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02.10.2013

22:50 Uhr

Börse New York

Verhärtung im Haushaltsstreit drückt Wall Street

An den Märkten verfliegt langsam der Glaube daran, dass der Haushaltsclinch ein schnelles Ende findet. Zudem gibt es schwache Daten vom Arbeitsmarkt. Unter Druck steht besonders Monsanto.

Trader an der Wall Street: Die Hoffnung auf eine schnelle Lösung im Etatstreit schwindet. AFP

Trader an der Wall Street: Die Hoffnung auf eine schnelle Lösung im Etatstreit schwindet.

New YorkDie verhärteten Fronten im US-Haushaltsstreit haben die Wall Street am Mittwoch ins Minus gedrückt. Da weder Republikaner noch Demokraten grundlegende Kompromissbereitschaft signalisierten, war ein Ende des Haushaltsnotstands nicht in Sicht. "Es gibt das Gefühl, dass die Debatte nicht so schnell vorbei sein wird", sagte Oliver Pursche, Präsident von Gary Goldberg Financial Services. "Die Rally gestern wurde angetrieben von der Hoffnung, dass es nicht lange dauern würde, aber diese Hoffnung schwindet jetzt."

Solange die teilweise Schließung der Verwaltung anhält, dürfte es kurzfristig Kursschwankungen in beide Richtungen geben, sagte Pursche. "Sobald wir das hinter uns haben, sollten sich die Märkte sehr schnell erholen." Doch eine weitere hohe Klippe muss noch umschifft werden: Die Abgeordneten müssen bis Mitte Oktober auch über die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze entscheiden. Sollte es keine Einigung geben, droht der Regierung in Washington die Zahlungsunfähigkeit.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt diesmal der monatliche Arbeitsmarktbericht der private Arbeitsvermittlung ADP, wonach die US-Firmen im September unerwartet wenig Stellen schufen. Der für Freitag angesetzte Jobbericht der Regierung dürfte wegen des Haushaltsnotstands verschoben werden.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 15.133 Punkten und damit 0,39 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 15.044 und 15.182 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1693 Zählern und damit 0,07 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 0,08 Prozent und schloss bei 3815 Punkten. In Frankfurt schloss der Dax 0,7 Prozent tiefer auf 8629,42 Stellen.

In New York standen Monsanto -Aktien im Blick, die ein Prozent fielen. Der Agrarkonzern hatte einen überraschend hohen Quartalsverlust vorgelegt und seinen Ausblick für 2014 reduziert.

Microsoft -Papiere legten ein Prozent zu. Bei dem Softwarekonzern gerät Firmengründer Bill Gates unter Druck. Nach der Rückzugsankündigung von Konzernchef Steve Ballmer machen sich Insidern zufolge drei der 20 größten Investoren dafür stark, einen wirklichen Neuanfang zu wagen und auch den Verwaltungsratsvorsitzenden Gates abzulösen.

Alcoa -Titel rutschten 1,8 Prozent ab. Zuvor hatten die Experten der Deutschen Bank die Aktie des Aluminiumkonzerns zum Verkauf herabgestuft.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 690 Millionen Aktien den Besitzer. 1303 Werte legten zu, 1647 gaben nach und 128 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,77 Milliarden Aktien 998 im Plus, 1523 im Minus und 84 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.10.2013, 05:47 Uhr

"Zudem gibt es schwache Daten vom Arbeitsmarkt"

Ich wünschte mir langsam Nachrichten, die nicht nach politischer Windrichtung gefärbt wären. Vor ein paar Tagen hieß es noch, dass die Daten vom Arbeitsmarkt noch den Erwartungen entsprechen würden; nun ist plötzlich alles anders?

Sind Journalisten nur noch Satzschmiede von Nachrichtenagenturen ( hier: Reuters ) ohne eigenen Geist? Klar: auch das HB muss wirtschaftlich arbeiten aber wenn die intellektuelle Eigenständigkeit der Wirtschaftlichkeit geopfert wird, dann hat ein Blatt seine Existenzberechtigung verloren.

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