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24.05.2013

22:44 Uhr

Börse New York

US-Anleger ziehen sich zurück

Die Nervosität an der Wall Street ist am Freitag gestiegen. Anleger befürchteten ein Ende der ultralockeren Geldpolitik - und damit ein Ende der Rally. Unter den Einzelwerten sorgte Procter & Gamble für Aufsehen.

Händler an der NYSE: Wie lange bleiben die Geldschleusen noch offen? ap

Händler an der NYSE: Wie lange bleiben die Geldschleusen noch offen?

New YorkDie Furcht der Anleger vor einem baldigen Anziehen der US-Geldpolitik hat die Wall Street am Freitag den dritten Tag in Folge ins Minus gezogen.

Allerdings machte der Dow-Jones-Index der 30 industriellen Standardwerte anfängliche Verluste wieder gut und ging mit einem hauchdünnen Plus von 0,1 Prozent und 15.303 Zählern ins Wochenende. Damit ist der Dow Jones Industrial mit dem ersten Wochenverlust seit mehr als einem Monat aus dem Handel gegangen. In der Vorwoche hatte der Index noch um mehr als 1,5 Prozent und seit Jahresbeginn bereits um über 16 Prozent zugelegt.

Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,1 Prozent auf 1649 Zähler nach. Der Index der technologielastigen Nasdaq trat bei 3459 Punkten auf der Stelle. In Frankfurt ging der Leitindex mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 8305,32 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 gab am Freitag 0,4 Prozent auf 2765,88 Zähler nach.

Für etwas Erleichterung sorgte zwar ein unerwartet starker Anstieg der Bestellungen für langlebige Industriegüter, aber dieser Hoffnungsschimmer für die Konjunktur konnte die Stimmung nicht ins Positive wenden. Analyst Peter Kenny von Knight Capital sprach von einem Stimmungswandel an der Börse: Nach langer Abwesenheit sei die Vorsicht zurückgekehrt. "Die Märkte sind auf der Suche nach einer Neujustierung und einer Kurskorrektur nach unten."

Für den positiven Wochenschluss des Dow-Jones-Indexes sorgte vor allem die Aktie von Procter & Gamble, die um mehr als vier Prozent zulegte. Der Konsumgüter-Hersteller holte seinen früheren Chef A.G. Lafley inmitten eines Umbaus an die Konzernspitze zurück.

"Das ist an Tagen wie diesen ein eindeutiger Beweis, dass noch Geld im Markt ist, um in Aktien zu investieren", kommentierte Tim Griskey von Salaris Asset Management das Plus von Procter & Gamble. Investoren suchten dann nach jeder Ausrede für ihr Engagement.

Die Papiere von Sears standen mit einem Verlust von mehr als 13 Prozent im Fokus. Der Einzelhändler hatte zuvor einen unerwartet hohen Quartalsverlust ausgewiesen. Auch die Papiere anderer Handelsketten wie die Modehäuser Gap (-1,7 Prozent) und Abercrombie & Fitch (-8 Prozent) verbilligten sich deutlich. Gap hatte zwar mit seinen Quartalszahlen die Analystenerwartungen übertroffen und die Prognose bestätigt. Branchenexperten hatten sich aber von den geschäftlichen Zielvorgaben mehr erhofft. Abercrombie & Fitch litten unter einem negativeren Ausblick.

Der Internet-Veteran Yahoo legte hingegen fast 1,2 Prozent zu. Der Konzern ist weiter auf Einkaufstour und hat ein Gebot für das Videoportal Hulu eingereicht, wie zwei mit der Sache vertraute Personen berichteten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 590 Millionen Aktien den Besitzer. 1320 Werte legten zu, 1629 gaben nach und 134 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,44 Milliarden Aktien 1279 im Plus, 1173 im Minus und 120 unverändert.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

25.05.2013, 00:14 Uhr

Anleger befürchteten ein Ende der ultralockeren Geldpolitik - und damit ein Ende der Rally.

das ja dann auch kein anlegen sondern Zocken...

flieger369

25.05.2013, 10:26 Uhr

Man kann es nicht mehr hören und begreifen kann man es schon garnicht. Das was die Aktienbörsen zeigen, hat nichts mit Wirtschaft zu tun und mehr oder weniger Wert der Gesellschaften zu tun. Hier zeigt sich lediglich das zocken mit billigem Geld. Wo das Geld am Ende herkommt ? Das sind die Verluste an Zinserträgen des Normalbürgers. Billiges Geld hilft nur dem Zocker, sonst niemanden. Aber irgendwie bekommen die Menschen das nicht so richtig mit!

Account gelöscht!

25.05.2013, 10:38 Uhr

Ich glaube, die Zurückhaltung an der Wall Street am Freitag lässt sich eher mit der Angst vor einem Börsenfreien Montag erklären.

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