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28.07.2011

22:43 Uhr

Börse New York

US-Finanzdrama drückt Wall-Street ins Minus

Erneut musste der Dow-Jones Verluste hinnehmen. Die drohende Zahlungsunfähigkeit verunsichert die Anleger, die Sorgen sind zu groß, als dass gute Konjunkturdaten gute Stimmung verbreiten könnten

Die Schuldenkrise der USA überschattet die New Yorker Börsen. Quelle: dpa

Die Schuldenkrise der USA überschattet die New Yorker Börsen.

Düsseldorf/New YorkDie wachsende Furcht der Anleger vor einer Zahlungsunfähigkeit der USA hat am Donnerstag erneut die Wall Street belastet. Viele Anleger befänden sich jedoch wegen des Schuldenstreits in Wartestellung und wollten kein Risiko mehr eingehen, sagten Analysten. Die Börsianer blickten mit Spannung auf eine am Abend erwartete Abstimmung im Repräsentantenhaus über einen Plan der Republikaner zur Reduzierung der Schulden.

Die Verluste wurden dabei jedoch von unerwartet guten Konjunkturdaten abgebremst: Die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe sank unerwartet deutlich und überraschend viele Amerikaner entschieden sich zu einem Hauskauf. Angesichts dieser Daten notierten die Börsen sogar lange Zeit im Plus, bevor sie kurz vor Handelsende dann doch ins Minus abrutschten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,5 Prozent schwächer bei 12.240 Punkten aus dem Handel, nachdem er zwischen 12.226 und 12.384 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P 500 sank um 0,3 Prozent auf 1300 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss nahezu unverändert bei 2766 Stellen. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 7190 Zählern aus dem Handel.

Die andauernde Unsicherheit, ob die Politik das Schuldendrama rechtzeitig beendet, hatte bereits am Mittwoch den höchsten Tagesverlust der US-Börsen seit gut zwei Monaten ausgelöst. Das Schicksal des Marktes hänge nun völlig von dem Geschacher in Washington ab, erklärte Jack Ablin von der Harris Private Bank in Chicago.

Auf Unternehmensseite enttäuschte der Ölmulti Exxon die hohen Erwartungen der Investoren trotz eines Quartalsgewinns von fast elf Milliarden Dollar. Die Aktie gab rund zwei Prozent nach. DuPont-Papiere retteten sich ebenfalls knapp ins Plus, weil der Chemieriese seinen Gewinn im zweiten Quartal steigerte und zuversichtlich auf das Gesamtjahr blickt.

Rasant Abwärts ging es für Anteilsscheine von Sprint Nextel. Der drittgrößte Mobilfunkanbieter der USA hat im zweiten Quartal mehr als 100.000 Kunden verloren und ist deshalb noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Die Aktie verbilligte sich am Donnerstag um satte 15 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 990 Millionen Aktien den Besitzer. 1122 Werte legten zu, 1830 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,08 Milliarden Aktien 1239 im Plus, 1278 im Minus und 126 unverändert.

Die Furcht vor einer Ausweitung der Schuldenkrise in Europa hat am Donnerstag den US-Staatsanleihen zu Gewinnen verholfen. Die rasant steigenden Zinsen für italienische Anleihen bei einer Emission beunruhigten die Anleger, die deshalb die Sicherheit der US-Papiere suchten. Diese Fluchtbewegung überlagere die im Hintergrund weiter schwelenden Sorgen über den Schuldenstreit in den USA, hieß es.

Die zehnjährige Anleihe kletterte um 8/32 auf 101-14/32, dabei sank ihre Rendite auf 2,95 Prozent. Das dreißigjährige Papier legte 16/32 auf 101-30/32 zu und rentierte mit 4,26 Prozent.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

28.07.2011, 21:56 Uhr

hui, um 1730h waren wir noch bei 12370.
das gibt ja morgen früh wieder ein richtiges schönes opening gap.

no.7

29.07.2011, 01:26 Uhr

Jetzt machen sie sich plötzlich sorgen, nachdem sie von der Politik die milliarden zugeschustert bekommen haben durch Gelddrucken. Dabei weiß jeder daß dies und die hemmungslose schuldenmacherei, die die wallstreet ja auch immer unterstützt hat, am zahltag eine zerstörte Währung zur folge haben. Billiardenschulden angehäuft, nur um die kurzfristige Profitgier der "Anleger" zu bedienen und die finanzindustrie durchzufüttern. Das Spielchen ist nun aus. Bei uns schlottert Börner schon vor dem einbruch der deutschen Jubelexporte. Der wird aber sowieso kommen.

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