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07.08.2013

22:58 Uhr

Börse New York

Unklarheit über Fed-Exit drückt US-Börsen

Der Ausstieg aus der lockeren Fed-Geldpolitik ist beschlossene Sache, nur wann genau er stattfindet, weiß keiner genau. Neue Spekulationen, dass dieser bevorsteht, belasten die Wall Street und Börsen auf der ganzen Welt.

Düstere Mienen bei den US-Händlern. Der geplante Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik der Fed bereitet den Experten Sorgen. AFP

Düstere Mienen bei den US-Händlern. Der geplante Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik der Fed bereitet den Experten Sorgen.

New YorkDie US-Börsen haben wegen Spekulationen über einen möglicherweise unerwartet schnellen Ausstieg der US-Notenbank Fed aus ihrer ultralockeren Geldpolitik den dritten Tag in Folge Verluste verzeichnet. Der Präsident der Fed von Chicago, Charles Evans, hatte am Dienstag gesagt, sollten die Konjunkturdaten gut sein, könnte die Notenbank schon im nächsten Monat mit dem "Exit" starten. Zuletzt hatten Anleger anhand der eher mauen Entwicklung der Konjunktur mehrheitlich auf einen späteren Beginn des Ausstiegs gesetzt und damit Dow sowie S&P in der vergangenen Woche noch auf Rekordhöhen gehievt.

Am Mittwoch ging der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,3 Prozent tiefer bei 15.470 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte das Barometer zwischen einem Hoch von 15.516 Punkten und einem Tief von 15.421 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,4 Prozent auf 1690 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,3 Prozent auf 3654 Stellen. In Frankfurt war der Dax mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 8260 Zählern aus dem Handel gegangen. Auch hier wurden Anleger unter anderem von der Aussicht auf ein baldiges Ende der lockeren US-Geldpolitik entmutigt.

Derzeit pumpt die Fed monatlich rund 85 Milliarden Dollar über den Aufkauf von Anleihen in die Wirtschaft und hält die Zinsen nahe null Prozent. Fed-Chef Ben Bernanke hatte zwar bereits vor einiger Zeit erklärt, dass der Zeitpunkt des Exits immer näher rückt. Der genaue Zeitpunkt ist aber noch offen, was Anleger verunsichert. "Niemand will, dass die Fed die Aufkäufe zu früh beendet. Und es gibt die Befürchtung, dass es bei einem Ende zu einem Abschwung der Wirtschaft kommt", sagte Tim Speiss, Anlageberater bei EisnerAmper. Zudem ist die US-Berichtssaison fast vorbei. "Deshalb gibt es keine großen Firmengeschichten, die uns davon abhalten, Gewinne mitzunehmen", sagte Rick Meckler von LibertyView Capital Management.

Zu den wenigen, die noch ihre Zwischenberichte vorlegten, gehörte der Unterhaltungskonzern Walt Disney. Die Aktien fielen um 1,7 Prozent. Der Konzern hat zwar einen Quartalsgewinn etwas deutlicher gesteigert als erwartet. Sein geplanter Blockbuster "The Lone Ranger" mit Johnny Depp wird aber wohl eher ein Flopp und könnte bis zu 190 Millionen Dollar Verlust einspielen.

Obwohl bei Time Warner Gewinn und Umsatz im Quartal deutlicher stiegen als erwartet, weil Filme "The Great Gatsby" mit Leonardo di Caprio und "Man of Steel" viel Geld einspielten, lag das Papier zu Handelsschluss 0,4 Prozent im Minus. Zuvor war es noch deutlich angestiegen.

Wie bei der deutschen Tochter Sky geht es zudem auch bei deren Mutter 21st Century Fox aufwärts. Der Konzern des US-Milliardärs Rupert Murdoch steigerte dank guter Geschäfte der Kabelsender Gewinn und Umsatz, die Aktie legte um 1,8 Prozent zu.

Um 13 Prozent abwärts ging es mit Papieren von First Solar. Der Solarmodulbauer hat im zweiten Quartal einen unerwartet deutlichen Gewinn- und Umsatzrückgang ausgewiesen und seine Jahresprognose gesenkt.

Von den 434 Unternehmen aus dem 500 Firmen umfassenden S&P500, die bis Mittwochmorgen ihre Bilanzen vorgelegt haben, haben fast 68 Prozent die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. Das liegt auf einer Linie mit den durchschnittlichen Werten der vergangenen vier Quartale, aber unter dem Durchschnitt der Vorjahre. Beim Umsatz überraschten 54 Prozent der Unternehmen positiv. Der Wert liegt über dem der vergangenen vier Quartale, aber ebenfalls unter dem langjährigen Durchschnitt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 630 Millionen Aktien den Besitzer. 894 Werte legten zu, 2082 gaben nach und 112 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,67 Milliarden Aktien 815 im Plus, 1663 im Minus und 112 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Boersenfuzzi

07.08.2013, 16:43 Uhr

"Niemand will, dass die Fed die Aufkäufe zu früh beendet. Und es gibt die Befürchtung, dass es bei einem Ende zu einem Abschwung der Wirtschaft kommt", sagte Tim Speiss, Anlageberater bei EisnerAmper.

Der wollte wohl eher sagen das er Sorge hat nicht mehr an der Börse verdienen zu können...

Account gelöscht!

08.08.2013, 11:39 Uhr

Mag sein, daß die FED ein bischen "tapered", vielleicht von 85 auf nur 65, aber danach gehts hoch auf über 100, schaun mer mal

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