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08.08.2014

23:57 Uhr

Börse New York

US-Angriffe im Irak lassen Wall Street kalt

Im Irak fliegen US-Jets Luftangriffe. Große Kriegsangst macht sich an der Wall Street aber noch nicht breit. Entspannungssignale aus Moskau hoben stattdessen die Stimmung, die Börse ging mit Gewinnen ins Wochenende.

Menschen gehen vor dem Gebäude der New Yorker Börse vorbei. Die Kurse bewegen sich nur wenig – Investoren warten ab. AFP

Menschen gehen vor dem Gebäude der New Yorker Börse vorbei. Die Kurse bewegen sich nur wenig – Investoren warten ab.

New YorkDie Hoffnung auf eine Entspannung der Ukraine-Krise hat den US-Börsen Auftrieb gegeben. Anders als in Europa ließen sich die Anleger an der Wall Street vom Eingreifen des US-Militärs im Irak kaum beeindrucken. "Der Markt hasst Unsicherheit", sagte Investmentstratege Malcolm Polley von Stewart Capital Advisors. Wenn Informationen fehlten, gingen die meisten Investoren vom schlimmsten Szenario aus und stießen Aktien ab. Das Ende des Manövers der russischen Streitkräfte nahe der Grenze zur Ukraine habe dem Markt etwas Unsicherheit genommen. "Zudem macht die US-Regierung im Irak genau das, was sie angekündigt hat."

Der Dow-Jones-Index ging am Freitag bei 16.553 Punkten mit einem Plus von 1,1 Prozent aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 1,15 Prozent auf 1931 Zähler. Das waren die prozentual höchsten Tagesgewinne für beide Börsenbarometer seit dem 4. März. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,8 Prozent auf 4371 Stellen. Auf Wochensicht gewann der Dow 0,4 Prozent, der S&P 0,3 Prozent und der Nasdaq 0,4 Prozent. Diese Zuwächse sicherten sich die Indizes erst im Handelsverlauf am letzten Tag der Handelswoche.

Genährt wurde die Zuversicht auch von Aussagen des Chefs des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew. Dieser hatte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti gesagt: "Russland wird weiterhin alle Anstrengungen untenehmen, um die Spannungen schnell zu verringern." Dies hatte auch die Verluste des Dax eingedämmt. Er schloss 0,3 Prozent tiefer bei 9009,32 Punkten. Aus Angst vor einem neuen Irak-Krieg hatten Anleger zunächst Aktien in großem Stil verkauft. Drei Jahre nach dem Abzug der US-Truppen aus dem Golfstaat bombardierten Kampfjets am Freitag im Norden eine Artilleriestellung der Extremisten- Organisation Islamischer Staat (IS). Kämpfer der IS haben in den vergangenen Tagen zahlreiche irakische Städte unter ihre Kontrolle gebracht. Zehntausende Angehörige religiöser Minderheiten wie Jesiden und Christen mussten fliehen.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Bei den Einzelwerten stachen die Aktien der kanadischen Pharmafirma Tekmira Pharmaceuticals hervor. Die in den USA gehandelten Papiere sprangen um 45 Prozent in die Höhe, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA den Weg freigemacht hatte, um einzelne Infizierte mit dem noch nicht zugelassenen Ebola-Medikament von Tekmira zu behandeln. Auch bei der Pharmafirma BioCryst hoffen die Anleger darauf, dass ein experimentelles Medikamente im Kampf gegen die Seuche Ebola eingesetzt werden kann. BioCryst stiegen um über acht Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit einer Verschärfung der Epidemie in Westafrika.

Gefragt waren auch Papiere des Grafikchip-Herstellers Nvidia, die um fast neun Prozent zulegten. Das Unternehmen hat seinen Umsatz zuletzt kräftig gesteigert und für das laufende Vierteljahr einen überraschend positiven Ausblick gegeben.

Dagegen gaben die Aktien des Spieleentwicklers Zynga 1,4 Prozent nach. Die Firma verschob einige Projekte nach hinten und senkte den Ausblick für dieses Jahr.

Die US-Kreditmärkte legten leicht zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 3/32 auf 100-24/32. Die Rendite sank auf 2,413 Prozent. Der 30-jährige Bond stieg 6/32 auf 102-27/32 und rentierte mit 3,226 Prozent. Händler sagten, dass die Staatsanleihen angesichts der geopolitischen Spannungen wie im Irak als sicherer Hafen gesucht gewesen seien.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,63 Milliarden Aktien den Besitzer. 2324 Werte legten zu, 744 gaben nach und 107 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,75 Milliarden Aktien 1872 im Plus, 818 im Minus und 119 unverändert.

Von

rtr

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