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07.06.2013

23:27 Uhr

Börse New York

Schwacher Arbeitsmarkt, starke Wall Street

Ein positiv aufgenommener Arbeitsmarktbericht hat der Wall Street am Freitag zu Gewinnen verholfen. Die US-Wirtschaft schuf im Mai etwas mehr Stellen als erwartet. Zu den Gewinnern gehörte Wal-Mart.

Nun haben es alle Händler eilig Aktien nachzukaufen. Der Grund: Die Arbeitsmarktdaten sind schlechter als erwartet. AFP

Nun haben es alle Händler eilig Aktien nachzukaufen. Der Grund: Die Arbeitsmarktdaten sind schlechter als erwartet.

New YorkDer an den Finanzmärkten fieberhaft erwartete US-Arbeitsmarktbericht hat an der Wall Street für Kauflaune gesorgt. Der Bericht enthielt eine für die Börse perfekte Mischung aus guten und schlechten Nachrichten: Die Erholung der Konjunktur setzt sich fort, aber nicht so schnell, dass die US-Notenbank ihre von der Börse heiß geliebte Geldflut eindämmen müsste.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten kletterte deshalb 1,4 Prozent auf 15.248 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 15.044 und 15.255 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 1,3 Prozent auf 1643 Zähler. Der Nasdaq notierte 1,3 Prozent im Plus bei 3469 Punkten. Im Wochenvergleich stieg der Dow um 0,9 Prozent, der S&P um 0,8 Prozent und der Nasdaq um 0,4 Prozent. Der Dax legte nach Veröffentlichung der Zahlen ebenfalls kräftig zu und schloss 1,9 Prozent im Plus bei 8254,68 Zählern.

"Aus Sicht der Aktienmärkte waren die Zahlen genau richtig. Sie waren stark genug, dass man sich keine Sorgen über die Wirtschaft machen muss", erläuterte Russ Koesterich von BlackRock. "Aber sie waren nicht so stark, dass man nun fürchten muss, dass die Fed aggressiv auf die Bremse tritt."

Im Mai hat die US-Wirtschaft 175.000 neue Stellen geschaffen, das sind 5000 mehr als von Analysten prognostiziert. Die Arbeitslosenquote stieg indes leicht auf 7,6 Prozent. Die US-Notenbank will ihre Nullzinspolitik so lange fortsetzen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist. Derzeit kauft die Fed zur Ankurbelung der Konjunktur Bonds und Immobilienpapiere im Volumen von 85 Milliarden Dollar monatlich auf.

Unter den Einzelwerten brachen Quiksilver gegen den Trend rund elf Prozent ein. Der Bekleidungseinzelhändler hatte mit seinem Quartalsergebnis die Markterwartungen meilenweit verfehlt. Die Aktien des Konkurrenten Gap kletterten dagegen 2,7 Prozent, weil der Umsatz im Mai unerwartet stark gestiegen war.

Zu den Gewinnern gehörten auch die Aktien von Wal-Mart. Der weltgrößte Einzelhändler segnete ein Aktien-Rückkaufprogramm im Volumen von 15 Milliarden Dollar ab und bescherte seinen Dividendenpapieren damit ein Kursplus von rund einem Prozent. Die Anteilsscheine des Software-Unternehmens Textura schossen bei ihrem Börsendebüt um bis zu 68 Prozent in die Höhe.

Gefragt waren die Aktien von T-Mobile US mit einem Aufschlag von 3,1 Prozent. Der japanische Mobilfunk-Konzern SoftBank führt nach Angaben von Insidern Gespräche mit der Deutschen Telekom über einen Kauf der US-Tochter. Der Konzern sehe sich nach Alternativen für den Fall um, dass die geplante Übernahme von Sprint Nextel nicht zustande komme, berichteten drei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Sprint-Aktien gaben gut ein Prozent nach.

Der Euro sank nach den US-Arbeitsmarktdaten etwas und kostete zuletzt 1,3223 US-Dollar. An der New York Stock Exchange wechselten rund 680 Millionen Aktien den Besitzer. 2066 Werte legten zu, 929 gaben nach und 91 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,63 Milliarden Aktien 1644 im Plus, 867 im Minus und 98 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Brasil

07.06.2013, 23:40 Uhr

"Schwacher Arbeitsmarkt, marode Industrie, aber starke Wall Street"
Willkommen in Absurdistan!

Gaffel

08.06.2013, 01:40 Uhr

Die Zahlen zeigen nur sehr deutlich, daß die gedruckten zig-Milliarden nicht in der Realwirtschaft ankommen, sondern das Geld der FED als "Spielgeld" an den Börsen der Welt zum Wetten eingesetzt wird. Je länger diese perfiden Machenschaften der Investment-Banken noch andauern, um so heftiger wird der finale "Knall" ausfallen.
Zumindest die Leute, welche rechnen können, wissen ganz genau, daß hier der größte Betrug der Weltgeschichte läuft und das Ende mit "geschönten" Statistiken einfach so lange wie möglich hinausgezögert wird.
Man sollte sich nur mal vor Augen führen, daß die "offiziellen" Schulden der USA (akt. ca. 16,9 Bill. Dollar - inoffiziell das 4-Fache), - wenn man sie in 1-Dollar-Noten aufeinander türmt -, einen Stapel ergeben, der von der Erde bis zum Mond, um ihn herum - und wieder bis zur Erde zurück reicht, diese ebenfalls komplett umrundet und sich dann das ganze Spiel noch 3,5 mal wiederholt, bis alle Dollar-Noten aufeinander getürmt sind.
Der Stapel wird dabei sogar in jeder(!!!) Stunde um den Betrag von ca. 34 km (!!!!!) höher. (Was bedeutet, daß er sich in den folgenden 64 Wochen wieder um die die Entfernung Erde-Mond erhöht. Wer jetzt noch nicht kapiert hat, daß diese wahrhaftig astronomischen Mengen NIEMALS unter normalen Bedingungen getilgt werden können, der soll ruhig weiter auf unsere "Volksvertreter" hören.
Das Ende wird ein weltweiter Finanzcrash ungeahnten Ausmaßes sein.
- Die Schlüsse aus dieser Entwicklung kann jeder selbst ziehen oder mal in die Geschichtsbücher schauen...

Account gelöscht!

08.06.2013, 08:28 Uhr

'Die Zahlen zeigen nur sehr deutlich, daß die gedruckten zig-Milliarden nicht in der Realwirtschaft ankommen, sondern das Geld der FED als "Spielgeld" an den Börsen der Welt zum Wetten eingesetzt wird. '

In welchem Zustand wären denn die USA heute, wenn sie QE und ZIRP nicht durchgeführt hätten? Glauben Sie, dass es ohne die Maßnahmen der Fed überhaupt Jobs oder einen Aufschwung gäbe? Natürlich bergen QE und ZIRP (beherrschbare) Gefahren, die Alternative nämlich die Supermacht USA in eine Deflation abrutschen zu lassen allerdings deutlich größere. Letztere hätte Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft.



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