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03.02.2014

23:49 Uhr

Börse New York

Schwache US-Daten beschleunigen Talfahrt

Die US-Märkte starten mit deutlichen Verlusten in die Woche. Sie folgen damit den Vorgaben der asiatischen Aktienmärkte, die verloren hatten, nachdem schwache Konjunkturdaten aus China und Südkorea gemeldet worden waren.

Verhaltenes Handeln an den US-Börsen. AFP

Verhaltenes Handeln an den US-Börsen.

New YorkDie US-Börsen sind mit herben Verlusten in die Woche gestartet. Die drei wichtigsten Indizes gaben am Montag jeweils um mehr als zwei Prozent nach. Der S&P 500 musste den größten prozentualen Tagesverlust seit Juni verkraften. Die Nasdaq sank zum ersten Mal seit Dezember unter die Marke von 4000 Punkte. Der zunächst nur leichte Abwärtstrend verschärfte sich deutlich, als auch aus den USA enttäuschende Konjunkturdaten bekanntwurden.

Die Wall Street hatte bereits unter Druck gestanden, weil Chinas Wirtschaft langsamer wächst und die US-Notenbank allmählich ihre ultralockere Geldpolitik strafft. Das billige Zentralbankgeld hatte die Märkte lange gestützt. Auch die Währungsturbulenzen in den Schwellenländern sorgen für Vorsicht bei den Anlegern.

Der Dow-Jones -Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 15.708 und einem Tief von 15.356 Punkten. Er schloss 2,1 Prozent niedriger bei 15.372 Punkten. Der breiter gefasste S&P büßte 2,3 Prozent auf 1741 Zähler ein. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 2,6 Prozent auf 3996 Stellen. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit 1,3 Prozent im Minus bei 9186 Punkten.

Fakten zum Dax

Fakt 1

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung“ fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Fakt 2

Dem Dax gehören die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse an.

Fakt 3

Der Dax wird als Performance-Index berechnet und unterscheidet sich so wesentlich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Fakt 4

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Fakt 5

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse eine Rangliste für Börsenumsatz und Marktkapitalisierung. Diese dient auch dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Fakt 6

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Fakt 7

Zur Dax-Familie zählen für die Nebenwerte der MDax und für die Kleinwerte der SDax, denen je 50 Werte angehören. Zudem gibt es den TecDax mit 30 Technologieaktien.

Fakt 8

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt vier Mal im Jahr: im März, Juni, September, Dezember. Dabei überprüft er vor allem die Zusammensetzung der übrigen Indizes.

Fakt 9

Der Dax wird auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr sekündlich berechnet. Danach gibt es einen L-Dax, der die Kursentwicklung an der bis 20.00 Uhr offenen Parkettbörse abbildet.

"Die Konjunkturdaten sind durch die Bank weg sehr schwach", sagte Paul Zemsky, der beim New Yorker Vermögensverwalter ING Investment Management die Portfolio-Strukturierung verantwortet. "Es ist wirklich schwer, irgendwo gute Nachrichten zu finden."

Wie schon in Frankfurt bereitete die Lage in China auch den US-Anlegern von Sitzungsbeginn an Kopfschmerzen: In der nach den USA weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft wuchs der Dienstleistungssektor im Januar so langsam wie seit mindestens einem Jahr nicht mehr. Später enttäuschte dann auch die US-Industrie: Sie verlor mehr Fahrt als erwartet und nährte damit Zweifel an der Stärke des Aufschwungs. Alles zusammen war Anlass genug für viele Investoren, Anlagen abzustoßen.

Der Dollar fiel um 1,1 Prozent auf 100,96 Yen - der niedrigste Stand seit November. Gold profitierte dagegen von der Unruhe. Der Preis für eine Feinunze stieg um gut ein Prozent auf 1256,71 Dollar.

Ungeachtet des Abwärtstrends an den Aktienmärkten waren dort auch Lichtblicke zu erkennen: So erhöhten sich Pfizer -Aktien zeitweise um mehr als zwei Prozent, weil der Pharmakonzern bei der Entwicklung eines neuen Medikaments gegen Brustkrebs Fortschritte macht. Zum Handelsschluss büßte das Papier zwar einen Großteil seiner Gewinne ein, konnte sich mit einem Plus von noch 0,7 Prozent aber dem Sog entziehen.

Dies gelang auch dem Anteilsschein von Time Warner Cable mit einem Aufschlag von 0,6 Prozent. Der Kabelkonzern kann Insidern zufolge auf ein höheres Übernahmeangebot des Rivalen Charter Communications hoffen. Charter-Papiere notierten dagegen 0,6 Prozent im Minus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 920 Millionen Aktien den Besitzer. 463 Werte legten zu, 2610 gaben nach, und 95 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,6 Milliarden Aktien 368 Titel im Plus, 2286 im Minus und 78 unverändert.

Von

rtr

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