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24.03.2014

21:28 Uhr

Börse New York

Schlechte Stimmung an der Wall Street

Die Wall Street folgte am Montag den negativen Vorgaben aus Europa und China. Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 drehten am Montag ins Minus. Anleger richteten ihr Augenmerk vor allem auf die Papiere von Apple.

Schwache Volkswirtschaftsdaten und negative Vorgaben aus Europa sorgen für Minusgeschäfte an den US-Börsen. ap

Schwache Volkswirtschaftsdaten und negative Vorgaben aus Europa sorgen für Minusgeschäfte an den US-Börsen.

New YorkAngesichts enttäuschender chinesischer Konjunkturdaten haben die US-Anleger zu Wochenbeginn einen großen Bogen um Aktien gemacht. Die Wirtschaftsabkühlung in der Volksrepublik falle stärker aus als erwartet, das wiederum schüre Ängste vor den Konsequenzen für die Weltkonjunktur, sagte Philippe de Vandiere, Analyst bei Altedia Investment Consulting in Paris.

Die Geschäfte der chinesischen Industrie gingen im März den fünften Monat in Folge zurück. Das Stimmungsbarometer fiel auf 48,1 Punkte von 48,5 Zählern im Vormonat und lag damit weiter unter der Schwelle von 50 Stellen, die Wachstum signalisiert.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16.276 Punkten 0,16 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 16.215 und 16.380 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1857 Zählern rund 0,5 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor fast 1,2 Prozent und schloss bei 4226 Punkten. In Frankfurt verlor der Dax 1,7 Prozent auf 9189 Zähler.

Wie der Wall Street Handel lief

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Die Zahlen aus China gäben Anlass zur Besorgnis, da das Land der Motor des weltweiten Wirtschaftswachstums sei, sagte Aktienhändlerin Anita Paluch von der Varengold Bank. "Es bleibt die Frage, ob die chinesische Regierung willens ist, etwas zu unternehmen." Die Analysten der Essener National-Bank rechneten mit Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft. "Die Mittel dazu hätte China allemal. Allerdings muss man jedwedes neue Konjunkturprogramm sehr fein ausbalancieren, so dass es nicht zu einer Blasenbildung in einigen Sektoren kommt."

Weiterhin belastend wirkten sich auch die Spannungen zwischen Russland und dem Westen aus. Viele Investoren fürchteten eine Verschärfung der Sanktionen, die in der russischen Wirtschaft ihre Spuren hinterlassen dürfte. Ende vergangener Woche hatte US-Präsident Barack Obama den Weg für Sanktionen gegen Kernbereiche der russischen Wirtschaft freigemacht und weitere Visasperren gegen prominente Russen angekündigt. Auch die EU-Staats- und Regierungschefs weiteten Einreise- und Kontosperren als Reaktion auf die Eingliederung der Krim in die Russische Förderation aus.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Die russischen Märkte litten unter der zunehmenden Isolation des Landes. Der auf Rubel lautende Moskauer Aktienindex Micex verlor 0,7 Prozent - seit der Verschärfung der Krise um die Halbinsel Krim Ende Februar hat er rund zwölf Prozent nachgegeben.

Unter den Einzelwerten stiegen Apple-Aktien um fast 1,2 Prozent. Der Konzern verhandelt einem Zeitungsbericht zufolge mit dem Kabelkonzern Comcast über einen TV-Dienst.

Bei Facebook machten die Anleger kräftig Kasse. Die Anteilscheine des sozialen Netzwerks brachen um 4,7 Prozent ein.

Gegen die allgemeine Markttendenz sprangen die Aktien von Herbalife 6,7 Prozent in die Höhe. Der Hersteller von Diätprodukten hatte zuvor bekanntgegeben, drei weitere Vertreter des umtriebigen Großinvestors Carl Icahn als Direktoriumsmitglieder zu ernennen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 720 Millionen Aktien den Besitzer. 1143 Werte legten zu, 1915 gaben nach und 101 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,41 Milliarden Aktien 673 im Plus, 1960 im Minus und 107 unverändert.

Von

rtr

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