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21.03.2017

22:41 Uhr

Börse New York

US-Anleger bekommen Zweifel am Trump-Boom

Verhaltene Laune an der New Yorker Börse hat den Leitindex Dow Jones ins Minus rutschen lassen. Anleger stießen vor allem Finanzwerte ab. Die Zweifel an einer raschen Umsetzung der Wirtschaftspläne von Trump wachsen.

Am Dienstag gaben die US-Börsen zunächst nach. Reuters, Sascha Rheker

Börse New York

Am Dienstag gaben die US-Börsen zunächst nach.

New YorkWachsende Zweifel an einer raschen Umsetzung der Wirtschaftspläne von US-Präsident Donald Trump haben die Wall Street am Dienstag schwer belastet. Investoren machten sich Sorgen, dass die neue Regierung Probleme bekommen könnte, etwa die von ihr versprochenen Steuererleichterungen durchzusetzen.

Am Markt ging die Befürchtung um, dass sich der Kongress in Washington zunächst in langwierigen Grabenkämpfen um die Rückabwicklung der unter Trumps Vorgänger Barack Obama verabschiedeten Gesundheitsreform verzetteln könnte. Die Republikaner hätten zuerst die Steuerreform angehen sollen, sagte Portfolio-Stratege Brian Jacobsen vom Wells Fargo Funds Management. „Sie kommen mehr wie ein bunter Haufen rüber als wie eine Partei, die etwas gebacken kriegt.“

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,1 Prozent niedriger bei 20.668 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 gab um 1,2 Prozent auf 2344 Zähler nach. Es war das erste Mal seit Oktober, dass der Index mehr als ein Prozent verlor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ließ 1,8 Prozent Federn auf 5793 Stellen.

Die Verluste an der Wall Street überwogen in Europa die anfängliche Erleichterung über den Auftritt des pro-europäischen französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron beim ersten TV-Duell mit seinen schärfsten Kontrahenten, allen voran Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National. Der EuroStoxx50 büßte 0,3 Prozent auf 3426 Zähler ein. Der Dax verlor 0,75 Prozent auf 11.962 Punkte.

Zu den Verlierern in New York zählten Finanztitel. Sie hatten dank der Hoffnungen auf eine weniger strenge Regulierung unter Trump seit der Wahl im November rund 20 Prozent zugelegt - fast doppelt so stark wie der Gesamtmarkt. Der Finanzindex des S&P gab 2,9 Prozent nach. Bank-of-America-Aktien verloren 5,8 Prozent an Wert. Goldman Sachs-Titel zogen mit einem Minus von 3,7 Prozent den Dow nach unten.

Die Apple-Aktie stieg vorübergehend auf ein Allzeithoch, nachdem der US-Technologiekonzern ein neues iPad-Modell angekündigte hatte. Am späten Vormittag kostete das Papier zwischenzeitlich 142,80 Dollar. Im weiteren Handelsverlauf gab es aber wieder nach und schloss 1,1 Prozent im Minus bei 139,85 Dollar.

Auch die Facebook-Aktien setzten ihren jüngsten Höhenflug mit einem Rekordhoch auf 142,31 Dollar zunächst fort, schlossen aber mehr als 1 Prozent im Minus. Das soziale Netzwerk hat die Übertragungsrechte für mehr als 22 Spiele der US-Fußball-Profi-Liga Major League Soccer erworben.

Die Aktien von General Mills büßten 0,8 Prozent ein. Der Lebensmittelkonzern hatte mit seinem Nettoumsatz im dritten Geschäftsquartal die Markterwartungen enttäuscht.

Die Anteilsscheine von PPG Industries verbilligten sich um gut 1 Prozent. Das Unternehmen plane ein neues Übernahmeangebot für den niederländischen Farben- und Chemikalienkonzerns Akzo Nobel, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Anfang März hatte Akzo Nobel eine erste Offerte über rund 22 Milliarden Dollar als substanziell zu niedrig zurückgewiesen.

Die besten Anlagen 2016

Zucker

Die Preise vieler Agrarrohstoffe sind 2016 deutlich gestiegen. Am deutlichsten stieg der Preis für Rohrzucker – auch wenn über die Hälfte der Performance seit dem Herbst wieder abgeschmolzen ist. Wer an den Terminbörsen zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Zucker anlegte, hat jetzt 132.950 Euro auf dem Konto. Grund für den Anstieg sind Aussichten auf eine sinkende Produktion. Ähnlich ist es bei Kaffee, Baumwolle und Kakao. Ein höheres Angebot ließ dagegen die Preise für Mais und Weizen fallen.

Aktien Russland

Vom Absturz zu Beginn des Jahres erholten sich sowohl der Leitindex Micex als auch der Rubel deutlich. Hauptgründe dafür sind der steigende Ölpreis und nach der Trump-Wahl die Hoffnung auf ein besseres politisches Verhältnis zwischen den USA und Russland. Aus 100.000 in Russland angelegten Euro wurden so im vergangenen Jahr 152.950 Euro. Zum Vergleich: Aus 100.000 angelegten Euro wurden im amerikanischen Dow Jones - inklusive des Dollar-Anstiegs - „nur“ 116.140 Euro, im deutschen Dax waren es 106.780 Euro und im Euro Stoxx 50 der Standardwerte im Euro-Raum 100.770 Euro.

Öl

Der weitere Verfall des Ölpreises schockte die Anleger zu Jahresbeginn. Bis auf das Zwölfjahrestief von 27 Dollar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Bren bis zum Februar. Er erholte sich aber deutlich, in der Hoffnung darauf, dass die Ölstaaten die Fördermengen begrenzen. was sie Ende 2016 tatsächlich machten. Aus 100.000 in Öl-Terminkontrakte investierten Euro wurden bis am Jahresende 161.080 Euro.

Zink

Zink war 2016 der Rohstoff mit dem höchsten Preisanstieg. Im vergangenen Jahr stieg der Preis von Zink, das vielfach in der Industrie eingesetzt wird in Euro gerechnet um 62,84 Prozent.

Aktien Kasachstan

Das zentralasiatische Land ist der zweitgrößte Ölexporteur im postsowjetischen Raum und profitierte damit deutlich vom seit Mitte Februar wieder gestiegenen Ölpreis. Wer 100.000 Euro in den gerade mal neun Werte umfassenden Kase-Index investierte, machte einen Gewinn von 66,27 Prozent.

Aktien Peru

Die Aktie in Peru profitierte von der Wahl des neuen Präsidenten Pablo Kuczynski, der als liberal und wirtschaftsfreundlich gilt. Dazu sind im Leitindex Peru General S&P/BVL viele Minenwerte notiert – und die profitierten vom Anstieg der Minenpreise. Auch die Landeswertung Sol stieg. Das machte bei einer Investition von 100.000 Euro für hiesige Investoren einen Gewinn von 67.210 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Börse allerdings ein Drittel verloren.

Aktien Brasilien

Vor allem das Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschefin Dilma Rousseff trieb Brasiliens Aktienkurse und den Real nach oben, weil dadurch die Präsidentin abgelöst wurde, die das Land in die Rezession und den größten Korruptionsskandal aller Zeiten getrieben hatte. Dass inzwischen auch gegen die Regierung und Ihren Präsidenten Michel Temer Korruptionsvorwürfe bestehen, bremste die Hausse nicht – ebenso wenig wie die Tatsache, dass das Land immer noch in der Rezession feststeckt. Unter dem Strich machten Anleger, die Anfang vergangenen Jahres 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investierten einen Gewinn von 76.160 Euro. So viel gab es in keiner anderen Anlageklasse.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand: 30.12.2016

Der Kurs des Euro hielt sich im US-Handel auf dem im europäischen Geschäft erreichten, deutlich höheren Niveau. Nachlassende Sorgen der Anleger vor politischen Turbulenzen in der Eurozone sorgten für Auftrieb. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,0813 US-Dollar. Letztmals wurde der Euro Anfang Februar über der Marke von 1,08 Dollar gehandelt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund eine Milliarde Aktien den Besitzer. 603 Werte legten zu, 2364 gaben nach und 120 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,17 Milliarden Aktien 463 im Plus, 2433 im Minus und 179 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 11/32 auf 98-13/32. Die Rendite sank auf 2,432 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 26/32 auf 98-03/32 und rentierte mit 3,047 Prozent.

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22.03.2017, 10:25 Uhr

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