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22.09.2014

23:42 Uhr

Börse New York

Sorgen um China drücken Wall Street ins Minus

China erteilt den Hoffnungen auf Konjunkturhilfen für den heimischen Markt eine deutliche Absage und verbreitete damit an der Wall Street schlechte Stimmung. Auch zwei Großübernahmen sorgten für Wirbel an der New Yorker Börse.

Händler im Handelssaal der New York Stock Exchange. An der New Yorker Börse sorgen Übernahmen für Aufsehen. AFP

Händler im Handelssaal der New York Stock Exchange. An der New Yorker Börse sorgen Übernahmen für Aufsehen.

New YorkAus Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft haben US-Anleger Aktien am Montag nur mit spitzen Fingern angefasst. Zuvor hatte die chinesische Regierung trotz des lahmenden heimischen Aufschwungs weiteren Konjunkturhilfen eine Absage erteilt. Damit habe sie die Hoffnung auf gute Nachrichten für die Aktienmärkte im Keim erstickt, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black. Nach den Rekordhochs vom Freitag gingen US-Anleger zudem offenbar auf Nummer sicher und machten Kasse, sagte ein Börsianer.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent tiefer auf 17.172 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,8 Prozent auf 1994 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,1 Prozent auf 4527 Stellen. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 9749,54 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 büßte ebenfalls 0,5 Prozent auf 3256,40 Zähler ein.

Zwei Großübernahmen deutscher Konzerne sorgten für Wirbel an der Wall Street. Die Aktien des Laborausrüsters Sigma-Aldrich schossen 33 Prozent in die Höhe. Der deutsche Pharmakonzern Merck kauft das US-Unternehmen für 13 Milliarden Euro.

Siemens schlug ebenfalls in den USA zu und übernimmt für rund sechs Milliarden Euro den Turbinenspezialisten Dresser-Rand. Die Dresser-Papiere legten 2,6 Prozent zu. Sie hatten wegen Spekulationen über einen möglichen Deal allerdings in der vorigen Woche bereits deutlich zugelegt.

Zu den an der Nasdaq am meisten gehandelten Aktien gehörten die von Alibaba -Großaktionär Yahoo. Sie fielen mehr als fünf Prozent. Nach dem weltgrößten Börsengang des chinesischen Online-Händlers mit kräftigen Kursaufschlägen stuften die Analysten von Bank of America Merrill Lynch sowie vom Broker Bernstein Yahoo-Aktien herunter. Yahoo trennte sich im Zuge der Emission von Alibaba-Anteilen. Alibaba-Aktien verbilligten sich um rund vier Prozent.

Der geplante Rückzug aus dem verlustreichen Venezuela-Geschäft beflügelte Clorox. Die Aktien des US-Konsumgüterkonzerns, der neben Reinigungsmitteln auch "Brita"-Wasserfilter anbietet, stiegen um gut sieben Prozent. Clorox begründete den geplanten Verkauf der Aktivitäten in Venezuela mit der unsicheren dortigen Wirtschaftslage und den gesetzlichen Einschränkungen. Eine Rückkehr in die Gewinnzone sei in dem Land nicht in Sicht, teilte Clorox mit.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 700 Millionen Aktien den Besitzer. 506 Werte legten zu, 2549 gaben nach und 125 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 553 im Plus, 2183 im Minus und 91 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 8/32 auf 98-13/32. Die Rendite sank auf 2,560 Prozent. Der 30-jährige Bond stieg um 12/32 auf 97-2/32 und rentierte mit 3,281 Prozent. Händler begründeten die Kursaufschläge mit Hoffnungen der Investoren auf anhaltend niedrige Zinsen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.09.2014, 19:53 Uhr

Das macht traurig und vorsichtig. Einerseits versuchen die Europäer ihren schwächer werdenden Euro noch irgendwo in Substanz unter zu bringen. Andererseits sitzen auch US-Unternehmen auf Bergen von Geld, das nicht in Ausweitung eigener Produktion ging, weil der Ansatz nicht sicher ist. Zum Teil ging es an die Aktionäre per Dividende oder Rückkaufprogramme. Der Rest wird nun für Ankäufe genutzt, damit weder Inflation, Steuer noch andere Käufer es vereinnahmen.

Das ganze Theater wird also vor allem aus Verlegenheit aufgeführt. Kein gutes Zeichen.

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