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20.03.2012

22:03 Uhr

Börse New York

Sorgen um Chinas Konjunktur bremsen Wall Street

Die Wall Street reagiert verschnupft auf mögliche Auswirkungen eines geringeren Wachstums in China. Nach Tagen der Rally ist Ruhe an den Markt eingekehrt. Die US-Börsen haben mit leichten Verlusten geschlossen.

Nach der Gewinnserie seit Jahresanfang liegt der S&P500 nicht mehr weit vom Allzeithoch entfernt. dapd

Nach der Gewinnserie seit Jahresanfang liegt der S&P500 nicht mehr weit vom Allzeithoch entfernt.

New YorkDie US-Börsen haben am Dienstag nach der jüngsten Rally eine Verschnaufpause eingelegt und leichte Kursverluste verbucht. Neue Hinweise auf einen Konjunkturabschwung in China hätten einige Anleger zu Gewinnmitnahmen veranlasst, sagten Händler. So prognostizierte der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton eine abebbende Zunahme der Eisenerz-Nachfrage, weil die Regierung in Peking die boomende chinesische Wirtschaft auf einen langsameren, nachhaltigeren Wachstumspfad führen wolle.

Analysten äußerten sich jedoch zuversichtlich, dass der seit Monaten anhaltende Aufwärtstrend an der Wall Street noch nicht zu Ende ist. Die Gewinnserie seit Jahresbeginn hatte den S&P-Index zuletzt auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren und damit ein Niveau getragen, das nur noch etwa zehn Prozent unter seinem Allzeit-Hoch von Oktober 2007 liegt. Grund für Optimismus lieferten neue Daten vom Immobilienmarkt: Die Zahl der Baugenehmigungen erreichte im Februar den höchsten Stand seit fast dreieinhalb Jahren.

Daher wollten Experten auch noch nicht von der seit langem erwarteten Kurskorrektur sprechen. „Denke ich, dass wir mit einem Rückzug rechnen müssen? Ja! Denke ich, dass dies der Beginn des Rückzugs ist? Nein“, sagte Mike Shea von Direct Access Partners. „Die Nachrichten aus China haben die Anleger zu einer Verschnaufpause veranlasst, aber die Stimmung hat sich nicht geändert. Sie ist immer noch optimistisch.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent schwächer bei 13.170 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 13.238 und 13.123 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 0,3 Prozent auf 1405 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 3074 Punkte. Die Sorgen um die Konjunktur in China belastete auch den Dax in Frankfurt: Der deutsche Leitindex schloss 1,4 Prozent tiefer bei 7054 Punkten.

Zu den Gewinnern in New York gehörte der berühmte Juwelier Tiffany, der die Anleger mit glänzenden Geschäftsaussichten vor allem in Asien entzückte. Der Schmuckhersteller rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus von zehn Prozent, was der Markt mit einem Kursplus von 6,7 Prozent honorierte. Die Aktie des weltgrößten Onlinehändlers Amazon gewann 3,7 Prozent. Die Anleger begrüßten damit die am Vorabend bekanntgebene Übernahme des Spezialisten für Lagerhaus-Roboter, Kiva Systems, für 775 Millionen Dollar. Auch die in New York gehandelten Papiere chinesischer Solarfirmen legten kräftig zu. Sie profitierten von einer Meldung, dass die US-Regierung zunächst nur niedrige Ausgleichsabgaben wegen des Vorwurfs staatlicher Beihilfen auf chinesische Billigsolar-Importe beschlossen habe. Die Aktien von Trina Solar gewannen fast acht Prozent, die Titel von Suntech sogar 14 Prozent.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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Der Software-Konzern Adobe enttäuschte dagegen mit seinen Umsatzzahlen. Der Kurs des Photoshop- und Acrobat-Entwicklers büßte deshalb fast vier Prozent ein. An der New York Stock Exchange wechselten rund 710 Millionen Aktien den Besitzer. 977 Werte legten zu, 1991 gaben nach und 107 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,51 Milliarden Aktien 755 im Plus, 1770 im Minus und 105 unverändert.

Von

rtr

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