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18.12.2013

00:13 Uhr

Börse New York

US-Anleger meiden das Risiko

An der Wall Street will man sich nicht die Finger verbrennen. Deswegen halten sich die meisten Anleger aus dem Handel heraus. Sie wollen erst abwarten, wie sich die Fed bezüglich ihrer Geldpolitik entscheiden wird.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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New YorkEinen Tag vor dem mit Spannung erwarteten US-Notenbank-Entscheid haben sich die Anleger an der Wall Street zurückgehalten. Die Indizes tendierten am Dienstag leicht im Minus. Die mächtigste Zentralbank der Welt wird am Mittwoch über ihren weiteren Kurs informieren. Investoren spekulieren seit Wochen darüber, ob der scheidende Fed-Chef Ben Bernanke auf seiner letzten Pressekonferenz im Amt die geldpolitische Wende einleiten wird.

„Die Meinungen darüber gehen total auseinander, deshalb lehnt sich auch niemand mehr aus dem Fenster“, sagte ein Börsianer. Einig seien sich Anleger aber darin, dass die Fed wohl spätestens im Frühjahr handeln und ihre Anleihenkäufe drosseln werde. „Diese Erwartung ist weitestgehend in den aktuellen Kursen vorweggenommen.“

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Manche Investoren gehen allerdings davon aus, die Fed bereits am Mittwoch ihre Zügel straffen wird. Sie argumentieren mit zuletzt robusten Konjunkturdaten. Andere verweisen darauf, dass die Inflation nach wie vor keine Probleme bereite und die Notenbank daher noch warten könne. Bislang pumpt die Fed durch den Kauf von Anleihen und Immobilienpapieren monatlich 85 Milliarden Dollar in die Märkte.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten schloss 0,1 Prozent tiefer auf 15.875 Punkten. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 15.836 und 15.917 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verringerte sich um 0,3 Prozent auf 1781 Stellen. Der technologielastige Nasdaq-Index sank 0,1 Prozent auf 4023 Zähler. In Frankfurt ging der Dax 0,9 Prozent schwächer bei 9085 Zählern aus dem Handel. Der EuroStoxx50 schloss 1,2 Prozent niedriger bei 2942 Punkten.

Unter den US-Einzelwerten legten Facebook -Aktien knapp zwei Prozent zu, weil der Internetkonzern noch diese Woche damit beginnen will, testweise Video-Werbung zu verkaufen.

Der US-Finanzinvestor KKR reduziert seine Abhängigkeit vom traditionellen Geschäft mit Firmenübernahmen und übernimmt für 2,6 Milliarden Dollar die Spezialfinanzierungs-Sparte KFN komplett. KKR-Aktien reagierten darauf mit einem Kursrückgang von 1,2 Prozent, während KFN-Papiere gut 30 Prozent in die Höhe schossen.

Der Mischkonzern 3M bekräftigte seine Geschäftsziele und erhöhte die Dividende - deshalb kletterte die Aktie um 2,9 Prozent. Auch Boeing will mehr an die Aktionäre ausschütten und plant zudem einen Aktienrückkauf. Die Papiere des Flugzeugbauers stiegen um knapp ein Prozent.

USA 2014: Lokomotive oder Pulverfass?

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An der New York Stock Exchange wechselten rund 670 Millionen Aktien den Besitzer. 1384 Werte legten zu, 1626 gaben nach und 138 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,83 Milliarden Aktien 1156 im Plus, 1418 im Minus und 139 unverändert.

Von

rtr

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