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23.06.2014

22:32 Uhr

Börse New York

US-Börsen legen Verschnaufpause ein

Die guten Konjunkturdaten aus China können die schwachen Werte aus Europa aufwiegen: Die amerikanischen Börsen haben am Montag nur wenig leichter notiert. Im Fokus der Anleger stand der Software-Hersteller Micros.

An der Wall Street gab es am Montag nicht viel Bewegung. AFP

An der Wall Street gab es am Montag nicht viel Bewegung.

New YorkDie Wall Street hat nach der Rekordjagd in der vergangenen Woche eine Verschnaufpause eingelegt. Enttäuschende Konjunkturdaten aus Europa drückten auf die Stimmung, doch überraschend gute Wirtschaftszahlen aus China sorgten für ein gewisses Gegengewicht, so dass sich der Markt die Waage hielt. Impulse kamen noch am ehesten von den Unternehmen selbst. So standen milliardenschwere Übernahmen wie die des Software-Herstellers Micros durch den Branchenriesen Oracle im Fokus. Insgesamt ließen sich die Anleger aber auch dadurch nicht in Kauflaune versetzen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss knapp 0,1 Prozent tiefer bei 16.937 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 trat bei 1962 Punkten auf der Stelle. Er hatte die letzten sechs Handelstage zugelegt, die längste Serie mit Zuwächsen seit Mitte April. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tendierte unverändert bei 4368 Stellen. In Frankfurt verlor der Dax 0,7 Prozent auf 9920 Punkte. Der EuroStoxx50 büßte 0,6 Prozent ein.

Für Verkäufe sorgten vor allem der Einkaufsmanager-Index für die Privatwirtschaft in der Euro-Zone, der den zweiten Monat in Folge an Schwung verlor. Zudem zeigte er die große Kluft zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Währungsunion: Frankreich und Deutschland. Frankreich gerate im europäischen Vergleich immer stärker ins Hintertreffen, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. "Anzeichen für eine gefestigte Konjunkturerholung gibt es bislang nicht."

Zusätzliche Verunsicherung kam von einer erneuten Warnung der Europäischen Zentralbank (EZB) vor einer Überhitzung des Immobilienmarktes. Die schwelende Irak-Krise hielt zudem die Ölpreise hoch. Die jüngsten Konjunkturdaten aus China, wo die Industrie im Juni nach sechsmonatiger Pause wieder in Schwung kam, reichten da nicht aus, um die Stimmung zu heben.

Oracle-Aktien verteuerten sich nach der Übernahme um 0,7 Prozent, Micros-Papiere um 3,4 Prozent. Micros ist spezialisiert auf Abrechnungssoftware und -hardware für Restaurants und Hotels. Der SAP -Rivale Oracle baut mit dem Zukauf seine Präsenz in diesen Bereichen aus.

In der Energiebranche gab es einen über neun Milliarden Dollar schweren Deal. Wisconsin Energy übernimmt dabei den Rivalen Integrys. Damit entsteht ein großer Anbieter im Mittleren Westen der USA. Integrys-Papiere verteuerten sich um über zwölf Prozent. Wisconsin-Energy-Anteilscheine gaben mehr als drei Prozent nach.

Rund ein Prozent günstiger waren GE -Aktien zu haben, nachdem der Mischkonzern die Bieterschlacht gegen Siemens um die französische Industrie-Ikone Alstom für sich entschieden hatte. Alstom-Aktien gaben 4,1 Prozent nach, Siemens-Papiere büßten 1,7 Prozent ein und zählten damit im Dax zu den Schlusslichtern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 570 Millionen Aktien den Besitzer. 1491 Werte legten zu, 1520 gaben nach und 158 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 1154 im Plus, 1496 im Minus und 127 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 5/32 auf 99-2/32. Die Rendite sank auf 2,608 Prozent. Der 30-jährige Bond stieg 13/32 auf 98-31/32 und rentierte mit 3,430 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit den enttäuschenden europäischen Konjunkturdaten. Die Schwäche in Europa lasse die USA attraktiver erscheinen, sagte ein Marktbeobachter.

Von

rtr

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