Jones? Das scheint die entscheidende Frage an der Wall Street zu sein. Doch einige Spielverderber drohen den Börsianern die Laune zu verderben.

Die New Yorker Wall Street AFP

Die New Yorker Wall Street

New YorkNach dem jüngsten Höhenflug der US-Börsen lautet in der neuen Woche die Frage: Wer erzielt zuerst das neue Allzeithoch, der S&P 500 oder der Dow-Jones? Ein Anstieg auf bislang ungekannte Index-Stände wäre dabei aus Sicht von Experten mehr als nur die übliche Faszination der Börsianer mit psychologisch wichtigen Marken und Zahlen. Er würde dem Markt auch das Vertrauen geben, dass hinter den steigenden Kursen eine wirkliche Dynamik steckt.

Italien und die Folgen

Wie sieht die Börsen-Bilanz nach dieser vergangenen Woche aus?

Anders als viele Beobachter gedacht haben, rauschte der Dax nicht dauerhaft in den Keller, sondern erholte sich nach dem ersten Schock über das Wahlergebnis in Italien wieder. Zwar verlor der wichtigste deutsche Aktienindex zum Wochenausklang etwas an Boden, fuhr aber auf Wochensicht ungeachtet der Turbulenzen in Rom ein Plus von 0,60 Prozent ein.

Warum verhalten sich die Börse so widersinnig?

Hier könnte einmal mehr eine alte Börsenweisheit zum Verständnis beitragen: „Politische Börsen haben kurze Beine.“ Diese Regel dürfte sich abermals bewahrheitet haben. „Letztlich wird es eine neue Regierung geben, wenngleich Zweifel bestehen, ob diese die längerfristigen Probleme der italienischen Wirtschaft lösen wird“, heißt es im Wochenausblick der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die aber auch gleich hinterherschickt: „Aber welche Regierung Italiens war damit schon erfolgreich?“

Die Ratingagenturen haben sich wieder zu Wort gemeldet...

So ganz ohne Risiko ist die Lage in Italien nicht: Große Unsicherheit bei der Regierungsbildung in dem Euro-Krisenland galt schon im Vorfeld als Gift für die Märkte. Schließlich droht Rom von dem unter dem bisherigen Regierungschef Mario Monti eingeschlagenen Spar- und Reformkurs abzukommen. Da war es nicht allzu verwunderlich, dass sich nach der Auszählung der Stimmen auch gleich wieder die Bonitätswächter der Ratingagenturen zu Wort meldeten. So erwägt Moody's, die Kreditwürdigkeit des Landes weiter herabzustufen. Das Wahl-Patt zwischen den Bündnissen von Mitte-Links und Mitte-Rechts erhöhe die politische Ungewissheit, argumentierte die Agentur.

Was ist für die nächsten Wochen zu erwarten?

Die Regierungsbildung wird angesichts des politischen Patts schwierig - eine längere Hängepartie droht. Die Commerzbank erwartet daher auch keine schnelle und nachhaltige Entspannung an den Anleihe- und Devisenmärkten. In den kommenden Wochen wollen sich die Euro-Krisenländer Spanien und Italien am Anleihemarkt frisches Geld besorgen. Bereits am Mittwoch musste Rom für frisches Kapital schlagartig wieder mehr Zinsen bezahlen. Auch der Euro geriet nach der Italien-Wahl unter Druck. „Wer mit einem schnellen Abklingen der Unsicherheit gerechnet hatte, wurde bisher enttäuscht“, meinen die Commerzbank-Ökonomen.

Greift die EZB ein?

Sollte Rom heftig ins Kreuzfeuer der Finanzmärkte geraten, müsste die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem Italiener Mario Draghi an der Spitze eigentlich zum Kriseneinsatz ausrücken. Die EZB könnte mit dem Kauf von Staatsanleihen für Entlastung sorgen, doch die Währungshüter haben die Latte dafür selbst hoch gelegt: Erst wenn ein Land einen Hilfsantrag beim Euro-Rettungsfonds ESM stellt und somit politische Reformauflagen akzeptiert, wäre die EZB prinzipiell bereit zum Kauf von Bonds des betreffenden Staates.

"Sollten wir tatsächlich den Durchbruch schaffen, dann wollen uns die Charts und die Preisentwicklung vielleicht sagen, dass uns bessere Zeiten bevorstehen", sagt Bucky Hellwig von BB&T Wealth Management. Allerdings könnten sich die Schuldenkrise in Europa und die US-Arbeitsmarktdaten zum Spielverderber entwickeln.

Der Dow Jones liegt 75 Punkte von seinem Rekordstand von 14.164 Punkten vom 9. Oktober 2007 entfernt. Das ist weniger als ein Prozent. Der breiter gefasste S&P müsste noch drei Prozent zulegen, um auf 1565 Punkte zu kommen, zuletzt erreicht am selben Tag wie der Höchststand des Dow.

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Im Rennen der Indizes könnte der Dow einen Vorteil haben: In diesem Jahr hat er um 7,5 Prozent zugelegt, etwa ein Prozentpunkt mehr als der S&P.

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