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11.01.2017

22:19 Uhr

Börse New York

US-Börsen erholen sich von Trump-Dämpfer

Die Wall Street reagierte verschreckt auf den Auftritt vom künftigen US-Präsident Donald Trump, der die Medikamentenpreise kritisierte. Am Ende erholten sich die Aktien aber wieder. Auf der Gewinnerseite: Energiewerte.

Der US-Börsenindex Dow Jones liegt nach wie vor unter der Marke von 20.000 Punkten. AP

Börsenhändler in New York

Der US-Börsenindex Dow Jones liegt nach wie vor unter der Marke von 20.000 Punkten.

New YorkDie Wall Street hat am Mittwoch verschreckt auf den Auftritt des künftigen US-Präsidenten Donald Trump reagiert. Im späten Handel erholten sich die US-Börsen aber wieder und schlossen etwas fester. Aggressive Bemerkungen Trumps zu den Medikamentenpreisen sorgten vor allem für Druck auf die Pharmawerte. Börsianer sprachen von einer unruhigen Stimmung am Markt.

Von Trumps erster Pressekonferenz seit dem Wahlsieg Anfang November hatten die Investoren vor allem neue Hinweise erwartet, wie der neue Präsident das Wirtschaftswachstum forcieren will. Allein seine Ankündigung eines großangelegten Konjunkturprogramms hatte die US-Börsen auf Rekordhöhen getrieben. Zuletzt waren die Akteure aber vorsichtiger geworden. Mit ein Grund dafür ist die in Kürze beginnende Berichtssaison der Unternehmen.

Wie der Wall Street Handel lief

Trumps Pressekonferenz verschreckt Anleger

Wie der Wall Street Handel lief: Trumps Pressekonferenz verschreckt Anleger

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Der Dow-Jones -Index der Standardwerte ging 0,5 Prozent fester aus dem Handel mit 19.954 Punkten und näherte sich damit wieder der psychologisch wichtigen 20.000er-Marke, die er noch nie überschritten hat. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,3 Prozent auf 2275 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,2 Prozent auf rund 5564 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,5 Prozent fester höher bei 11.646 Zählern.

An der Wall Street standen Pharmawerte klar im Mittelpunkt. Der Gesundheitssektor gab im Schnitt ein Prozent nach, der Biotechnologie-Index der Nasdaq sogar drei Prozent. Auslöser war die scharfe Kritik Trumps an den Pharmafirmen. So warf er diesen vor, in ihren Preisforderungen an den Staat "über Leichen zu gehen". Dies werde sich unter seiner Regierung ändern.

Gegen den Trend zulegen konnte der Pharmariese Merck, dessen Kurs 2,9 Prozent stieg. Er profitierte von einer Mitteilung der Gesundheitsbehörde FDA, wonach diese eine Medikamentenkombination zur Behandlung von Lungenkrebs rasch prüfen will.

Zu den Verlieren gehörten auch die Aktien des Rüstungskonzerns Lockheed Martin, die 0,4 Prozent einbüßten. Auch hier äußerte Trump Kritik wegen seiner Ansicht nach zu hohen Kosten. Lockheeds Programm für den Kampfflieger F-35 liege weit hinter dem Zeitplan zurück und koste Milliarden mehr als ursprünglich veranschlagt.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Auf der Gewinnerseite waren dagegen Energiewerte, die im Schnitt 1,2 Prozent anzogen. Sie profitierten von steigenden Ölpreisen.

An der New Yorker Börse wechselten rund 890 Millionen Aktien den Besitzer. 2026 Werte legten zu, 922 gaben nach und 134 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,93 Milliarden Aktien 1564 im Plus, 1287 im Minus und 205 unverändert.

An den US-Kreditmärkten legten die Kurse zu, weil Trumps Äußerungen Anleger in sichere Anlagehäfen trieben. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 4/32 auf 96-26/32. Sie rentierten mit 2,36 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen 14/32 auf 98-18/32 und hatten eine Rendite von 2,95 Prozent.

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