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29.04.2015

00:07 Uhr

Börse New York

US-Anleger warten auf die Fed

Gute Quartalzahlen von Merck treiben den Dow Jones an. Doch im Vorfeld der morgigen Sitzung der US-Notenbank Fed halten sich die Anleger eher zurück. Die US-Börsen haben am Dienstag uneinheitlich geschlossen.

Einen Kursrutsch gab es bei der Aktie des Elektrogeräteherstellers Whirlpool. Dieser senkte seine Prognose. Die Papiere rutschten 7,6 Prozent ab. dpa

New York Stock Exchange

Einen Kursrutsch gab es bei der Aktie des Elektrogeräteherstellers Whirlpool. Dieser senkte seine Prognose. Die Papiere rutschten 7,6 Prozent ab.

New YorkErmutigende Konjunkturdaten und Unternehmensnachrichten haben am Dienstag der Wall Street Halt gegeben. Positive Impulse lieferten insbesondere ein starker Quartalsbericht von Merck sowie Zahlen zum Immobilienmarkt.

So stiegen die Preise von US-Einfamilienhäusern im Februar deutlicher als erwartet. Apple löste indes an der Technologiebörse Nasdaq eine Achterbahnfahrt aus. Kurz vor Börsenschluss wurden überraschend die Twitter-Zahlen bekannt, die eigentlich erst nach Ende des Handels veröffentlicht werden sollte. Twitter kappte seine Jahresprognose, die Aktie brach um 18 Prozent ein.

Wie der Wall Street-Handel lief

Twitter-Zahlen enttäuschen

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Der Dow-Jones-Index schloss mit 18.110 Punkten 0,4 Prozent im Plus. Der breiter gefasste S&P-500 tendierte mit 2114 Zählern 0,3 Prozent höher. Die Technologiebörse Nasdaq ging mit 5055 Punkten aus dem Handel, ein Minus von 0,1 Prozent. Die Anleger warteten mit Spannung darauf, welche Zinssignale von der US-Notenbank kommen, deren zweitägige Sitzung am Mittwoch endet.

Twitter erwartet für das Gesamtjahr nur noch einen Umsatz zwischen 2,17 und 2,27 Milliarden Dollar, nach bislang vorhergesagten 2,3 bis 2,35 Milliarden, wie der Konzern kurz vor Börsenschluss mitteilte. Zudem wurden die Umsatzerwartungen für das abgelaufene Quartal verfehlt. Die Quartalszahlen waren schon eine knappe Stunde vor Börsenschluss vom Mediendienst Selerity bekannt gemacht und kurz darauf von Twitter bestätigt worden.

Im Rampenlicht standen zudem Apple. Der iPhone-Hersteller präsentierte einen überraschend starken Zwischenbericht. Dies trieb die Apple-Aktie zunächst auf ein Rekordhoch, bevor Gewinnmitnahmen sie tief ins Minus drückten. Die Aktie ging mit einem Minus von rund zwei Prozent aus dem Handel, was die Nasdaq belastete.

Merck gewann rund fünf Prozent an Börsenwert. Der Pharmakonzern überzeugte Anleger mit seiner Bilanz und meldete überdies ein positives Testergebnis für sein Diabetes-Mittel Januvia.

Dividenden - Fragen und Antworten

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, den ein Konzern direkt an die Anleger ausschüttet. Einen Anspruch auf Dividende haben Aktionäre nicht. Unternehmen können das Geld auch nutzen, um Schulden zurückzuzahlen, Investitionen zu tätigen oder Übernahmen zu finanzieren. Manche Unternehmen wie die Deutsche Telekom zahlen Aktionären auch eine Mindest-Dividende.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite gibt den prozentualen Anteil der Dividende am Aktienkurs an.

Wer bekommt eine Dividende und wann?

Dividendenberechtigt ist jeder, der am Tag der Hauptversammlung mindestens eine Aktie des Unternehmens im Depot hat – egal, ob er sie bereits vor Jahren oder erst am Tag zuvor gekauft hat. Der vom Management vorgeschlagene Bonus wird mit den Stimmen der Aktionäre bei der Hauptversammlung beschlossen. Schon direkt am Folgetag oder kurz darauf landet die Dividende auf dem Konto des Anlegers. In Deutschland ist eine jährliche Dividendenzahlung üblich.

Lohnt es sich, eine Aktie nur zur Ausschüttung zu kaufen?

Von der verlockenden Strategie, kurz vor dem Stichtag zu kaufen, um einen Tag danach wieder zu verkaufen, raten Experten Normalanlegern ab. Denn schon vorher ist üblicherweise die vom Unternehmen angekündigte Dividende im Aktienwert „eingepreist“. Das heißt, der Kurs ist in den Wochen vor der Hauptversammlung um diesen Betrag gestiegen – und fällt danach meist wieder.

Was bekommt das Finanzamt?

Seit 2009 gilt die Abgeltungsteuer für Kapitaleinkünfte, die eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent vorsieht. Für Aktionäre bedeutet dies, dass ein Viertel ihrer Dividenden an den Fiskus wandert. Die Banken, bei denen Aktionäre ihre Depots verwalten, führen die Steuer automatisch ab. Bei Wertpapierbeständen im Ausland müssen Anleger selbst aktiv werden und die Dividenden in der Steuererklärung angeben.

Der weltgrößte Paketdienst UPS erzielte durch Preiserhöhungen einen Gewinnplus. Die Aktie stieg um mehr als drei Prozent.

Die IBM -Papiere kletterten knapp zwei Prozent, nachdem der Konzern die Dividende kräftig angehoben hatte.

Coach -Titel sackten dagegen mehr als sechs Prozent ab. Der Handtaschenhersteller verfehlte mit seinem Umsatz die Erwartungen. Auch der Gewinn bei Ford lag unter den Expertenschätzungen. Der Kurs des Autobauers gab ein Prozent nach. Der Pharmakonzern Pfizer und der Elektrogerätehersteller Whirlpool senkten ihre Prognosen. Whirlpool-Aktien verloren 7,1 Prozent, Pfizer 0,3 Prozent tiefer.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 790 Millionen Aktien den Besitzer. 1906 Werte legten zu, 1121 gaben nach und 153 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,03 Milliarden Aktien 1657 im Plus, 1065 im Minus und 153 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben ebenfalls nach. Die zehnjährigen Papiere fielen um 23/32 auf 99-30/32. Sie rentierten mit 2,004 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 26/32 auf 95-27/32 und hatten eine Rendite von 2,704 Prozent. Händler begründeten dies damit, dass die Anleger mit Blick auf die Fed-Sitzung am Mittwoch Anleihen verkauften.

In Frankfurt ging der Dax 1,9 Prozent schwächer bei knapp 11.812 Punkten aus dem Handel.

Von

rtr

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