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03.07.2014

20:16 Uhr

Börse New York

Starke Jobdaten heben Dow über die 17.000er-Marke

An den US-Börsen feiern die Anleger neue Höchststände: Der Leitindex Dow Jones ist erstmals in seiner Geschichte über 17.000 Punkte geklettert. Auslöser der Kursgewinne sind starke US-Arbeitsmarktdaten.

US-Händler feiern das neue Rekordhoch des Dow Jones. ap

US-Händler feiern das neue Rekordhoch des Dow Jones.

New YorkEin überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hat den New Yorker Börsen am Donnerstag auf die Sprünge geholfen. Hoffnungen auf steigende Unternehmensgewinne hievten den Dow Jones erstmals über die Marke von 17.000 Punkten. Die Jobdaten seien „bestes Zeugnis für die fortschreitende wirtschaftliche Erholung in den USA“, urteilte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank.

Außerhalb der US-Landwirtschaft schufen Unternehmen im Juni 288.000 neue Jobs. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Plus von 212.000 gerechnet. „Das heute veröffentlichte Zahlenwerk erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Währungshüter bereits in der ersten Jahreshälfte 2015 reagieren müssen“, erklärte Gitzel. Bislang rechnen Investoren überwiegend damit, dass die Fed frühestens Mitte kommenden Jahres den Leitzins anhebt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nach einer verkürzten Sitzung 0,5 Prozent höher auf 17.068 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,5 Prozent auf 1985 Zähler. Beide Barometer schlossen damit so hoch wie nie zuvor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 0,6 Prozent auf 4485 Punkte vor. Das ist der höchste Schlussstand seit dem Jahr 2000. Wegen des Unabhängkeitstages schlossen die US-märkte heute bereits um 13 Uhr (19 Uhr MESZ), am Freitag bleiben sie geschlossen. Im Wochenvergleich verbesserte sich der Dow um 1,3 Prozent, der S&P um 1,2 Prozent und der Nasdaq um zwei Prozent.

Im Kielwasser des US-Standardwerteindexes schloss der Dax so hoch wie nie zuvor. Der deutsche Leitindex verabschiedete sich mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 10.029,43 Punkten in den Feierabend. Der EuroStoxx50 gewann 1,1 Prozent auf 3288,58 Zähler.

Bei den US-Einzelwerten brachen die Aktien von Regado Biosciences um mehr als 58 Prozent ein. Das Pharmaunternehmen hatte mitgeteilt, eine Studie zu einem neuen Medikament unterbrochen zu haben.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Für Irritationen sorgten Aussagen des Daimler -Managers Wolfgang Bernhard. Mehreren Analysten zufolge sagte der Lkw-Vorstand des Stuttgarter Konzerns, sein früherer Arbeitgeber Volkswagen bereite eine milliardenschwere Übernahme des US-Nutzfahrzeug-Herstellers Paccar vor. Die Niedersachsen wiesen dies entschieden zurück. Paccar-Aktien legten an der Wall Street trotzdem um 5,4 Prozent zu. VW-Titel verloren 0,2 Prozent und waren damit einziger Dax-Verlierer.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 540 Millionen Aktien den Besitzer. 1741 Werte legten zu, 1284 gaben nach und 127 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 990 Millionen Aktien 1762 im Plus, 841 im Minus und 155 unverändert.

Die US-Kreditmärkte ließen nach Jobdaten Federn. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 4/32 auf 98-24/32. Die Rendite stieg auf 2,6447 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 6/32 auf 98-2/32 und rentierte mit 3,4788 Prozent. Händler sagten, dass Investoren ihr Kapital aus den Bonds abgezogen und in die riskanteren Aktien umgeschichtet hätten.

Von

rtr

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