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28.09.2013

00:06 Uhr

Börse New York

US-Etatstreit bremst Wall Street

Der 1. Oktober könnte ein Tag der Entscheidung werden. Dann muss die Schuldenobergrenze in den USA angehoben sein. Ansonsten droht ein finanzieller Kollaps. Die US-Anleger reagieren reserviert.

Wie der Wall-Street-Handel lief

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New YorkNeue Hürden im US-Haushaltsstreit haben zum Wochenschluss die Wall Street belastet. Zusätzliche Forderungen der Republikaner an die Demokraten von Präsident Barack Obama schürten Sorgen, dass es vor Ablauf der Frist am Dienstag nicht mehr zu einer Einigung im Kongress kommt und deswegen Behörden aus Geldmangel geschlossen werden müssen.

Außerdem ringt der Kongress um eine Anhebung der Schuldenobergrenze, ohne die der weltgrößten Volkswirtschaft Mitte Oktober faktisch die Zahlungsunfähigkeit droht. Auch die anhaltende Unsicherheit über den Zeitpunkt, ab dem die US-Notenbank ihre Konjunkturhilfen drosselt, drückte auf die Kurse.

Im Haushaltsstreit verlangen die Republikaner inzwischen nicht mehr nur Einschnitte beim Gesundheitsprogramm „Obamacare“, sondern legen alte Forderungen neu auf, die die Steuer- und Energiepolitik sowie die Regulierung betreffen. Bislang war mit den Demokraten in diesen Punkten kein Kompromiss zu erzielen.

Obama forderte die Republikaner zum Einlenken auf. Bereits die Gefahr einer Schließung von Regierungsbehörden habe wahrscheinlich einen negativen Einfluss auf die Wirtschaft.

Der Haushaltsstreit und die trübe Lage am Arbeitsmarkt verschreckt mittlerweile auch die US-Verbraucher. Das von Thomson Reuters und der Universität Michigan errechnete Barometer für das Konsumentenvertrauen sank im September zum Vormonat um 4,6 auf 77,5 Punkte.

Das ist der niedrigste Wert binnen fünf Monaten. Es rechneten zwar nur wenige Verbraucher damit, dass der Haushaltsstreit tatsächlich zur Schließung von Behörden führen werde, sagte Studienleiter Richard Curtin: „Aber die Klagen über die Regierungsarbeit nehmen zu, und überdies haben sich die Jobaussichten verdüstert.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,46 Prozent auf 15.258 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,41 Prozent auf 1691 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging mit minus 0,15 Prozent bei 3781 Stellen aus dem Handel. Auf Wochensicht verlor der Dow 1,3 Prozent, der S&P 1,1 Prozent. Dagegen legte der Nasdaq-Index leicht um 0,2 Prozent zu. Der Dax in Frankfurt beendete den Handel nahezu unverändert bei 8662 Zählern und verlor damit auf Wochensicht 0,2 Prozent.

„Die Sorgen vor einer Schließung der Verwaltung führen allmählich zu Spannungen“, sagte Analyst Andre Bakhos von Janlyn Capital. „Solange es nicht mehr Klarheit gibt, wird der Markt unruhig und unberechenbar sein.“ Andere Beobachter zeigten sich dagegen zunehmend genervt von der Haushaltsdebatte: „Dieser Film läuft fast alle zwei Jahre, und er endet immer gleich - die Politiker einigen sich in der letzten Minute“, sagte Joe Saluzzi von Themis Trading in New Jersey.

Bei den Einzelwerten standen mit einem Aufschlag von knapp fünf Prozent die Aktien von Nike im Mittelpunkt. Der Adidas -Rivale konnte Gewinn und Umsatz im vergangenen Quartal deutlich steigern und damit seinen Vorsprung als weltgrößter Sportartikel-Hersteller ausbauen. Die Titel der Herzogenauracher zogen im Schlepptau um fast ein Prozent an.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 650 Millionen Aktien den Besitzer. 966 Werte legten zu, 1979 gaben nach und 132 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Milliarden Aktien 947 im Plus, 1530 im Minus und 132 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Observer

27.09.2013, 16:15 Uhr

Die Situation in USA ist sicher ein Grund, aber aktuell duerfte es besonders interessant sein, dass es offensichtlich den ersten Totalausfall des Geldsystems in der welt gibt!
In Panama hat die Zemntrabank heute bestaetigt, dass unangemeldet seit heute bis mindestens 1. Oktober alle Banken geschlossen sind. begruendet wird dies allerdings mit einem Systemupgrade! Als ob wegen eines Ssytemupgrades schon einmal Banken mehrere Tage und das am Monatsende, an dem viele wesentlichen Zahlungen anstehen!
Na mal sehen, ob wir bald aus anderen Regionen aehnliche Informationen bekommen. Wenn ja, dann sicher nicht von den Sytemmedien! Prost Mahlzeit, nu scheint es wirklioche dem ende zuzugehen!

Observer

27.09.2013, 17:01 Uhr

Fuer dijenigen, die es nicht glauben, ein Link zu einem Augenzeugen, der in Panama wohnt und dort einen Blog betreibt:
http://www.randyhilarski.com/banking-holiday-in-panama/

Account gelöscht!

28.09.2013, 10:47 Uhr

Die Amerikanische Staatsverschuldung befindet sich schon seit einiger Zeit in der völlig unkontrollierbaren und nicht mehr aufzuhaltenden exponentiellen Phase. Will heißen; in immer kürzeren Zeitabständen nimmt die Verschuldung immer stärker zu. Und da keiner wagt die Notbremse zu ziehen, endet dies in einem Finanzkollaps mit anschließender Hyperinflation.

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