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04.06.2014

23:41 Uhr

Börse New York

S&P 500 schließt mit neuem Rekord

Die Aktienhändler in den USA trauen sich vor dem EZB-Zinsentscheid nicht so recht aus der Deckung. Zum Schluss des Handelstages legte die Wall Street aber zu. Der S&P 500 verabschiedete sich sogar mit neuem Rekord.

Mit Spannung wird in New York der offizielle Arbeitsmarktbericht erwartet. ap

Mit Spannung wird in New York der offizielle Arbeitsmarktbericht erwartet.

New YorkDie US-Börsen haben am Mittwoch zugelegt. Händlern zufolge sorgte vor allem ein überraschend kräftiges Wachstum der US-Dienstleister für Optimismus am Markt. Der Index S&P 500 schloss erneut auf einem Rekordhoch. Vor dem EZB-Zinsentscheid und den kommenden US-Arbeitsmarktdaten hielten sich die meisten Anleger aber zurück. Allgemein wird erwartet, dass die EZB am Donnerstag neben einer Leitzinssenkung auch einen Strafzins für Banken einführen und ein Maßnahmenpaket zur Ankurbelung der Kreditnachfrage beschließen wird.

Der Dow-Jones-Index schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 16.737 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 16.673 und 16.742 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte um 0,2 Prozent auf 1927 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq legte 0,4 Prozent zu auf 4251 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax mit 9926 Punkten 0,1 Prozent im Plus.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

Dank anziehender Aufträge haben die US-Dienstleister im Mai so stark zugelegt wie seit neun Monaten nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor stieg um 1,1 auf 56,3 Punkte. Analysten hatten mit 55,5 Zählern gerechnet. Das Neugeschäft zog so stark an wie zuletzt im Januar 2011, zudem beschleunigte sich der Jobaufbau. Negative Daten, etwa vom Arbeitsmarkt, steckten die Indizes weg.

Zu den Verlierern gehörte die im Nasdaq gehandelten Aktien des Software-Herstellers Tibco. Sie fielen um 5,4 Prozent, nachdem der Konzern mit seinem Ausblick für das zweite Quartal deutlich hinter den Markterwartungen zurückgeblieben war. Das hatte in Frankfurt auch die deutschen Konkurrenten SAP und Software AG belastet.

Die Aktien des Lebensversicherers Protective Life legten dagegen mehr als 18 Prozent zu. Der japanische Konkurrent Dai-ichi Life übernimmt den US-Konzern für 5,7 Milliarden Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,59 Milliarden Aktien den Besitzer. 1571 Werte legten zu, 1467 gaben nach und 139 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 1451 im Plus, 1162 im Minus und 135 unverändert.

Auch die US-Staatsanleihen traten nahezu auf der Stelle. Alles warte auf die EZB-Zinsentscheidung, sagten Händler. Die zehnjährigen Bonds stiegen um 1/32 auf 99-03/32 und hatten eine Rendite von 2,603 Prozent. Die 30-jährigen legten 2/32 auf 98-25/32 zu, die Rendite betrug 3,439 Prozent.

Von

rtr

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