Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.08.2014

22:52 Uhr

Börse New York

Ukraine dämpft Stimmung an Wall Street

Die Krise in der Ukraine drückt auf die Stimmung an der Wall Street, die Hilfsaktion Russlands schürt die Angst vor einer Invasion. Energiewerte verloren, Pharmatitel gehörten zu den Gewinnern.

Händler an der Wall Street: Das Dow-Jones-Rekordhoch ist knapp 600 Punkte entfernt. dpa

Händler an der Wall Street: Das Dow-Jones-Rekordhoch ist knapp 600 Punkte entfernt.

New YorkDie Wall Street ist am Dienstag wegen der Ukraine-Krise wieder auf Nummer sicher gegangen. Viele Börsianer rechnen zwar nicht damit, dass sich die Lage in der Ukraine dramatisch verschärft. Aber mit einer großangelegten Hilfsaktion für die Ostukraine schürt Russland im Westen die Sorge, unter dem Deckmantel humanitärer Unterstützung neue Fakten zu schaffen. "Die Situation scheint jetzt ein wenig ruhiger zu sein", sagte Anlagestratege James Dunigan vom Vermögensverwalter PNC Wealth Management. Während der russischen Hilfsaktion dürften sich die Anleger zurückhalten, ergänzte er. "Der Markt wird sich auf kurze Sicht wohl kaum nach oben bewegen", sagte Dunigan. "Aber langfristig orientierte Investoren können immer noch gute Kaufgelegenheiten finden, und das Gesamtbild der US-Wirtschaft ist weiter sehr positiv."

Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss knapp 0,1 Prozent tiefer bei 16.550 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,2 Prozent auf 1933 Zähler. Der technologielastige Nasdaq -Index gab 0,3 Prozent nach auf 4389 Stellen. Am Freitag und Montag hatten die US-Börsen noch zugelegt. In Frankfurt beendete der Dax den Handel 1,2 Prozent tiefer auf 9069 Punkten. Dazu trug auch ein Einbruch des ZEW-Index bei. Die Konflikte in der Ukraine, dem Irak und im Gazastreifen dämpften im August die Stimmung der Börsenprofis deutlicher als gedacht.

Wovor sich Anleger hüten sollten

Falsche Sicherheit

Fühlen sie sich nicht zu sicher - denn dieses Gefühl kommt immer vor bösen Überraschungen.

Rendite ohne Risiko

Es gibt keine Rendite ohne Risiko. Was man dagegen oft bekommt: Risiko ohne Rendite.

Zocken mit dem Sparschwein

Ersparnisse aus 35 Jahren harter Arbeit in eine Geldanlage zu stecken, die man nur 15 Minuten analysiert hat - böser Fehler.

Ungeduld

Hin und her macht Taschen leer: Hibbelige Finger sind der schnellste Weg, sein Geld zu verbrennen.

Halbwissen

Finger weg von Investments, die man nicht versteht. Der Test: Können Sie das Investment einem Schüler der vierten Klasse erklären?

Übersteigertes Selbstbewusstsein

Zu viel Selbstsicherheit hat noch nie gut getan. Wer meint, alle Gewinne beruhten auf Können, alle Verluste aber seien Pech, ist auf der falschen Fährte.

Daytrading

Man hat keine Chance gegen den Zufall und Super-Computer, die innerhalb von Millisekunden mehr Entscheidungen treffen als ein Anleger in einem ganzen Leben.

Crashpropheten

Hören Sie besser nicht auf Menschen, die ständig vor dem Untergang warnen. Es soll Leute geben, die 128 der letzen zwei Crashs richtig vorhergesagt haben...

An der Wall Street zählten insbesondere Energiewert zu den Verlierern. Sie wurden vom sinkenden Ölpreis belastet. Anadarko Petroleum etwa fielen 2,3 Prozent, Consol Energy rutschten 2,4 Prozent ab.

Bei den Einzelwerten stach der Handtaschenhersteller Kate Spade & Co's mit einem Minus von mehr als 25 Prozent hervor. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, dass der schärfere Wettbewerb die Preise und damit die Gewinnmarge drücke.

Auf der Gewinnerseite hingegen fanden sich Pharmatitel. Intercept Pharmaceuticals schossen um mehr als 16 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen berichtete von einem positiven Testverlauf in Studien mit einem Lebermedikament. Exact Sciences kletterten 2,2 Prozent, nachdem die Arzneimittelaufsicht einen Krebstest der Firma genehmigt hatte.

Am Anleihemarkt zogen sich die Händler im Vorfeld von zwei Auktionen langfristiger Papiere am Mittwoch und Donnerstag zunächst zurück. Die Verluste fielen jedoch nicht allzu hoch aus, da die Bonds als sicherer Hafen gefragt waren. Die Papiere mit einer Laufzeit von 10 Jahren fielen 8/32 auf 100-14/32. Sie rentierten mit 2,45 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 26/32 auf 101-28/32. Sie hatten eine Rendite von 3,27 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,54 Milliarden Aktien den Besitzer. 1233 Werte legten zu, 1785 gaben nach und 158 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,56 Milliarden Aktien 848 im Plus, 1830 im Minus und 135 unverändert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×