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04.09.2013

22:25 Uhr

Börse New York

Starke Autobranche treibt die Wall Street

Ein Syrien-Einsatz der USA wird immer wahrscheinlicher. Doch ein kräftiger Boom auf dem US-Automarkt hat an der Wall Street die Syrien-Krise vorerst in den Hintergrund gedrängt.

Zerknirschte Gesichter bei den Händlern in New York. Der immer wahrscheinlicher werdende Syrien-Einsatz der USA drückt die Kauflaune. ap

Zerknirschte Gesichter bei den Händlern in New York. Der immer wahrscheinlicher werdende Syrien-Einsatz der USA drückt die Kauflaune.

New YorkEin kräftiger Boom auf dem US-Automarkt hat an der Wall Street die Syrien-Krise in den Hintergrund gedrängt. Der August war für die Pkw-Hersteller mit einem Plus von 17 Prozent der stärkste Monat seit Beginn der Rezession vor fast sechs Jahren. Der Branchenaufschwung bestärkt Hoffnungen auf eine Belebung der amerikanischen Konjunktur. Im frühen Handel hatten die Kurse wegen der unklaren Folgen eines möglichen US-Militärschlags gegen die syrische Führung noch auf der Stelle getreten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen 14.956 und 14.799 Punkten. Er ging mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 14.930 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,8 Prozent auf 1653 Stellen zu, der Index der Technologiebörse Nasdaq gut ein Prozent auf 3649 Punkte. In Frankfurt schloss der Deutsche Aktienindex 0,2 Prozent fester mit 8195 Zählern.

Die Anleger verfolgten auch aufmerksam den Konjunkturbericht (Beige Book) der US-Notenbank Fed. Demnach wuchs die US-Wirtschaft im Juli und August mit geringem bis moderatem Tempo. In den Markt für Wohnimmobilien sei etwas Schwung gekommen, die Zahl der Neueinstellung blieb konstant oder stieg moderat an. Vor allem der Arbeitsmarkt gilt als ausschlaggebend dafür, wann die Fed ihr Bond-Kaufprogramm drosselt.

Börsianer zeigten sich erfreut über den Verkaufsboom der Autohersteller in den USA. Aktien von General Motors stiegen um fünf Prozent, die von Ford um 3,5 Prozent.

Die Aktien des Speichermedien-Herstellers Micron stiegen um 5,3 Prozent, die des Rivalen Sandisk um 3,3 Prozent. Die Papiere profitierten von einem Feuer in einem Werk des südkoreanischen Konkurrenten SK Hynix, der die Produktionsstätte zunächst schließen musste.

Zu den Gewinnern zählten auch Aktien von Solar-Firmen, etwa JA Solar, LDK Solar und China Sunenergy, die zwischen sechs und 16 Prozent stiegen. Analysten von JPMorgan hatten sich zuvor sehr positiv über die Branche geäußert.

Apple-Aktien stiegen um 2,1 Prozent. Der Tech-Konzern hat für die kommende Woche zu Veranstaltungen eingeladen, und Beobachter erwarten die Vorstellung eines neuen iPhones. Zudem ist denkbar, dass eine Zusammenarbeit mit China Mobile bekanntgegeben wird. Der größte chinesische Mobilfunkanbieter ist der einzige in der Volksrepublik, der noch kein Vertriebsabkommen mit Apple hat.

Zu den Verlieren gehörten Papiere von SAIC, die 4,9 Prozent nachgaben. Der IT-Spezialist hatte seine Jahresprognose gekappt und auf die Auswirkungen der Ausgabenkürzungen der US-Regierung verwiesen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 724 Millionen Aktien den Besitzer. 2129 Werte legten zu, 850 gaben nach und 106 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,8 Milliarden Aktien 1649 Titel im Plus, 866 im Minus und 92 unverändert.

Von

rtr

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