Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.03.2017

22:41 Uhr

Börse New York

Trumps Schlappe belastet die Wall Street

Die Schlappe von US-Präsident Donald Trump gleich bei seinem ersten großen Gesetzesvorhaben hat der Wall Street am Montag Verluste eingebrockt. Neben Finanztiteln sackten auch Papiere von Stahl-Konzernen ab.

Wenn es der Handel hergibt, kann auch mal entspannt werden. AFP; Files; Francois Guillot

Keine Veränderung

Wenn es der Handel hergibt, kann auch mal entspannt werden.

New YorkNach dem Scheitern von US-Präsident Donald Trump gleich bei seinem ersten großen Gesetzesvorhaben haben die Anleger an den New Yorker Börsen am Montag Kasse gemacht. Auslöser der Verkäufe war die Niederlage Trumps im Repräsentantenhaus bei der versuchten Abschaffung der unter seinem Vorgänger verabschiedeten Gesundheitsreform „Obamacare“.

„Trumps Image als Wachstumsguru bröckelt“, erklärte LBBW-Analyst Clemens Bundschuh. Für die Kapitalmärkte sei der Misserfolg in der Gesundheitspolitik zwar von untergeordneter Bedeutung. Doch habe das Vorhaben als Test für die politische Durchschlagskraft Trumps gegolten, die für konjunkturbeeinflussende Vorhaben wie die geplante Steuerreform nun einmal entscheidend sei. Seit Trumps Wahl haben die internationalen Aktienbörsen in der Hoffnung auf „phänomenale“ Steuersenkungen und billionenschwere Infrastruktur-Investitionen mehr als zehn Prozent zugelegt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer auf 20.550 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,1 Prozent auf 2341 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich dagegen um 0,2 Prozent auf 5840 Punkte.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Anleger stellen Trumps Durchsetzungsfähigkeit in Frage

Wie der Wall-Street-Handel lief: Anleger stellen Trumps Durchsetzungsfähigkeit in Frage

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Kasse machten Investoren vor allem bei Finanzwerten, die wegen der Spekulationen auf eine Deregulierung der US-Banken und steigenden Zinsen in den vergangenen Monaten überdurchschnittlich zugelegt hatten. Goldman Sachs, Morgan Stanley und Bank of America ließen zwischen 0,4 Prozent und 2,1 Prozent Federn.

Auch Papiere von Stahl-Konzernen sackten ab, weil Anleger sich fragten, was aus Trumps Infrastruktur-Projekten wird. AK Steel gaben 0,7 Prozent nach, US Steel 1,6 Prozent. Die Kurse der beiden hatten sich nach Trumps Wahlsieg im November in Erwartung der Vorhaben jeweils nahezu verdoppelt.

Aktien von Krankenhausgesellschaften erwiesen sich derweil als Profiteure der vorerst gescheiterten Pläne für eine Gesundheitsreform, weil nun auch weiterhin viele Millionen Amerikaner in Krankenhäusern behandelt werden können. So zogen die Anteilsscheine von HCA Holdings um gut 5 Prozent an.

Aktien der Snapchchat-Mutter Snap stiegen um fast fünf Prozent. Mehrere Broker-Häuser begannen am Montag nach einer Stillhalte-Frist erstmals mit einer Bewertung der Papiere des erst jüngst an die Börse gekommenen Messaging-Dienstes. Die Snap-Aktie erhielt mindestens acht Kaufempfehlungen.

Die weiter fallenden Ölpreise belasteten die Papiere der Ölgesellschaft Chevron. Sie verloren am Dow-Ende 1,58 Prozent. Marktbeobachter erklärten den Preisdruck mit der steigenden Zahl von Bohrlöchern zur Ölförderung in den USA.

Die Anteilsscheine von Dupont und Dow Chemical hingegen legten um jeweils mehr als 1 Prozent zu. Die EU-Kommission hatte den Zusammenschluss der beiden Chemieriesen mit Auflagen gebilligt. DuPont muss einen großen Teil seiner Pestizidsparte verkaufen.

Schwache Börsenentwicklung: Trump ist nicht an allem Schuld

Schwache Börsenentwicklung

Premium Trump ist nicht an allem Schuld

Der Schwung an den Börsen ist dahin, die Kurse haben eher den Rückwärtsgang eingelegt. Viele Finanzexperten machen das mangelnde Vertrauen in Donald Trump dafür verantwortlich. Doch schlüssig ist das nicht. Eine Analyse.

Der Euro war im europäischen Handel auf ein Jahreshoch bei rund 1,09 US-Dollar geklettert und notierte zuletzt etwas tiefer bei 1,0862 Dollar. Die Gemeinschaftswährung profitierte unter anderem von einer starken Unternehmensstimmung in Deutschland. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0889 (Freitag: 1,0805) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9184 (0,9255) Euro.

In Frankfurt fiel der Dax um 0,6 Prozent auf 11.996 Punkte, der EuroStoxx50 büßte 0,2 Prozent ein. Selbst das Sechs-Jahres-Hoch des Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt, half da wenig. Auch der Dollar verlor an Attraktivität, was den Euro zeitweise um einen US-Cent auf über 1,09 Dollar und damit so hoch wie seit dem 11. November nicht mehr hievte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 830 Millionen Aktien den Besitzer. 1457 Werte legten zu, 1459 gaben nach und 176 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,66 Milliarden Aktien 1607 im Plus, 1246 im Minus und 201 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen gefragt und legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 6/32 auf 98-28/32. Die Rendite sank auf 2,3764 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 9/32 auf 100-9/32 und rentierte mit 2,9848 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×