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15.05.2015

23:00 Uhr

Börse New York

Schwaches Wochenende an der Wall Street

Die US-Börsen gehen uneinheitlich ins Wochenende: Neue Konjunkturdaten enttäuschen die Anleger. Auch das schwächere Verbrauchervertrauen deutet auf mangelnden Schwung der US-Wirtschaft hin.

US-Händler sehen die Zinswende weiter in Ferne rücken. AP/dpa

US-Händler sehen die Zinswende weiter in Ferne rücken.

New York Die US-Börsen haben sich am letzten Handelstag der Woche kaum vom Fleck bewegt. Während die Standardwerte am Freitag ein knappes Plus schafften, gab die Technologiebörse Nasdaq leicht nach. Gebremst wurde das Aktiengeschäft von enttäuschenden Konjunkturdaten.

So fiel die US-Industrieproduktion entgegen den Erwartungen bereits den fünften Monat in Folge. Ebenfalls auf mangelnden Schwung der US-Wirtschaft deutete das zuletzt schwächere Verbrauchervertrauen hin. Zudem schraubten von der Federal Reserve von Philadelphia befragte Volkswirte ihre Prognosen für das Wachstum im zweiten Quartal und der zweiten Jahreshälfte herunter. Auch mit Blick auf den Arbeitsmarkt schwand die Zuversicht der Ökonomen.

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US-Wirtschaftsdaten enttäuschen Anleger

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 18.272,72 und einem Tief von 18.215 Punkten. Er schloss 0,1 Prozent fester - knapp unter dem Höchststand auf 18.272,56 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 ging 0,1 Prozent höher auf 2122 Punkten aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor dagegen 0,1 Prozent auf 5048 Stellen.

Auf Wochensicht ergab sich damit für den Dow ein Plus 0,4 Prozent, für den S&P von 0,3 und für die Nasdaq von 0,9 Prozent. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax knapp ein Prozent leichter auf einem Stand von 11.447 Punkten ins Wochenende.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

In den USA gebe es die Befürchtung, dass sich die Wirtschaftsschwäche vom ersten Vierteljahr im laufenden zweiten Quartal fortsetze, sagte Anlagestratege Ilya Feygin der Finanzfirma WallachBeth Capital zu den jüngsten Daten.

Für Aufsehen auf dem Parkett sorgte Avon: Die Aktien des Kosmetikkonzerns büßten 1,6 Prozent ein, nachdem sie am Donnerstag noch um über 20 Prozent in die Höhe gesprungen waren. Grund dafür war Händlern zufolge ein offenbar erfundenes Übernahmeangebot. Avon erklärte, nichts davon zu wissen.

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Einige Firmen enttäuschten diese Woche ihre Anleger mit Prognosen und Bilanzen: Für die Deutsche-Post-Aktie und die LPKF geht es bergab. Doch Anteilsscheine von Stahlkochern wie Thyssen-Krupp und Salzgitter legen zu.

Nach einer Herabstufung durch J.P. Morgan gaben die Anteilsscheine von Deere gut drei Prozent nach. Dagegen gewannen die Papiere von Netflix 4,5 Prozent an Wert. Zuvor hatte die Agentur Bloomberg berichtet, dass die Onlinevideothek einen Einstieg in China erwäge.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 829 Millionen Aktien den Besitzer. 1732 Werte legten zu, 1313 gaben nach und 132 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1365 Titel im Plus, 1381 im Minus und 152 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 25/32 auf 99-25/32. Sie rentierten mit 2,15 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 2-06/32 auf 101-09/32 und hatten eine Rendite von 2,94 Prozent. Die Anleger setzten angesichts der schwachen Konjunkturdaten darauf, dass sich die Notenbank Fed mit ihrer Zinserhöhung noch länger Zeit lässt.

Von

rtr

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