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27.08.2015

23:09 Uhr

Börse New York

Starkes US-Wachstum stützt Wall Street

Die US-Börsen setzen ihren Erholungskurs auch am Donnerstag fort. Ein unerwartet großes BIP-Plus nehmen die Börsianer positiv auf, denn diese rechnen wegen China immer noch mit niedrigen Leitzinsen in den Staaten.

Die Erholung an den US-Börsen setzt sich fort. AFP

New Yorker Börsentreiben

Die Erholung an den US-Börsen setzt sich fort.

New YorkDie Wall Street hat nach dem größten Tagesgewinn seit vier Jahren ihren Höhenflug am Donnerstag fortgesetzt. Börsianer verwiesen auf die sich erholenden Kurse in China, wo es zuletzt große Sorgen um eine Abkühlung der dortigen Wirtschaft und in der Folge einen wochenlangen Crash am Aktienmarkt gab.

Wie der Wall-Street-Handel lief

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Deswegen gehen viele Marktteilnehmer mittlerweile davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Wirtschaft noch länger mit billigem Geld versorgen wird. Eine Zinserhöhung im September ist für die meisten Experten mittlerweile vom Tisch. Die US-Notenbankerin Esther George riet zur Vorsicht. „Nach dem, was wir zuletzt gesehen haben, denke ich, dass wir schlichtweg abwarten und schauen müssen“, sagte die Präsidentin des Fed-Ablegers in Kansas City. George hatte sich zuletzt noch für eine rasche Zinswende ausgesprochen.

Weil die US-Wirtschaft aber brummt, dürfte es zum Jahresende so weit sein. Im zweiten Quartal kletterte das Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr hochgerechnet um 3,7 Prozent, stärker als von Ökonomen erwartet. Händler sprachen von einer guten Stimmung an den Börsen. „Schnäppchenjäger greifen beherzt zu“, sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG Markets.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,3 Prozent höher auf 16.654 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte um 2,4 Prozent auf 1987 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,5 Prozent auf 4812 Punkte.

Im Mittelpunkt des Handels standen unter anderem die Aktien von St Jude Medical, die sich um über vier Prozent verteuerten. Laut „Financial Times“ steht ein 25 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot im Raum. Der Pharmakonzern Abbott dementierte aber, Interesse zu haben.

Euro, Dollar, Yen im Vergleich: Währungen, die Anleger schockierten

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Währungen, die Anleger schockierten

Der Crash an der chinesischen Börse lässt auch die Weltwährungen taumeln. Der Dollar sackt ab, der Yuan bricht ein. Nur einer Währung blieb von den Turbulenzen an den Weltmärkten bislang verschont.

Apple-Papiere, die zuletzt wegen der China-Konjunktursorgen unter Druck standen, kletterten um knapp drei Prozent. Der Konzern lud Journalisten für den 9. September ein. Fachleute gehen davon aus, dass Apple bei diesem Termin neue iPhone-Modelle vorstellen wird.

Auch Tesla-Anteilsscheine gehörten mit einem Aufschlag von acht Prozent zu den Gewinnern, nachdem eine einflussreiche Zeitschrift das Model S P85 des Elektroautobauers in einem Test gut bewertet hatte.

Tiffany -Aktien verloren dagegen mehr als zwei Prozent an Wert. Der Juwelier prognostizierte überraschend einen Gewinnrückgang für das Gesamtjahr.

In Frankfurt schloss der deutsche Leitindex Dax wieder klar über der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten und zog um 3,2 Prozent auf 10.315,62 Zähler an. Der EuroStoxx gewann 3,7 Prozent. Der Index in Shanghai, der in den vergangenen fünf Tagen rund 23 Prozent verloren hatte, schloss gut fünf Prozent höher.

Kräftig steigende Kurse verzeichnete auch der Rohstoffmarkt: Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verteuerten sich jeweils um rund zehn Prozent. Seit Monatsbeginn haben die Preise wegen der Sorge vor einer sinkenden Nachfrage aus China rund 18 Prozent nachgegeben. Händler rechneten langfristig mit weiter sinkenden Preisen - das Thema China sei noch nicht ausgestanden, sagte ein Börsianer.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,26 Milliarden Aktien den Besitzer. 2803 Werte legten zu, 324 gaben nach und 86 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,34 Milliarden Aktien 2209 im Plus, 638 im Minus und 111 unverändert.

Die US-Kreditmärkte fanden keine Richtung. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 4/32 auf 98-11/32. Die Rendite stieg auf 2,186 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich dagegen um 3/32 auf 98-31/32 und rentierte mit 2,928 Prozent.

Von

rtr

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