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05.11.2015

23:15 Uhr

Börse New York

US-Anleger zittern vor Pharma-Untersuchung

Auffällige Preisanhebungen bei Medikamenten haben US-Politiker auf den Plan gerufen – und schickten Pharma-Aktien in den Keller. Die Wall Street wartet zudem auf Job-Daten. Zu den Gewinnern gehört ein Modekonzern.

Händler auf dem Parkett der Wall Street. Reuters

New York Stock Exchange

Händler auf dem Parkett der Wall Street.

New YorkEnttäuschende Quartalszahlen und der bevorstehende US-Arbeitsmarktbericht haben am Donnerstag für Zurückhaltung an der Wall Street gesorgt. Anleger ließen Vorsicht walten vor Veröffentlichung der mit Spannung erwarteten Jobdaten am Freitag. Diese sollen neue Hinweise darauf liefern, wann die Notenbank (Fed) die Zinswende wagen wird.

Eine Anhebung der Leitzinsen in den USA im Dezember sei „eine reale Möglichkeit“, hatte Yellen am Mittwoch in einer Anhörung vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des US-Repräsentantenhauses gesagt. Dies war an den Märkten als ein klares Zeichen gewertet worden, dass es im Dezember tatsächlich zur lange erwarteten Zinswende kommen könnte. „Ich sehe die US-Wirtschaft in einer guten Verfassung“, betonte die Notenbankchefin.

Die jüngsten Konjunkturdaten zeichneten derweil kein eindeutiges Bild: So waren die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die als Indikator für den Arbeitsmarktbericht gelten, stärker als erwartet gestiegen. Zudem wurde bekannt, dass sich die Produktivität der US-Unternehmen im dritten Quartal überraschend erhöht hatte. Gleichzeitig waren die Lohnkosten schwächer gestiegen als von Ökonomen prognostiziert.

Zu den Verlierern an der Wal Street zählten am Donnerstag insbesondere Pharmawerte, weil Parlamentarier Preisanhebungen bei Medikamenten unter die Lupe nehmen. Die Ermittlungen drückten am Markt die Stimmung, sagte Händler Larry Peruzzi vom Brokerhaus Cabrera Capital Markets.

Der Dow bewegt sich kaum

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss kaum verändert auf 17.863 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ließ 0,1 Prozent auf 2099 Zähler Federn. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,3 Prozent auf 5127 Stellen. In Frankfurt ging der Dax 0,4 Prozent fester bei knapp 10.888 Punkten aus dem Handel.

Valeant: Pharma-Aufsteiger im Abwehrkampf

Valeant

Pharma-Aufsteiger im Abwehrkampf

Der kanadische Pharmakonzern Valeant kämpft um seinen Ruf. Mit einer ausführlichen Präsentation widerspricht er dem Verdacht der Bilanzmanipulation. Wirklich abschütteln kann er die Skepsis der Investoren bisher nicht.

Im Fokus an der Wall Street stand vor allem der Gesundheitssektor, dessen Branchenindex 0,4 Prozent abgab. Ein Senatsausschuss hatte am Mittwoch eine Untersuchung gestartet, um auffälligen Arzneimittelpreis-Anhebungen nachzugehen. Das Gremium forderte dazu Dokumente von vier Herstellern an. Darunter ist der Valeant -Konzern, dessen Kurs am Donnerstag mehr als 14 Prozent einbrach.

Besonders stark gaben Biotechnologie-Titel nach. Sie büßten im Schnitt 1,9 Prozent ein. Dazu trug zudem das Unternehmen Celgene bei, das mit seinem Umsatz die Erwartungen verfehlte. Celgene-Papiere sackten 5,3 Prozent ab.

Auf der Verliererseite standen ferner Qualcomm, die 15,2 Prozent in den Keller rutschten. Der Chiphersteller verprellte die Anleger mit seiner Gewinnprognose. Im Dow litten die Aktien von Ölkonzernen unter dem weiter fallenden Ölpreis. So fielen Chevron Corp. am Indexende um mehr als 2 Prozent, Exxon Mobil büßten mehr als 1 Prozent ein.

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